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Im Cross + Gym Weserbergland machen die Mitglieder ihr eigenes Ding

Training mit Oldschool-Charme

DASPE. Krafttrainingsgeräte mit ordentlich Gewichten füllen den Raum, Fernseher hängen an den Wänden, es läuft Musik. Fast lässt die Einrichtung des Cross + Gym Weserbergland vergessen, dass es sich eigentlich in einer umfunktionierten Scheune im beschaulichen Weserörtchen Daspe befindet. Das Gym ist ein Trainingsstudio, dass von den Mitgliedern selbst ins Leben gerufen wurde und verwaltet wird. Wer hier trainiert, trifft nur auf Freunde und Bekannte. Jedes Mitglied kann 24 Stunden an jedem Tag der Woche kommen, kann Wünsche für neue Geräte äußern und ist einfach weit ab von den üblichen Mainstream-Fitnessstudios, die zu Stoßzeiten manchmal kaum noch Platz an den Geräten bieten.

veröffentlicht am 05.10.2017 um 14:41 Uhr
aktualisiert am 05.10.2017 um 20:30 Uhr

In einer umfunktionierten Scheune in Daspe ist das Cross + Gym eingerichtet. Die Möglichkeiten zum Trainieren sind zahlreich, der Charme gewollt oldschool. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Dabei ist die Idee, die hinter dem Cross + Gym steckt, denkbar einfach und wohl jedem schon mal gekommen, der bei sich zu Hause Fitnessgeräte im Keller oder sonst wo stehen hat, die nur selten Besuch von ihrem Besitzer bekommen – einfach die Geräte mit anderen zusammen stellen und schon hat man einen gut gefüllten Trainingsraum beisammen, von dem alle etwas haben.

Der Erfolg bestätigt die Gründer des Cross + Gym – es existiert bereits seit fünf Jahren. Die Geräte sind im Laufe der Zeit mehr geworden und wurden natürlich auch mal ausgetauscht, geflickt oder umgebaut und aus den anfänglichen drei Leuten, die einfach gemeinsam Sport machen wollten, wurde im Laufe der Zeit ein Verein mit 50 Mitgliedern, der hinter dem Cross + Gym steht.

„Wir wollten das Ganze aus dem Keller groß machen“, erklären Matthias Sczesni und sein Schwager Martin Sczesni. Mit groß meinen sie aber nicht etwa groß im Sinne von vielen Mitgliedern und massig Geräten. Die Ausstattung, die sie jetzt haben, reicht ihnen vollkommen, sagen beide übereinstimmend. Eine Konkurrenz zu herkömmlichen Fitnessstudio wollen sie überhaupt nicht sein, sondern einfach ihr Ding durchziehen und in Ruhe trainieren. Und überhaupt sei ihnen ein Fitnessstudio im klassischen Sinn viel zu durchgestylt aufgezogen. „Wir waren uns einig, wir wollten diesen neumodischen Touch nicht“, sagt Martin Sczesni. Lieber funktional und überschaubar – oldschool eben.

Martin Sczesni (links) und sein Schwager Matthias Sczesni sind zwei von drei Gründern des Cross + Gym und trainieren regelmäßig in Daspe. Foto: ms
  • Martin Sczesni (links) und sein Schwager Matthias Sczesni sind zwei von drei Gründern des Cross + Gym und trainieren regelmäßig in Daspe. Foto: ms
Das Vorstandsteam des Cross + Gym Weserbergland (v. li.): Mirco Lott, Fabian Wyrwoll, Fabian Krohne, Matthias Sczesni, Adam Pawlinski und Martin Sczesni. Foto: ms
  • Das Vorstandsteam des Cross + Gym Weserbergland (v. li.): Mirco Lott, Fabian Wyrwoll, Fabian Krohne, Matthias Sczesni, Adam Pawlinski und Martin Sczesni. Foto: ms

Wenn man sich in der Scheune umguckt, dann sieht es nicht so aus, als bliebe hier auch nur eine Muskelpartie untrainiert. Im hinteren Teil stehen die Cardiogeräte, davor allerhand, um Muskeln zu formen und Gewichte zu stemmen, heben, hochzuziehen oder wegzudrücken. Bestmarken sind einfach an die Wände neben die Geräte gekritzelt. Als Isolation und Polster für Übungen bedecken dicke schwarze Gummimatten den Boden. Ein Saugroboter erledigt jeden Abend fleißig seinen Job.

Wer das Konzept von Cross + Gym gut findet und jetzt schon auf dem Weg nach Daspe ist, sollte seine Turnschuhe allerdings besser wieder ausziehen. Denn, obwohl nicht alle 50 Vereinsmitglieder regelmäßig zum Training kommen, sollten es mehr gar nicht werden. Zunächst einmal, um eine Konkurrenzsituation zu herkömmlichen Fitnessstudios gar nicht erst aufkommen zu lassen, zum anderen, weil das Konzept des Dasper Gyms auf Vertrauen beruht, wie Matthias und Martin Sczesni klarmachen. Das Gym sei immerhin permanent für die Mitglieder offen. Wer hier trainiert, müsse sich nicht nur respektvoll verhalten, sondern auch wissen, was er an den schweren Geräten tut. Schon, um das Verletzungsrisiko klein zu halten sei das wichtig, begründen die Sczesnis. „Das Ganze wurde familiär gegründet und so soll es auch bleiben.“ Familiär, damit meinen sie die Vereinsmitglieder – Bekannte und Freunde; Leute aus der Umgebung, mit denen sie zum Teil selbst aufgewachsen sind. Wer hier trainiert, macht nicht nur Sport – man ist auch Teil einer starken Gemeinschaft.

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