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Expertin informiert über die Afrikanische Schweinepest

Tierseuche breitet sich aus

BUCHHAGEN. Auch wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) hierzulande bisher weder bei Wild- noch bei Hausschweinen nachgewiesen wurde, für Ulf Klaehn steht fest: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie aus dem osteuropäischen Raum auch nach Deutschland vordringt, ist in jedem Fall gegeben.“

veröffentlicht am 09.03.2018 um 19:54 Uhr

Derzeit wird befürchtet, dass sich die Afrikanische Schweinepest über den osteuropäischen Raum auch nach Deutschland vordringen könnte. Foto: dpa
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Burkhard Reimer Reporter
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Klaehn, neben Johannes Graefe einer der beiden Geschäftsführer der Ferkelerzeuger-Gemeinschaft Coppenbrügge, nimmt damit im Gespräch mit der Dewezet vorweg, was Kreistierärztin Dr. Susanne Rauth später ebenfalls nicht ausschließen kann. Sie ist Referentin bei der Versammlung des Rings der Qualitäts-Schweineerzeuger Coppenbrügge e. V., zu der sich zahlreiche Mitglieder in der Gastronomie Mittendorf in Buchhagen getroffen haben, und berichtet über „Aktuelles aus dem Veterinäramt zum Thema Afrikanische Schweinepest“. Über ein Thema also, dass, wie sie gleich zu Beginn ihres Vortrags betont, „sogar bei den Verkehrsbehörden sehr präsent ist“. Denn nicht zuletzt auf die Parkplätze an Autobahnen und anderen Fernstraßen konzentriere sich die Sorge vor einer Ausbreitung der für Schweine absolut tödlichen Pest, gegen die es derzeit noch keinen Impfstoff gibt, die aber, einmal aufgetaucht, durchaus einen gesamten Bestand befallen kann. Das sieht auch Schweinemäster Karsten Illers aus Bockenem bei Hildesheim so. „Das ist schon ein Problem, das nicht zuletzt durch den freien Warenverkehr hervorgerufen wird.“ Henning Becker aus Vahlbruch, Vorsitzender des Erzeuger-Rings, hat auch eine Begründung für diese Sorge parat: Wenn Lkw-Fahrer aus Polen und der Tschechischen Republik, aus Ländern also, in denen die ASP bereits mehrfach aufgetreten ist, nach Deutschland kämen, „dann haben deren Fahrer Mengen an belegten Broten bei sich“. Die könnten durchaus mit infizierter Wurst belegt sein, und wenn die dann „auf Parkplätzen achtlos weggeworfen werden“, könne das zur Verbreitung der Pest auch in Deutschland führen.

Umso mehr verwundert es nach Dirk Scheele aus Hilligsfeld, „dass in deutschen Lebensmittelgeschäften immer noch Wurst und Fleischwaren aus dem osteuropäischen Raum angeboten werden“.

Tatsächlich ruft auch Tierärztin Dr. Susanne Rauth in ihrem Vortrag zu besonderer Achtsamkeit auf. Diese sollten unter anderem auch Jäger walten und „jedes Fallwild beproben lassen“.

Mit einem Präsentkorb bedankt sich Henning Becker bei Kreistierärztin Dr. Susanne Rauth für ihren Vortrag. Foto: br
  • Mit einem Präsentkorb bedankt sich Henning Becker bei Kreistierärztin Dr. Susanne Rauth für ihren Vortrag. Foto: br

Ausführlich geht die Referentin auch auf das Erscheinungsbild der Afrikanischen Schweinepest, die Herkunft und die Übertragungswege der Seuche ein sowie auf die behördlichen Maßnahmen, die bei einem tatsächlichen Befall ergriffen werden müssen. Letztlich bekennt sie sich aber auch zu ihrem Optimismus und erklärt: „Auch wenn es in Fachkreisen heißt, es sei keine Frage mehr, ob uns die Afrikanische Schweinepest erreicht, sondern nur noch wann, so bin ich doch nach wie vor der Hoffnung, dass das nicht passieren wird.“

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