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Enttäuschung bei der Laienspielgruppe Bremke / Auflagen des Landkreises

Theatersaison scheitert am Brandschutz

BREMKE. Brandschutzauflagen des Landkreises Holzminden werden in diesem Jahr in Bremke dazu führen, dass diese an kulturellen Veranstaltungen eher mager ausgestattete Region um eine Attraktion ärmer sein wird. Die Laienspielgruppe Bremke will auf eine Theatersaison verzichten.

veröffentlicht am 29.01.2017 um 14:39 Uhr
aktualisiert am 29.01.2017 um 18:40 Uhr

Rund 600 Zuschauer kommen pro Spielzeit zu den Aufführungen der Laienspielgruppe. Der Bühnenspaß muss nun ausfallen. Foto: bor
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Julia Alin Reporter
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Denn konnte auf der Bühne im Saal des ehemaligen Gasthauses Gullert bislang ohne brenzlige Zwischenfälle Theater gespielt werden, so soll das 2017 nicht mehr möglich sein. Und zumindest in diesem Jahr werden – brandschutztechnisch bedingt – mindestens 600 enttäuschte Zuschauer auf den gewohnten Bühnenspaß der Laienspielgruppe Bremke verzichten müssen.

Enttäuschung machte sich jetzt deshalb auch auf der Versammlung der Laienspielgruppe breit, nachdem der wiedergewählte Vorsitzende Uwe Henze die schlechten Nachrichten über den Spielausfall den Mitgliedern mitgeteilt hatte. „Allein mit dem Brandschutz für die Deckenverkleidung kämen auf uns Kosten von rund 22 000 Euro zu – und das können wir nicht stemmen“, erklärte Henze. Der Vorsitzende will aber noch Gespräche mit dem Referat Ordnung, Bauen und Umwelt bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis Holzminden führen.

Die Laienspielgruppe Bremke ist weit über die Grenzen der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle hinaus bekannt. Ihre Bühnenstücke haben immer auch einen Lokalbezug auf den einen oder anderen Ort in der Nähe. Und normalerweise sind die vier Vorstellungen für das jeweilige Stück immer ausverkauft. Und in den zweistündigen Vorstellungen bieten die aktuell 43 Mitglieder des aus der Tischtennissparte heraus entstandenen Vereins ihrem Publikum amüsante Entspannung mit Lach-Garantie.

Der Vorsitzende der Laienspielgruppe, Uwe Henze, verweist auf die hohen Kosten für den Brandschutz – diese seien nicht zu stemmen. Foto: bor

Dieses Jahr wird es also keine Aufführung geben. Und der Grund ist nicht, wie bereits kolportiert, dass das Ensemble nicht spielfähig wäre. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Schauspieler sind motiviert wie eh und je. „Da der Saal der ehemaligen Gaststätte Gullert auch von der Tischtennisabteilung genutzt wird, könnten die Schauspieler wohl ein Theaterstück einüben, Publikum dürfte dabei aber nicht anwesend sein“, meint Uwe Henze und hofft auf Entgegenkommen und Verständnis des zuständigen Landkreisreferates.

Halles Bürgermeister Axel Munzel, in dessen Zuständigkeit der durch die Gemeinde in Bremke gepachtete Saal fällt, findet, dass eine Nutzungsänderung, wie vom Landkreis gefordert wird, nicht nötig ist: „Dieser Saal hat ein besonderes Flair, wird seit mehr als einem Jahrhundert zum Theaterspielen benutzt, und alle in der Vergangenheit geforderten Auflagen wurden erfüllt. Wir würden uns sehr freuen, wenn der Landkreis seinen Ermessensspielraum ausnutzen würde.“

Sehr viel Unterstützung finden die Laienspieler auch bei der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. So fände es auch Samtgemeindebürgermeisterin Tanya Warnecke sehr schade, wenn die Theatervorstellungen der Laienspielgruppe nicht weitergeführt werden dürften.

„Die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle sind allerdings ausgeschöpft, und ich muss deshalb auf den Landkreis Holzminden als Genehmigungsbehörde hinweisen“, bedauerte allerdings Hans-Joachim Lott vom Bau-Fachbereich der Stadt und Samtgemeinde, dass er im Moment nicht weiterhelfen könne.

Bereits vor einigen Jahren hatten Bremkes Laienschauspieler durch das Ingenieurbüro Lorenz in Holzminden eine brandschutztechnische Stellungnahme erarbeiten lassen. In Folge hatte die Laienspielgruppe Bremke dann auch noch funkvernetzte Rauchmelder vom Keller bis zum Dach, zusätzliche Feuerlöscher sowie Piktogramme für Fluchtwege angeschafft und installiert. Auch die Brandwache durch die Freiwillige Feuerwehr Bremke war stets sichergestellt, wie es weiter heißt.



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