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Digitaler Unterricht in der Oberschule wird positiv aufgenommen / Schüler sind mit Eifer dabei

Tablet statt Tafel

veröffentlicht am 21.01.2019 um 18:23 Uhr

Arbeiten mit dem Tablet im Unterricht an der Oberschule. Nadine Rüdiger berät die Schüler, wo es nötig ist.Foto: kb
Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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BODENWERDER. Donnerstag, 10.15 Uhr, die Schüler der Klasse 5 c sitzen in Gruppen über ihre Tablets gebeugt. Klassenlehrerin Nadine Rüdiger behandelt im Fach Erdkunde den Nahraum Bodenwerder. Sie hat das Thema in vier Gruppen unterteilt: Arbeit und Bildung, Freizeit, Verkehr und Einkaufsmöglichkeiten. Die Schüler haben die entsprechenden Aufgaben dazu in den vorherigen Stunden erledigt und jeweils ein Protokoll an die Lehrerin geschickt. Heute müssen sie nacharbeiten, weil alle Arbeitsgruppen die Zusammenfassung vergessen haben. Mit Eifer sind sie dabei. „Das iPad ist sehr motivierend“, erklärt Nadine Rüdiger, „gerade in meiner Inklusionsklasse kann ich den Lernstoff auf jedes Kind zuschneiden und kann auch die motivieren und mit kleinen Aufgaben einbeziehen, die kaum Deutsch verstehen.“ Praktisch auch, dass es zu jedem Gerät Kopfhörer gibt – einmal um individuell arbeiten zu können aber auch als Hörschutz, um Geräusche von außen weitgehend auszublenden.

Die drei fünften Klassen sind die ersten an der Oberschule, die im Unterricht regelmäßig mit dem Tablet arbeiten. Auf eine Klasse hatte Schulleiterin Corinna Heinze am Schuljahresanfang gehofft, war dann überrascht, dass bis auf sehr wenige Ausnahmen alle Eltern für die Nutzung des neuen Mediums stimmten. Bis es dann losgehen konnte und alle Kauf- oder Leasingverträge mit den Eltern abgeschlossen waren, dauerte es noch bis zu den Herbstferien. Bis dahin waren dann auch die technischen Startschwierigkeiten mit dem Internet behoben.

Inzwischen sind die Schüler mit dem Tablet schon gut vertraut, kennen die Grundlagen der Textverarbeitung mit entsprechendem Layout, können Tabellen erstellen und Zeichen und Bilder einfügen. Neben diesen Bedienungsgrundlagen war es aber ganz wichtig, ihnen auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten und dem Internet zu vermitteln. Die Schüler mussten lernen, dass man zum Beispiel nicht einfach Fotos seiner Klassenkameraden im Internet veröffentlichen kann und darf.

Die Arbeit mit dem Tablet bedeutet für die Kollegen der fünften Klassen, dass sie sich parallel zum Unterricht ständig fortbilden müssen. Auch eine Zusammenarbeit ist ihnen wichtig, sie sprechen sich untereinander ab, bei welchen Themen sie das iPad nutzen wollen und welche Apps verwendet werden sollen. So kommt zwischen den Schülern über den Nutzungsumfang kein Neid auf.

Corinna Heinze sieht das iPad als ein zusätzliches Medium zum Schulbuch. „Es verleiht dem Unterricht und dem Lernen einen neuen Motivationsschub, bedeutet aber keinesfalls, dass die Schüler keinen Stift mehr in die Hand nehmen müssen. Wir nutzen es ergänzend wie ein zusätzliches Arbeitsheft, sonst wäre der Einsatz nicht sinnvoll“, erklärt die Schulleiterin. Sie bestätigt, dass die Schüler viel Freude haben, wenn sie an Lern- und Übungs-Apps arbeiten, die oft selbsterklärend und sehr motivierend gestaltet sind.

Es gibt weder Langeweile noch Überforderung, wenn jeder im eigenen Tempo und mit dem passenden Schwierigkeitsgrad den Unterrichtsstoff üben kann. Die sofortige Rückmeldung auf dem Tablet zeigt Schülern und Lehrern, wo es noch Schwierigkeiten gibt und was alles schon richtig bearbeitet wurde.



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