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Duo Magic Strings verzaubert das Publikum in der Kulturmühle

Swingende Evergreens

BUCHHAGEN. Das Café der Kulturmühle platzte aus allen Nähten, während das Duo Magic Strings das Publikum mit Evergreens der Swing-Ära verzauberte. Hein Brüggen (Gitarre) und Thomas Frenser (Violine) präsentierten sich als perfektes Duo.

veröffentlicht am 26.08.2018 um 18:55 Uhr

Perfektes Duo: Hein Brüggen (li.) und Thomas Frenser. Foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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„Lullaby of Birdland“ mit den ersten Takten des „Adagio“ von Tomaso Albinoni auf der Gitarre einzuleiten, ist fast schon ein wenig dreist. Und doch passen beide Melodien sehr wohl zueinander. Und wenn sich dann noch die sanften Töne der Violine hinzugesellen, erhält der Swing-Evergreen von George Shearing ein ganz neues klangliches Gewand. Die Besucher in der Kulturmühle kamen am Freitagabend beim Konzert von Magic Strings – Hein Brüggen (Gitarre) und Thomas Frenser (Violine) – in diesen Genuss. „Wir haben nur zehn Saiten“ ist das Motto des Duos, das Hein Brüggen erläutert: „Uns steht kein Orchester zur Seite, also müssen wir Melodie und Rhythmus, Begleitung und Hintergrund gleichzeitig sein.“

Und das gelingt den beiden Instrumentalisten, jeder für sich zweifelsfrei ein Meister seines Fachs, ganz hervorragend. Selbst auf großspuriges technisches Equipment können sie getrost verzichten. Zwei bescheidene Lautsprecherboxen und ein kleiner Verstärker reichen ihnen, um das Café der Kulturmühle mit Wohlklang zu erfüllen. Der Raum war übrigens nicht nur ausverkauft, sondern es mussten sogar noch einige Stühle herbeigeschafft werden.

„Mit so vielen Besuchern hatten wir gar nicht gerechnet, weil doch in Hameln das Pflasterfest stattfindet“, begründet Heidelinde Kropp, die als Mitglied des Veranstalters „Kaleidoskop“ an diesem Abend ehrenamtlich an der Kasse sitzt, das Café und nicht den Veranstaltungssaal als „Ausweichquartier“ zu wählen. Denn ursprünglich war das Konzert als Serenade im Freien geplant, nur, dass der Hochsommer eben genau einen Tag zu früh zu Ende ging.

Gleichwohl erwies sich das Café als gute Wahl. Der gemütliche Raum passte bestens zum Programm von Magic Strings. Ausgewählte Titel der 30er und 40er Jahre, von US-amerikanischen Komponisten-Legenden wie Cole Porter („Night and Day“) oder Irving Berlin („Cheek to Cheek“) hatten die Musiker in ihre Programmkladde geschrieben, unternahmen aber auch Abstecher nach Lateinamerika, unter anderem mit der Bossa Nova „The Girl from Ipanema“ und entboten Irland mit dem unvermeidlichen „Danny Boy“ ihre Reverenz. Stets erwiesen sich Thomas Frenser und Hein Brüggen dabei als perfekt aufeinander abgestimmtes Duo, und wenn auch der Eindruck entstand, dass sich Brüggens Gitarre, nicht zuletzt wegen der deutlich häufigeren Soli, dabei etwas in den Vordergrund drängte, so wird auch das sicherlich unter beiden Musikern abgesprochen gewesen sein. Dem musikalischen Hochgenuss, mit dem Magic Strings ihr Publikum beschenkten, tat das jedenfalls keinen Abbruch. Die Zuhörer – übrigens nahezu durchweg schon etwas „gesetzteren“ Alters – wussten das zu schätzen und bedankten sich immer wieder mit geradezu enthusiastischem Applaus.



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