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Kulturmühlen-Geschäftsführerin Bea Tinzmann hat Ideen für Straßenkunst

Stricken für Bodenwerders Image

Buchhagen / Bodenwerder. Die Kulturmühle in Buchhagen will sich in Zukunft stärker als bisher auch ins Event-Programm der Münchhausenstadt Bodenwerder einbringen. Das kündigte jetzt deren Geschäftsführerin Bea Tinzmann den Ratsvertretern bei der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sport- und Sozialauschusses mit. Erstmals tagte dieser Fachausschuss des Rates im vom Verein Kaleidoskop getragenen Kulturzentrum in Buchhagen. „Kaleidoskop“ hat derzeit 50 Mitglieder, davon 20 Aktive, die die Kulturmühle mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz am Leben erhalten.

veröffentlicht am 09.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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„Bodernwerder wird bunt“

Vor zwei Jahren hat die Hannoveranerin Bea Tinzmann die Leitung der Kulturmühle übernommen. Die die studierte Theater-, Film- und Medien- sowie Kulturwissenschaftlerin arbeitet derzeit neben ihrer Geschäftsführerinnen-Tätigkeit in Buchhagen als freie Regisseurin. Anfang 2014 für zehn Stunden in der Kulturmühle angestellt, wurde ihr Zeitrahmen jetzt auf 15 Stunden erweitert. Bis zum Einstieg von Bea Tinzmann hatte die Kultureinrichtung mit ein bis zwei Musikveranstaltungen im Monat eher einen kleineren Kreis von Insidern angelockt. Die neue Leiterin änderte das Veranstaltungskonzept: Sie setzte mit Erfolg auf ein verstärktes Mitmach-Programm, führte die „Offene Bühne“ ebenso ein wie die „Kinderzeit“, „Poetry-Slam“ und den „Mühlen-Cover-Contest“ für Bands.

Im kommenden Jahr, so kündigte die Kultur-Macherin, die zwischen Leine und Lenne pendelt, an, sollen nun neben dieser offenen Kulturarbeit „größere Projekte in Angriff genommen werden“, so Tinzmann: Man wolle mit dem Kulturmühlen-Programm „gerne auch mal raus auf die Straße gehen“. Hier hat die Kulturmühlen-Managerin bereits einige Vorschläge für Straßenprojekte in Bodenwerders Innenstadt parat: „Wir könnten da alle Einwohner – von den Senioren über Familien bis hin zu Kindern – mit einbeziehen“, umreißt Bea Tinzmann ihre Schwarmkunst-Ideen, die sie zusammen mit einer Street-Art-Künstlerin aus Hannover in Angriff nehmen könnte. „Bodenwerder wird bunt“ schlägt sie als Motto vor, unter der beispielsweise alltägliche Objekte im Straßenbild eingestrickt oder mit Graffiti verfremdet werden könnten. Auch der Bau von Münchhausenfiguren aus Recycling-Material ist eine solche neue Kreativ-Idee. Unter dem Motto „Bodenwerder wird laut“ wäre für die Regisseurin auch Straßentheater und eine offenen Musikbühne zum Mitmachen für jedermann denkbar. Und Events dieser Art könnten sich sogar zur festen Reihe für Bodenwerder entwi- ckeln, regt Bea Tinzmann an.

Ideen, die im städtischen Fachausschuss durchaus ankamen. So merkte Heiner Schaper an, dass er Projekte der Kulturmühle durchaus begrüße, die die Stadt und das Umland in künftige Überlegungen einbeziehen. Schaper: „Solche Events helfen, die Münchhausenstadt Bodenwerder für den Tourismus bekannter zu machen.“ Und auch Hartmut Schüler und Friedrich-Wilhelm-Dornette gaben zu bedenken, dass Schwarmkunst-Projekte „durchaus ein Alleinstellungsmerkmal für Bodenwerder werden könnten.“

„Guerilla Knitting“ nennt sich diese Art der Schwarmkunst, bei der alltägliche Gegenstände im Straßenbild durch Umstricken verfremdet werden. dpa

Für die Verwaltung merkte Fred Burkert an, Stadt und Kulturmühle „sollten unbedingt in Dialog kommen“. Die Stadt jedenfalls werde „gern auf die kreativen Ressourcen der Kulturmühle zurückgreifen.“

Info: Wenn Kunst im Schwarm kommt

Schwarmkunst (engl. crowd art) ist die Bezeichnung dafür, wenn viele Menschen aller Altersstufen gemeinsam Kunst machen. Künstler, die sich der Schwarmkunst bedienen, übertragen ihre kreative Begeisterung auf viele Menschen, die Schwarmkünstler, die mit ihnen zusammen Kunstwerke schaffen wollen. Schwarmkunst ist eine sozial interaktive Kunstrichtung, die initiiert und angeleitet werden muss, sich dann aber selbstständig fortsetzt. Dabei entstehen erfahrungsgemäß intensive Kontakte unter den Schwarmkünstlern. Schwarmkunst ist ein niedrigschwelliges Angebot. Jeder kann mitmachen. Es entstehen Kunstwerke auf Zeit mit einer ganz eigenen Aura, deren Reiz sich kaum jemand entziehen kann und die zu Diskussionen anregen. Schwarmkunst im öffentlichen Raum findet man auch beim sogenannten Guerilla-Häkeln (engl. guerilla knitting), bei dem beispielsweise Straßenlaternen, Brücken und Denkmäler von den Aktivisten mit individuell gefertigten Häkelarbeiten verhüllt werden. Ein weiteres Beispiel für Schwarmkunst ist auch das sogenannte Guerilla-Gärtnern (engl. guerilla gardening). Hier werden von den Schwarmkünstlern öffentliche Plätze, wie Verkehrsinseln, Grünstreifen und öde Hinterhöfe mit bunten Blumen bepflanzt oder auch nur mit Blumensamen versehen, um die Städte wieder bunter zu machen.



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