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Zukunft der zehn Angestellten in Bodenwerder ungewiss / Gerücht der Schließung verbreitet sich

Steht die Woolworth-Filiale vor dem Aus?

Bodenwerder (ul). Ungewiss ist die Zukunft der zehn Angestellten des Woolworth Miniladens in der Fußgängerzone von Bodenwerder. Das Amtsgericht Frankfurt hat gestern, 1. Juli, das Insolvenzverfahren über die Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG eröffnet. Als Insolvenzverwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann bestellt, der bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig war.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:21 Uhr

Gestern war der Woolworth-Miniladen in der Fußgängerzone von Bod
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Auffanggesellschaft könnte vorerst helfen

Beim Amtsgericht Frankfurt hatte die DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG am 14. April wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen betreibt in Deutschland 310 Filialen und beschäftigt rund 9300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Alleiniger Gesellschafter seit 2007, auch der deutsch-österreichischen Woolworth-Gruppe, ist die britische Investment- und Beratungsgesellschaft Argyll Partners. Im Rahmen des jetzt eröffneten Insolvenzverfahrens für die deutsch-österreichische Woolworth-Gruppe droht den Mini-Woolworth-Filialen wie der in Bodenwerder die Schließung. Die Angestellten in Bodenwerder wissen derzeit nicht, wie lange die Filiale in Bodenwerder noch geöffnet bleibt.

Der Pressesprecher des Insolvenzverwalters, Micha Guttmann, sagt auf Nachfrage: „Es ist noch nicht festgezurrt, Donnerstag oder Freitag wissen wir mehr und können konkret etwas auch zu Bodenwerder sagen, es sind noch Gespräche im Gang.“ Ziel des Insolvenzverwalters sei es, eine neue Warenhausgesellschaft zu gründen.

Im Vorfeld des nun eröffneten Insolvenzverfahrens sollten die Angestellten entscheiden, ob sie einer Auffanggesellschaft beitreten wollten. Guttmann: „Wenn es eine Auffanggesellschaft gibt, dann wären die Mitarbeiter drei bis vier Monate gesichert.“ Bis gestern war den Mitarbeitern in Bodenwerder nicht mitgeteilt worden, ob ihre Arbeitskraft in der Filiale in Bodenwerder für diese Zeit noch gebraucht wird, oder die Auffanggesellschaft nur die Abwicklung des Ausfallgeldes also die Lohnfortzahlung bis zur ausgesprochenen Kündigung garantiert, die eigentliche Arbeit aber möglicherweise ab sofort wegfällt. Bisher waren die Löhne und Gehälter gezahlt worden.

2100 Filialen in fünf Ländern

Mehrere Mini-Filialen hat Woolworth in Südniedersachsen, nicht nur die Zukunft der Filiale in Bodenwerder ist von der drohenden Schließung betroffen.

Bereits gestern verbreitete sich das Gerücht der Schließung unter aufmerksamen Kunden in Bodenwerder, obwohl die Filiale noch geöffnet ist und die Angestellten dort nicht darüber redeten. Besonders Mütter würden eine Schließung des Warenhauses in Bodenwerders Innenstadt wohl bedauern. Vom Spielzeug bis zur Zahnbürste über Bekleidung, Schreib- und Haushaltswaren konnten sie bei Woolworth wohnortnah einkaufen.

Woolworth Deutschland ist ein Einzelhandelsunternehmen mit 330 Filialen in Deutschland und Österreich. Sitz der Hauptverwaltung des Unternehmens ist Frankfurt am Main.

Gute Qualität zum günstigen Preis war das Prinzip, mit dem Frank Winfield Woolworth 1879 sein erstes Geschäft im US-Bundesstaat New York eröffnete. Frank Winfield Woolworth versteckte die Ware nicht in Schubladen oder Regalen hinter Tischen, wie es damals üblich war, sondern dekorierte sie offen auf Tischen. Innerhalb von 50 Jahren entstand eine Warenhauskette mit 2100 Filialen in fünf Ländern.

Die Geschichte von Woolworth in Deutschland begann am 2. November 1926 mit der Gründung der deutschen Tochtergesellschaft und der Eröffnung der ersten Filiale in Bremen am 30. Juli 1927.

Auch in Deutschland expandierte Woolworth schnell. Mit der Übernahme von 11 Quelle-Kaufhäusern am 1. Februar 1995 wurde das Geschäft auch auf Österreich ausgeweitet. 1998 löste sich das deutsche Tochterunternehmen von der amerikanischen Muttergesellschaft.

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