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Werbegemeinschaft Bodenwerder mit neuer Führungsmannschaft

Stark verjüngt – und sehr weiblich

Bodenwerder. Stark verjüngt, in überraschender personeller Zusammensetzung und mit deutlicher Dominanz des weiblichen Geschlechts: So lässt sich mit knappen Worten der neue geschäftsführende Vorstand der Werbegemeinschaft Bodenwerder beschreiben. Auf Monika Meyer, die sich nach zehn Jahren an der Führungsspitze „ganz bewusst, ohne Frust und Verärgerung“ zurückzieht und den Wechsel als „normal und gesund“ bezeichnet, folgt Melanie Korte-Beuser. Im Hauptberuf ist die 46-Jährige im wissenschaftlichen Außendienst eines Pharmaunternehmens tätig; rege Beachtung fand Mitte 2014 die Eröffnung ihres Geschäftes „Kleinod“ in der Großen Straße mit individueller Mode, Geschirr und Accessoires.

veröffentlicht am 04.03.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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Wahlleiter Karl-Gottfried von Brill hatte am Dienstagabend während der Hauptversammlung im Restaurant „Akropolis“ ihren Namen als offiziellen Vorschlag des Vorstandes in den Ring geworfen – und alle Stimmberechtigten votierten für Melanie Korte-Beuser als erste Vorsitzende.

Kaum hatte sie die Glückwünsche ihrer Amtsvorgängerin und des ebenfalls ausscheidenden zweiten Vorsitzenden Karl-Gottfried von Brill entgegengenommen, wartete die erste Herausforderung ihrer Amtszeit auf Korte-Beuser: die Wahl eines oder einer zweiten Vorsitzenden. Drei Angesprochene winkten unter Verweis auf berufliche oder familiäre Gründe ab – was die neue Vorsitzende zu der Kommentierung veranlasste: „Ich habe einen Hauptberuf und ein Geschäft, eine Familie, ein Haus – und eigentlich auch keine Zeit für einen derartigen Posten. Es muss doch jemand bereit sein, mich zu unterstützen.“

In dieser Situation brachte sich ganz überraschend Carolin Schwiete aus Höxter, Tochter des Rodelbahn-Betreibers Reinhard Schwiete, selbst ins Gespräch. „Wir hatten im Vorfeld nicht drüber gesprochen, das war ein ganz spontaner Entschluss meiner Tochter“, bestätigte gestern ihr Vater Reinhard Schwiete stellvertretend für seine Tochter, die telefonisch nicht erreichbar war. 26 Jahre alt, mit Ausbildung zur Köchin in der Spitzengastronomie und Erfolgen bei landesweiten Wettbewerben sowie mit eineinhalb Jahren Erfahrung in der Gourmet-Küche von Feinkost Käfer in München, bemerkte die Absolventin einer Hotelfachschule mit Abschluss als Betriebswirtin am Wahlabend: „Sofern mein Wohnort in Höxter und meine bislang nicht allzu starke Vernetzung in Bodenwerder kein Problem darstellt, würde ich mich gern einbringen.“ Sie wurde ebenso einstimmig gewählt wie Kassenwartin Heike Schettki, Schriftführerin Judith Scholz und Pressesprecher Michael Reich.

Zu Beisitzern ernannte die Versammlung (teilweise in Abwesenheit) Hendrik Diepenbrock, Dietmar Heiduck, Karl-Gottfried von Brill, Ali Iskender, Heiner Sauerland, Thomas Lindenkohl, Marion Sporleder, Kerstin Fey, Carsten Möller und Heinz-Jürgen Meyer. Die Erleichterung über diesen Wahlausgang stand Melanie Korte-Beuser ins Gesicht geschrieben. „Das ist etwas komplett Neues für mich, ich brauche das Know-how meiner Vorgänger.“

Zuvor hatte Monika Meyer ihren letzten Jahresbericht gegeben. Zu den alljährlichen Events wie Fischmarkt, dem Münchhausen-Geburtstag, den „Langen Einkaufsnächten“, der Ferienpassaktion auf der Sommerrodelbahn, dem Pflastermaler-Wettbewerb und dem Herbstmarkt wie auch dem „Adventlichen Stelldichein“ vor dem Museum als Ersatz für den ausgefallenen Sterntalermarkt gab die scheidende Vorsitzende knappe Erläuterungen zu Verlauf und Besucherzahlen. Auch wenn man den Erfolg der Airlight-illuminierten Einkaufsnächte weniger an Kundenzahlen oder Umsatz, sondern eher am positiven Werbeeffekt messen sollte, „stellt sich aber auch die Frage, ob eine Fortsetzung sinnvoll ist“, so Monika Meyer. Feste zu organisieren sei in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden: „Es finden sich immer weniger Standbetreiber, da Kaufkraft und Kauflust der Besucher sich leider oft in Grenzen hält.“

Als erschwerende Aspekte nannte Monika Meyer sich stets verschärfende gesetzliche Auflagen, die Einführung des Mindestlohnes und die Forderungen der Gema. „Es kann doch nicht sein, dass die Gema-Gebühren teilweise höher ausfallen als die Künstlergagen.“ Eine erfreuliche Entwicklung habe das langjährige Ärger-Thema „Weihnachtsbeleuchtung“ genommen. „An den Kosten für die Aufhängung beteiligt sich die Werbegemeinschaft mit einem Pauschalbetrag. Herzlichen Dank für das Entgegenkommen der Stadt Bodenwerder“, unterstrich Meyer.

Die scheidende Vorsitzende dankte für ein Jahrzehnt kollegialer Vorstandsarbeit. „Ich habe neue Menschen kennengelernt – und ich bin dankbar dafür. Dankbar bin ich aber auch für manche Enttäuschung und manch‘ Negatives: Konnte ich doch daraus lernen und daran wachsen.“

Karl-Gottfried von Brill in seinen Dankesworten: „Ihr Leistungszeugnis hat sich Monika Meyer in Form ihrer Bilanzen eindrucksvoll selbst ausgestellt.“



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