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Städtischer Kindergarten darf sich seit März 2017 „Sprach-Kita“ nennen

Sprache ist der Schlüssel zur Welt

BODENWERDER. Ein Holzpferd, ungefähr so groß wie ein Shetlandpony steht in dem großen Gemeinschaftsraum im Kindergarten. Natürlich macht es den Kindern Spaß, hinaufzuklettern und in dem kleinen schwarzen Sattel zu sitzen. Ebenso gern putzen sie es mit Bürste und Striegel oder flechten Zöpfen in Mähne und Schweif. Über diese Aktivitäten kommen die Erzieherinnen wie von selbst mit den Kleinen ins Gespräch, helfen die Tätigkeiten und Gegenstände richtig zu benennen und arbeiten aktiv daran, ihrem Anspruch als „Sprach-Kita“ gerecht zu werden.

veröffentlicht am 31.10.2017 um 14:58 Uhr

Das Holzpferd lädt zum Spielen und miteinander Sprechen ein. Das Putzzeug wird von den Kleinen gern benutzt, während Erzieherin Anna Krüger die Tätigkeiten und benutzten Gegenstände richtig benennt. Foto: kkü
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Karin Küster Reporterin
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Seit März 2017 darf sich die Städtische Kindertagesstätte in Bodenwerder „Sprach-Kita“ nennen.

Sie nimmt an einem zunächst bis Februar 2020 befristeten Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums teil: „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Was bedeutet das für die auf diese Weise geförderte Kita?

Neben Weiterbildung, Fachberatung, Arbeitskreistreffen und Anschluss an einen Verbund aus insgesamt 13 Kindertagesstätten ist für den teilnehmenden Kindergarten das Wichtigste die zusätzlich angestellte Erzieherin, die durch das Programm finanziert und als „Fachkraft für sprachliche Bildung“ sich Tag für Tag um Sprachförderung im Kindergartenalltag kümmert. Im Kindergarten am Ahornweg ist das Anna Krüger. „Alltagsbegleitende Sprachförderung“, erklärte sie, „das heißt, die alltäglichen Handlungen und Dinge – zum Beispiel beim Anziehen, Essen, Spielen – werden von uns Erzieherinnen richtig benannt. Wir versuchen immer, dass ein Gespräch zustande kommt.“ „Nach den heutigen Erkenntnissen sollen Kinder nicht aufgefordert werden, ein falsch ausgesprochenes Wort richtig zu wiederholen“, bestätigt auch Kita-Leiterin Marie-Luise Lages.

Für die sprachliche Entwicklung des Kindes ist es besser, wenn die Erzieherin das Wort in einem vollständigen Satz richtig anwendet.

Frühe sprachliche Bildung ist für jedes Kind etwas ganz Entscheidendes. Frühe sprachliche Fähigkeiten beeinflussen die nachfolgende schulische Bildung und damit auch den weiteren Lebensweg. Kinder in den ersten Lebensjahren können sich Wortschatz und Grammatik viel leichter aneignen als in späteren Jahren – und das ganz nebenbei!

Anna Krüger nutzt gern ihr Steckenpferd Musik für ihre Arbeit im Kindergarten. Wenn sie mit ihrer Gitarre an dem heiß geliebten Holzpferd „Smilla“ sitzt und das „Mein-Hoppe-Reiter-Pferd“ mit den Kleinen einübt, sind sie begeistert mit allen Sinnen dabei und nehmen über Sprach-Melodie und Sprech-Rhythmus eine Riesenportion Sprache zu sich – ohne Üben, ohne Pauken, so ganz nebenbei!

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