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Weltgebetstag steht diesmal unter dem Motto „Wasserströme in der Wüste“

Spenden gehen an koptische Christen

Bodenwerder. Jedes Jahr am ersten Freitag im März laden Frauen aller Konfessionen zum Weltgebetstag ein. Jedes Jahr kommt die Gottesdienstordnung aus einer anderen Region der Welt. In diesem Jahr wurde die Gottesdienstordnung von Frauen aus Ägypten erarbeitet, dem Land, das zu 90 Prozent aus Wüste besteht, und in dem der Nil die einzige Wasserquelle ist. „Wasserströme in der Wüste“ lautet daher das Motto des diesjährigen Weltgebetstages am Freitag, dem 7. März. Und dieses Motto ist angesichts der politischen Situation in Ägypten hochaktuell: Für alle Menschen in Ägypten – ob christlich oder muslimisch – „sollen sich Frieden und Gerechtigkeit Bahn brechen, wie Wasserströme in der Wüste“ (Bibelstelle: Jes 41,18ff.).

veröffentlicht am 03.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Karin Beißner
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Als die ägyptischen Frauen mit der Vorbereitung begannen, ereignete sich der „Arabische Frühling“. Seitdem hat sich die politische Lage Ägyptens mehrfach geändert, und der Weltgebetstag steht ganz unter den Eindrücken dieser aktuellen Ereignisse: 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, etwa 10 Prozent Christen, der größte Teil Kopten. Die Situation der Christen in diesem Land ist sehr angespannt. Wegen ihrer Teilnahme an der Protestbewegung gegen Mursi sind sie endgültig zum Feindbild vieler Islamisten geworden. Gotteshäuser der Kopten wurden verwüstet oder beschädigt, Schulen und Gemeindezentren attackiert und angezündet. Radikale Islamisten zerstören immer wieder christliche Besitztümer. Sie sind zwar in der Minderheit, aber die tolerante Mehrheit der Ägypter traut sich nicht, die Kopten zu schützen aus Angst, selbst Opfer von Gewalt zu werden.

Doch nicht nur die Situation der Christen und ihr Wunsch nach freier Religionsausübung steht im Blickpunkt des Weltgebetstages, sondern auch die Situation der Frauen allgemein, die für ihre Rechte kämpfen. Frauen und Mädchen erleben in Ägypten verstärkt Gewalt und sexuelle Übergriffe.

In den Gottesdiensten am Weltgebetstag, zu denen auch Männer und Kinder eingeladen sind, erfahren die Besucherinnen und Besucher viel über das Leben in Ägypten. Alle beten gemeinsam für die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rechte der Frauen. Zur Unterstützung diesbezüglicher Projekte in der ganzen Welt werden in den Gottesdiensten Spenden gesammelt, über deren Verwendung das Weltgebetstags-Komitee in den einzelnen Ländern eigenständig entscheidet.

Wegen der schwierigen Situation der Christen in Ägypten hat der Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder beschlossen, die Kollekte ganz gezielt in Ägypten einzusetzen. Der koptische Bischof Anba Damian aus Brenkhausen bekommt die Spenden. Der Generalbischof der koptischen Christen in Deutschland wird sie den Christen in seinem Land direkt zukommen lassen.

In Bodenwerder wird der Weltgebetstag abwechselnd in der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde begangen. In diesem Jahr beginnt er um 17 Uhr im Haus der Kirche mit dem Bildervortrag über das Land, dem sich ein gemeinsames Probieren ägyptischer Speisen anschließt. Der Gottesdienst um 19 Uhr wird in diesem Jahr vom Gospelchor begleitet.

Auch in anderen Kirchengemeinden wird der Weltgebetstag begangen. So in Dohnsenum 18 Uhr im Haus der Stille, in Halle/Heyen ebenfalls um 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, in Kirchbrakum 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, in Pegestorf/Graveum 19 Uhr in der evangelischen Kirche, in Polle/Heinsen/Brevörde um 19 Uhr in der evangelischen Kirche Heinsen, in Rühle/Dölme um 19 Uhr in Dölme und in Vahlbruch um 19.30 im evangelischen Gemeindehaus. In der Gemeinde Vahlbruch gibt es am Samstag, 8. März,den Weltgebetstag auch für Kinder: Um 10 Uhr für die Kigo-Kinder und am Nachmittag, 15 Uhr, für die Kigo-Zwerge.

Übrigens: Seit mehr als hundert Jahren gibt es schon Weltgebetstage. Ihre Anfänge hatte sie in den USA und Kanada. In Deutschland wird das Jahr 1949 als „Geburtsstunde“ der Bewegung gesehen. Inzwischen wird der Tag in 170 Ländern der Welt gefeiert.

Der koptische Bischof Anba Damian aus Brenkhausen bekommt die Spenden des Weltgebetstages (links).

Der Nil als Leben stiftender Strom in der Wüste steht im Mittelpunkt des Weltgebetstages (unten).



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