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Wenn der Lebensmittelhändler wechselt, könnte auch das Portemonnaie davon profitieren

Sparen bei Penny?

BODENWERDER/HAMELN-PYRMONT. Bei Discounter Penny wird mit günstigen Preisen geworben, bei Rewe hingegen mit der Produktvielfalt. In Bodenwerder hat zum Jahresende ein Rewe seine Türen geschlossen, Penny will dort einziehen. Wir haben mal getestet, ob bei einem Penny-Einkauf gegenüber dem bei Rewe wirklich gespart wird.

veröffentlicht am 02.01.2018 um 14:34 Uhr
aktualisiert am 02.01.2018 um 19:50 Uhr

Einkaufen im Discounter statt im Supermarkt soll günstiger sein. Wir haben einmal selber geschaut, ob unser zufällig gewählter Warenkorb wirklich für weniger Geld zu haben ist. Foto: dpa
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Der Rewe an der Rühler Straße in Bodenwerder ist geschlossen, dafür will Penny einziehen – diese Nachricht sorgte für Freude unter einigen Einwohnern der Münchhausenstadt. Gibt es doch noch einen Rewe in Bodenwerder, Penny hingegen wäre neu. Immerhin, das Geld der Bodenwerderaner bliebe beim gleichen Mutterkonzern, denn auch Penny gehört zur Rewe Group. In der tummeln sich übrigens auch andere bekannte Marken wie die Baumärkte von Toom oder der B1-Discount, Touristikunternehmen wie ITS und Dertour oder der Onlineshop für Haustierbedarf Zooroyal –, um nur einige Beispiele zu nennen. Laut Webseite der Rewe-Group sollen die Penny-Filialen für Frische und Qualität zu discountgünstigen Preisen stehen. Aber stimmt dieses Werbeversprechen auch? Bei Rewe hingegen wird statt des Preises eher das vielfältige Sortiment beworben. Wir haben den Test gemacht und sind mit einem kleinen Einkaufszettel in einem Penny und in einem Rewe-Markt im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung unterwegs gewesen und haben vom Brot über Kaffee bis hin zur Tiefkühlkost geschaut, wo wir tatsächlich günstiger davonkommen.

Auf den ersten Blick fallen uns keine großen Preisunterschiede auf. Alles scheint irgendwie gleich teuer oder billig zu sein. Zumindest die vergleichbaren Produkte, die wir finden können (gleiche Marke, gleicher Inhalt). Was uns im Penny aufgrund der begrenzteren Auswahl ziemlich schnell ins Auge gefallen ist, müssen wir im Rewe erst unter vielen Konkurrenzprodukten suchen.

Die Beispiele für gleich gestaltete Preise ziehen sich durch das komplette Sortiment. Bei den günstigen Eigenmarken ist für uns kein Unterschied feststellbar. Die Packung Toastbrot kostet in beiden Märkten 0,59 Euro, die Schachtel No-Name Cornflakes 0,99 Euro, günstige Kartoffelchips gibt es für 0,69 Euro und auch das Päckchen Fischstäbchen ist in beiden Märkten für 1,59 Euro zu haben.

Auch bei den Markenprodukten sieht für uns erst mal alles gleich aus. So kostet die Packung Harry „Unser Mildes“ Brot bei Penny und Rewe jeweils 1,19 Euro, das Glas Nutella 3,79 Euro, ein Liter Bärenmarke Vollmilch 1,19 Euro und der Beutel 1-2-3-Frites von McCain identisch 1,89 Euro.

Doch dann finden wir auch Unterschiede, die unser Portemonnaie entlasten. Greifen wir nicht zum günstigsten Toast, sondern entscheiden uns für die Markenware von Golden Toast, kommen wir im Penny 20 Cent billiger weg. Der Preis liegt bei 1,19 Euro statt 1,39 Euro. Die Marken-Nudeln von 3 Glocken bekommen wir im Penny für 1,39 Euro statt für 1,49 Euro im Rewe. Die Packung Mars Minis kostet mit der gleichen Menge an Inhalt im Penny 2,99 Euro und im Rewe 3,29 Euro. Die Zwei-Liter-Flasche Coca-Cola wird im Discounter für 1,45 Euro angeboten, im Rewe für 1,59 Euro.

Den größten Preisunterschied finden wir in unserem zufällig gewählten Einkaufskorb beim Weichspüler. Die Packung Lenor für 33 Waschgänge kostet im Penny 1,65 Euro und im Rewe 1,99 Euro. Wir sparen also doch bei Penny. Zumindest, wenn wir zu den richtigen Produkten greifen. Allerdings fällt in unserem Test auch ein Produkt aus der Reihe. Der McDonalds Tomatenketchup wird in beiden Märkten angeboten. Im Penny kostet er 1,69 Euro und im Rewe 2,29 Euro. Ein starker Unterschied, mag man auf den ersten Blick meinen, aber wer genauer hinsieht, merkt, dass die Packung im Penny 500 Milliliter Inhalt fasst und die im Rewe 750 Milliliter. Rechnerisch wäre also hier Rewe günstiger (3,38 Euro pro Liter im Penny gegen 3,05 Euro im Rewe). Und auch im Kaffee-Regal ist uns etwas aufgefallen. Während Senseo-Pads im Rewe 2,59 Euro kosten, differenziert Penny im Preis. So kostet die Sorte Kaffeepads „Klassisch“ 2,49 Euro – und damit ist Penny günstiger als Rewe – teurer hingegen sind die Cappuccino-Pads für 2,69 Euro. Ein Patt in unserem Test.

Unser Fazit: Wer sich beim Einkaufen generell an den günstigsten Eigenmarken orientiert, wird in beiden Märkten preislich nicht enttäuscht werden. Wer hingegen ab und an auch auf Markenprodukte setzt und nicht immer vergleichen will, wird wohl im Penny weniger Geld lassen als im Rewe. In Letzterem gibt es allerdings um einiges mehr Auswahl.

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