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Entlassene Museumsführerin Karin Beißner kritisiert Ex-Chef Werner Koch und fehlendes Zukunftskonzept

„So was gehört sich einfach nicht“

Bodenwerder. Als Karin Beißner, ehemals ehrenamtliche Museums- und Stadtführerin in Bodenwerder, am 8. Mai von Bodenwerders Stadtdirektor Joachim Lienig mitgeteilt bekam, dass man auf ihre Mitarbeit im Museum zukünftig verzichten wolle, hat sie das akzeptiert. Fünf Jahre zuvor war sie vom Museumsleiter Koch gebeten worden, diese Aufgabe zu übernehmen. Und zumindest über vier Jahre hinweg hatte sie das zeitaufwendige Amt mit Elan ausgefüllt und alle drei Wochen einen 50-Stunden-Dienst auch sonntags von 10 bis 17 Uhr im Münchhausen-Museum mit einer Kollegin zusammen erledigt. „Es hat mir Spaß gemacht – als Hobby und sinnvolle Freizeitbeschäftigung.“

veröffentlicht am 16.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:53 Uhr

Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Umso erstaunter war Karin Beißner, dass ihr Rausschmiss aus dem Ehrenamt durch den Stadtdirektor von Museumsleiter Werner Koch jetzt in öffentlicher Kulturausschuss-Sitzung unter Nennung ihres Namens zum Bestandteil seiner Jahresbilanz gemacht wurde. Solche interne Personalien in der Öffentlichkeit zu behandeln, gehöre sich einfach nicht, meint sie. Und schon gar nicht, sie als nicht-teamfähige Querulantin darzustellen. Sicher habe es im Vorjahr Meinungsverschiedenheiten zwischen ihr und Museumsleiter Koch gegeben, sagt Karin Beißner. So habe Koch in seiner Funktion als Museumsleiter und Stadtheimatpfleger der pensionierten Lehrerin angeordnet, dass deren historische Aufsätze vor einer Publikation in der Tageszeitung mit ihm erst abgestimmt werden: Mit Verweis auf die Pressefreiheit ein Zensurversuch ohne Erfolg!

Als sie den Museumschef dann vor knapp einem Jahr gebeten hatte, künftig nur noch mit reduzierter Stundenzahl ehrenamtlich für das Museum arbeiten zu dürfen, sobald Ersatz da ist – „50 Stunden pro Woche wurden mir einfach zu viel“ –, scheint für diesen das Maß voll gewesen zu sein. „Mit den Worten, dass mein Engagement für das Museum wohl nachgelassen habe, wurde ich von Herrn Lienig entlassen“, schildert Beißner. Und keineswegs habe es, wie behauptet, Reibereien mit Kolleginnen gegeben.

Grundsätzlich, so die entlassene Kennerin von Bodenwerders Museums- und Stadtführungs-Szene, wäre es – auch unabhängig von ihrem Rausschmiss und dem daraus resultierenden Mitarbeiter-Engpass – ohnehin Zeit für die Verantwortlichen, sich Gedanken über einen zukunftsfähigen Museumsbetrieb zu machen. Denn nur mit einer Handvoll ehrenamtlicher Senioren könnte es sonst schnell dunkel werden im Münchhausen-Museum. Und das ist schließlich ein absolut unverzichtbarer Leuchtturm für den Tourismus der Münchhausenstadt.



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