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So sehen Bodenwerderaner die Situation in ihrer Stadt

BODENWERDER. Einkaufen in Bodenwerder? – Ja, was denn? Da gibt es doch gar keine Geschäfte mehr! Da ist doch tote Hose! Was kriegt man da denn noch? Im Winter trifft man in der Stadt niemanden, das macht doch keinen Spaß – so oder ähnlich lauten häufig die ersten Reaktionen auf die Frage nach der Einkaufssituation.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 14:52 Uhr
aktualisiert am 13.02.2018 um 17:40 Uhr

Es ist nicht Hannover und auch nicht Hameln – aber in der Innenstadt von Bodenwerder gibt es noch immer eine Menge Geschäfte. Foto: kb
Beißner

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Karin Beißner Reporterin
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Einig sind sich aber alle, dass die Grundversorgung vorhanden ist – dafür sorgen Rewe, Edeka, Lidl, Rossmann und Aldi. Sie gehören zum Mittelpunkt des Kaufinteresses der Bevölkerung, befinden sich aber – bis auf Edeka – auf der grünen Wiese und nicht in der Innenstadt, die so dringend belebt werden müsste.

Doch es gibt auch ganz andere Reaktionen, die lauten: Wir sollten nicht immer nur das Negative sehen, wer sich umschaut, findet im Stadtkern durchaus Geschäfte, die über die Abdeckung des täglichen Bedarfs hinausgehen. Wir finden Schuhe, Kleidung, Computerzubehör, Schmuck und Uhren, Seh- und Hörhilfen, Bücher, Bürobedarf, Schreibwaren und Bastelzubehör, Geschenke, schöne Dinge für die Wohnung, Elektroartikel, Produkte für Gesundheit und Wohlbefinden und dazu einen Baumarkt.

Berücksichtigt werden muss, dass sich das Kaufverhalten generell verändert hat, viele bestellen ihre Waren im Internet. Verschiedene Größen, Ausführungen und Farben werden ins Haus geliefert, bequem anprobiert, der Rest zurückgeschickt. Der Gang in die Geschäfte ist in vielen Fällen überflüssig geworden. Das hat aber ja nicht nur in Bodenwerder Auswirkungen, es geht anderen Orten ähnlich. Die Situation in Bodenwerder habe mit der Aufgabe des Geschäfts „Geitel“ begonnen, versuchen ältere Bewohner das Geschäftesterben zu beschreiben. Dort hatte man gute Auswahl an Textilien aller Art. Solch ein Angebot fehle heute.

Es gibt eine ganze Reihe an Läden in Bodenwerder. Foto: kb
  • Es gibt eine ganze Reihe an Läden in Bodenwerder. Foto: kb

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich alle bemühen, die Wünsche der Kunden zu erfüllen.

Rudolf Ebeling

Doch dem nachzutrauern nutzt nichts, vielmehr sollte man die Geschäfte, die noch am Ort sind, unterstützen, wird immer wieder geäußert. „Was wir in Bodenwerder kaufen können, tun wir auch“, sagt Rudolf Ebeling. Er ist seiner Heimatstadt sehr verbunden und bricht eine Lanze für die hier ansässigen Geschäftsleute. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich alle bemühen, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Das, was nicht da ist, wird gerne bestellt.“ Andere Befragte haben ähnlich positive Erfahrungen gemacht. Doris Hahn meint: „ Ich habe immer gern in Bodenwerder eingekauft. Hier ist es übersichtlich und ich habe hier schon Dinge auf Anhieb gefunden, nach denen ich in Hameln gesucht habe.“ Doch sie ergänzt: „Wenn ich etwas kaufen möchte, das ich hier nicht mehr bekomme und dafür in die nächste Stadt fahre, dann kaufe ich andere Dinge auch gleich dort, obwohl ich sie hier vielleicht bekommen hätte.“ Im selben Tenor argumentieren auch die, die nicht in Bodenwerder arbeiten und deshalb der Einfachheit halber an ihrem Arbeitsort einkaufen. Gerda Kammel findet es nicht gut, dass immer nur über die Einkaufssituation geschimpft wird. „Sicher gibt es in unseren Geschäften nur ein beschränktes Angebot, aber ich schaue zuerst hier, wo ich zentrumsnah parken kann und dadurch viel Zeit spare“, meint sie. Auch zwei junge Mütter schauen sich erst einmal in der Stadt um und freuen sich, dass sie Kleidung und Bastelmaterial für die Kinder hier bekommen und damit Fahrzeit sparen.

Es gibt überraschend viele positive Stimmen zum Einkauf in Bodenwerder. Aber es wird auch kritisiert: Es wird zum einen bemängelt, dass es bei der Kleidung überwiegend Billigangebote gibt und höherwertige Markenartikel fehlen. Zum anderen wird kritisiert, dass angebotene Waren zu teuer sind oder dass es zu wenig Vergleichsmöglichkeiten gibt.

Mein Standpunkt
Maike Lina Schaper
Von Maike Lina Schaper

Wer viel fragt, bekommt viele Antworten, jeder hat seine eigene Sicht der Dinge, was die Einkaufssituation in Bodenwerder angeht. Dabei werden auch Lösungsvorschläge geäußert: Sich zusammentun, gemeinsam ein Ladenlokal mieten und mit wenig, aber qualitativ Höherwertigem anfangen. Das Risiko verteilt sich so auf mehreren Schultern und wenn es gut läuft, aufstocken. Das ist gut gemeint, wenn Bodenwerders Bevölkerung sich im Kaufverhalten einig ist und dann solchen Mut auch unterstützt.



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