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Sitzen bleibt in einer IGS kein einziger Schüler

Buchhagen (ul). Mit sehr vielen interessierten Eltern hatte Hermann Schütte, der Leiter des Schulamtes des Kreises Holzminden gerechnet, als er zeitgleich mit dem Versand der Fragebögen an 3200 Eltern von Grundschulkindern aus dem Kreis Holzminden und der Gemeinde Emmerthal zu einer zentralen Infoveranstaltung über Gesamtschulen ins Gasthaus Mittendorf in Buchhagen eingeladen hatte. Erstaunlich gering war die Resonanz am Dienstagabend.

veröffentlicht am 21.05.2009 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:41 Uhr

igs
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Buchhagen (ul). Mit sehr vielen interessierten Eltern hatte Hermann Schütte, der Leiter des Schulamtes des Kreises Holzminden gerechnet, als er zeitgleich mit dem Versand der Fragebögen an 3200 Eltern von Grundschulkindern aus dem Kreis Holzminden und der Gemeinde Emmerthal zu einer zentralen Infoveranstaltung über Gesamtschulen ins Gasthaus Mittendorf in Buchhagen eingeladen hatte. Erstaunlich gering war die Resonanz am Dienstagabend.
 Nur 60 Gäste folgten den Erläuterungen des Dezernenten der Landesschulbehörde, Dirk Tack, zur Kooperativen oder Integrierten Gesamtschule. Der Vorsitzende des Kreis-Schulausschusses, Eckart Jungk, lenkte die Diskussion.
 Schwierig zu vermitteln war für den Dezernenten der Landesschulbehörde die derzeit laufende Schulgesetzänderung für Integrierte Gesamtschulen. Um das Abitur an der IGS nach zwölf Jahren absolvieren zu können, soll ab dem 7. Jahrgang neben der Leistungsdifferenzierung von A und B Kursen in Englisch und Mathematik künftig ein Zusatzkurs (Z-Kurs) für Schüler angeboten werden mit hoher Leistungsanforderung, um die Voraussetzung für das Abitur in zwölf Jahren zu schaffen. 

 Die Frage von Eltern, ob da nicht ein Stück Integration verloren gehe, vermochte Tack nicht zu beantworten: „Wie das organisatorisch zu gestalten ist, ist noch offen. Diejenigen Schüler, die die Z-Kurse nicht komplett von Anfang an belegt haben, erhalten in der 10. Klasse eine Einführungsphase, mit der sie berechtigt sein werden, die Sekundarstufe II zu besuchen.“
  Auch zu den Zusatzangeboten an einer Integrierten Gesamtschule wurde Tack von Eltern befragt. „Wir können nur offene Angebote liefern. Ein geschlossenes Angebot für Ganztagsschulen gibt es nicht.“ Die Lehrerstunden für den Nachmittag könne man „kapitalisieren“, anstelle der Lehrer freie Mitarbeiter einsetzen, die dann Nachhilfe, Benimmkurse, Sportangebote oder Ähnliches anböten.
 Friedemann Hoppmann, ehemaliger Schulleiter der mehrfach ausgezeichneten Integrierten Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim, berichtete: „Gesamtschulen wollen keine Auswahl von Schülern schon ab der 2. Grundschulklasse. Wir wollen diese Verteilung durchbrechen, bis die Kinder durch die Pubertät sind.“ Deshalb gebe es Leitungsbewertungen und keine Noten bis zur 9. Klasse und auch kein Sitzen bleiben.
 Bemängelt wurde von Hauptschulleiterin Claudia Erler, dass mit Einführung einer Integrierten Gesamtschule die Qualität der Förderung für Hauptschüler verringert werde, weil die Sozialarbeiter entfielen. „Damit ist diese IGS nur ein ganz preisgünstiges System“, kritisierte Erler. Hoppmann erläuterte, „es ist nicht alles festgelegt, sie können sich für Sozialarbeiter oder andere Programme einsetzen“.
 In der öffentlichen Sitzung des Kreisschulausschusses am 10. Juni im Campe-Gymnasium Holzminden soll das Ergebnis der Elternbefragung vorgestellt werden. Das Schulamt bittet alle angeschriebenen Eltern noch einmal, an der Befragung teilzunehmen, um die Schulentwicklung planen zu können.
 „Eine Flut von Antworten auf den Elternfragebogen hat uns schon erreicht. Auch das Telefon steht für Auskünfte zu dem Thema derzeit nicht still“, berichtete Bernd Schaper vom Schulamt des Kreises.

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