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Beschilderung am Bahngleis kommt

Sicherheit soll nicht auf der Strecke bleiben

HEHLEN. Die Gründung des Vereins „Bahnlärm Bodenwerder-Emmerthal“ (BBE) zieht weitere Reaktionen nach sich. Nachdem Teile der Bevölkerung den Widerstand gegen die reaktivierte Bahnstrecke größtenteils nicht nachvollziehen können (wir berichteten), gibt es nun einige Antworten auf die von BBE gestellten Fragen.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 15:52 Uhr

Die reaktivierte Bahntrasse zwischen Bodenwerder und Emmerthal sorgt für Diskussionen. Foto: wfx
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Um die Sicherheit an der Strecke zu gewährleisten, werden demnächst die erforderlichen Schilder aufgestellt. „Die Anordnung für die Beschilderung ist erfolgt und wird demnächst von der Straßenmeisterei umgesetzt“, teilt der zuständige Landkreis Holzminden mit. Insgesamt werden an der Ortsdurchfahrt Hehlens 16 Andreaskreuze, zehn Barken sowie sieben Verkehrszeichen mit dem Hinweis auf einen unbeschrankten Bahnübergang aufgestellt. Die Kosten für die Beschilderung teilen sich die zuständigen Behörden, je nachdem, ob es sich um eine Bundes-, Kreis- oder Gemeindestraße handelt.

Peter Drews, Sprecher des Landkreises Holzminden, rechnet für seine Behörde vor: Für die Straße „ An der Fähre“ sei das Verkehrszeichen 151 (unbeschrankter Bahnübergang) mit der einstreifigen Bake vorgesehen. Ebenfalls werde dieses Verkehrszeichen an der Alten Schulstraße seitens des Landkreises aufgestellt. „Die Kosten liegen hierfür bei zirka 600 Euro“, sagt Drews. Was aus den Verkehrszeichen ersichtlich wird: Schranken wird es an den Übergängen nicht geben. Und auch keine Signale.

Das, was für die Sicherheit an der Strecke erforderlich sei, werde umgesetzt, teilt Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die Planungen seien in enger Abstimmung mit der Landeseisenbahnaufsicht erfolgt. Auch ein Rückstau auf der B 83 werde nicht befürchtet – im Gegenteil. „Die Kiestransporte entlasten die Straße“, sagt Brockmann. Ein Argument, das auch viele Kritiker des Vereins BBE anbringen.

Stephan Lange, Schriftführer des Vereins „Bahnlärm Bodenwerder-Emmerthal“, und seine Vorstandskollegen haben derweil auf die Kritik aus den Reihen der Bevölkerung reagiert. Sie behaupten, dass die Lkw das Kieswerk über die B 240 verlassen, „sie sind also nie durch Hehlen gefahren“.

Schätzungsweise müssten laut BBE 250 000 Tonnen Kies jährlich auf dem Schienenweg transportiert werden. „Das entspricht deutlich mehr als zwei Zügen die Woche“, so Lange. „Es sind bisher nie solche Mengen transportiert worden. Im Kieswerk wären nie die jetzt nötigen Mengen abgebaut worden“, heißt es seitens des Vereins.

Für viele Bürger ist das Engagement der WRM-Reese Unternehmensgruppe am Kieswerk und auf der Bahnstrecke lobenswert; sie sehen den Wirtschaftsstandort dadurch gestärkt. Dazu sagt BBE: „Es ist nicht davon auszugehen, dass durch die Bahnstrecke Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Verladung des Rohstoffes erfolgt voll automatisiert, und es spielt keine Rolle, ob er von einem Förderband in einen Lkw oder in einen Bahnwaggon fällt. Eher ist davon auszugehen, dass Arbeitsplätze einiger Lkw-Fahrer wegfallen.“

Im vergangenen Jahr sind bereits neun Züge von Grohnde aus auf der reaktivierten Bahntrasse zu Sägewerken gestartet, 14 500 Tonnen Holz wurden so transportiert. Dr. Malte Borcherding, Geschäftsführer des Bisperoder Unternehmens Gebrüder Helmecke GmbH & Co., sagt: „Ein Glück für uns, dass uns die reaktivierte Bahnstrecke zur Verfügung steht.“

Im Gespräch ist zudem, dass auch andere Unternehmen die Strecke für ihren Transport nutzen. Das erscheint Lange und seinen Mitstreitern sehr fragwürdig, „denn die Nutzung der Bahnstrecke ist jahrzehntelang nicht nachgefragt worden“. Der schlechte Zustand der Strecke, so führt Lange aus, sei entstanden, „weil es keine Nachfrage zum Gütertransport auf dem Schienenweg in unserer Region gegeben hat. Diese Nachfrage gibt es nach wie vor nicht, und sie wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben. Wir haben gar keine Flächen, um ein großes Gewerbe, welches in der Lage ist, diese Mengen zu produzieren, anzusiedeln. Schlimmer noch: Das bisschen Gewerbefläche, das wir haben, ist jetzt gerade durch die Bahnstrecke abgeschnitten und kann schwer verwendet werden“.



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