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Bürgermeister verärgert über Ausbleiben der Baugenehmigung

Seniorenprojekt stockt

OTTENSTEIN. „Inzwischen machen sich die Leute im Dorf schon lustig über mich.“ So habe zum Beispiel zum Feuerwehrfest am vergangenen Wochenende auf dem Bauplatz ein Schild mit der Aufschrift „Muckis Biotop“ gestanden. „Mucki“, soviel für alle, die es bisher vielleicht nicht gewusst haben, ist der Spitzname des Ottensteiner Bürgermeisters Manfred Weiner.

veröffentlicht am 27.07.2018 um 17:36 Uhr

Hat der „Zahn der Zeit“ daran genagt oder haben die Frühjahrsstürme zu sehr daran gerüttelt? Jedenfalls hängt das Schild, das auf die öffentliche Förderung des Senioren-Projekts verweist, schon ziemlich windschief an seinem Pfahl auf dem Bauplatz an
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Und der kann zwar über das Schild lachen, keineswegs aber über den Grund für den Schabernack. Und während das Spottschild mittlerweile wieder entfernt worden ist, bleibt bei Manfred Weiner die Verärgerung über das Kreisbauamt. Denn im Rathaus wartet man nach wie vor auf die Baugenehmigung für das Tagespflegehaus, das als erste konkrete Baumaßnahme des Projekts Seniorenquartier auf dem Gelände Alte Schmiede an der Amtstraße entstehen soll.

Bereits im Februar, ruft Weiner im Gespräch mit der Dewezet in Erinnerung, sei der Bauantrag beim Landkreis Holzminden gestellt worden. „Verbunden mit der Bitte um möglichst zügige Bearbeitung“, fügt Weiner hinzu, „damit wir mit der Ausschreibung beginnen können“.

Ottensteins Bürgermeister bereitet nämlich der Bauboom Kummer. „Die Baubranche hat derzeit Aufträge ohne Ende, da wirkt sich jeder Tag, den wir warten müssen, hinsichtlich der Baupreise ungünstig für uns aus“, beklagt er. Längst seien die zu erwartenden Baukosten der ursprünglichen Planung davongelaufen. Während nämlich im Haushalt für 2018 eine Million Euro für das Tagespflegehaus veranschlagt seien, müsse jetzt schon von 1,8 Millionen ausgegangen werden, „Und das gibt unser Haushalt nicht her.“ Zumal da, wie berichtet (s. unsere Ausgabe vom 16. Juni) auch Weiners Bitte um finanzielle Entlastung beziehungsweise Unterstützung durch die Samtgemeinde Bodenwerder-Polle im Rat bei nur einer Ja-Stimme, nämlich Weiners eigener, eine deutliche Abfuhr erteilt worden war.

Zur Erinnerung: Der Kostenrahmen für das Tagespflegehaus ist seinerzeit mit 900 000 Euro abgesteckt worden, 400 000 Euro davon sind Ottenstein im Rahmen des Förderprogramms „Dorfentwicklung“ bereits als Zuschuss aus öffentlichen Mitteln bewilligt worden. Der Rest sollte aus eigenen liquiden Mitteln der Kommune sowie durch Kredite abgedeckt werden, die wiederum mit den Einnahmen aus der Vermietung des Hauses zurückbezahlt werden sollen.

Er werde, kündigt Manfred Weiner an, in der kommenden Woche noch ein Finanzierungsgespräch beim Landkreis Holzminden führen. „Ich werde die Gelegenheit nutzen, Landrätin Angela Schürzeberg deutlich an ihre Zusage zu erinnern, sie werde uns bei unserem Bauantrag unterstützen.“ Momentan sei er, so Weiner, jedenfalls „schwer enttäuscht“.



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