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13 Hunde und ihre Frauchen besuchen Heim in Bodenwerder / Von dem Besuch haben beide etwas

Senioren streicheln und schmusen sie

Bodenwerder (dy). „Dein Herzchen klopft“, spürt Margot Simon und streichelt mit beiden Händen den Münsterländer Mischlingshund Berny. Dieser zehn Jahre alte Rüde liegt lang hingestreckt auf dem Rücken und genießt das Streicheln der 69-Jährigen. „Ich hatte einen Mops und eine Katze“, erinnert sich Margot Simon lächelnd. Und so geht es vielen der Bewohner der Seniorenwohnanlage „Parkresidenz am Mühlentor“. Anke König war mit 13 Hunden und deren Frauchen aus ihrer Hundeschule zu Besuch in der Einrichtung.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

Leckerlis gibt es für die Labradorhündin Käte von Helmut Huchtma
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„Bei ganz vielen unserer Bewohner werden Erinnerungen an die Kindheit oder die Zeit vor ihrem Einzug hier wach“, sagt die Ergotherapeutin Heike Brückner. Im großen Kreis sitzen die Bewohner. Einige beobachten die unterschiedlichen Hunde und freuen sich über die zirkusreifen Vorführungen der kleinen Hündin Pixel, andere hingegen strecken immer wieder die Hände aus und genießen das Streicheln und Schmusen mit den Vierbeinern. So auch Renate Schubert. Auch die 70-Jährige hatte selbst Hunde und lässt sich gerne von der englischen Cockerhündin Penylane Leckerlis aus der Hand nehmen. Diese gibt es auch für die Labradorhündin Käte von Helmut Huchtmann, und der 71-Jährige erzählt von seinen eigenen Hunden die er seit seiner Kindheit schon hatte. Er freut sich, dass er jetzt zwei Wellensittiche hat, die ihn zwitschernd in seinem Zimmer unterhalten – genauso wie es bei Renate Schubert der Fall ist.

„Unsere Bewohner lieben es, wenn unsere Mitarbeiter mal ihre Hunde mitbringen“, erzählt Anke Jochim, Verwaltungsangestellte in der Parkresidenz. Sie selbst hat miterlebt, dass eine Seniorin, die lange Zeit nicht sprechen mochte, beim Kontakt mit einem Besuchshund auf einmal von früher erzählt hat.

Aufgrund vieler positiver Erfahrungen im Miteinander von Mensch und Tier plant die Parkresidenz, Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen anzuschaffen.

Margot Simon und Berny.
  • Margot Simon und Berny.

Auch Kirsten und Thorsten Wildhagen, Betreiber des Pflegeheims am Hakenberg wissen, wie positiv Tiere für ihre Bewohner sind und bringen häufig ihre Zwergpinscher mit.

Wellensittich-Volieren auf den Stationen sorgen außerdem für fröhliches Gezwitscher. „Einige unserer Bewohner haben ihre Wellensittiche oder Goldfische mitgebracht“, erläutert Hannelore Oelmann, Leiterin des DRK-Seniorenheimes in Bodenwerder.

Häufig sei es für die Menschen schon ein großer Einschnitt, ihre Eigenständigkeit aufzugeben, und da sei es doch sehr wichtig, das geliebte Haustier nicht auch noch zu verlieren, weiß die Heimleiterin.

So habe es auch schon eine Bewohnerin mit Hund gegeben – wie auch im Seniorendomizil Haus Weseraue in Kemnade. „Auch wir hatten schon Bewohner mit Tieren“, berichtet Heimleiter Claus Fürstenberg, gibt allerdings zu bedenken, dass Pflege und Hygiene auch zu einem Problem werden könnten.

In fast allen Seniorenheimen war Anke König bereits mit ihren Hunden zu Besuch. „Natürlich suche ich Hunde aus, die hierfür geeignet sind“, erklärt die Betreiberin der Hundeschule in Bodenwerder. Sie weiß, dass es für die Vierbeiner auch anstrengend sein kann, eine Stunde lang doch sehr konzentriert Schmuse- und Streicheleinheiten zu bekommen. „Meine Hunde sind fix und fertig, wenn ich mit ihnen nach Hause komme und wollen nur noch schlafen, satt von den vielen Leckerlies sind sie obendrein“, erzählt Anke König.

Sie selbst hält diesen Kontakt zwischen Hunden und den Senioren in den Heimen für sehr wichtig und hat auch bereits fast alle Einrichtungen in Bodenwerder und Kemnade mit den Vierbeinern und deren Besitzern besucht. „Nicht nur die Tiere empfinden dieses Miteinander mit allen Sinnen, sondern auch die älteren Menschen“, so die Erfahrungen von Anke König.



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