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Willy Penzel – der Begründer der Akupunkt-Massage – wäre jetzt 100 geworden

Seine Methode überdauert

HEYEN. Kommenden Sonntag hätte er seinen 100. Geburtstag feiern können. Willy Penzel, der Begründer der Akupunkt-Massage nach Penzel (APM), wurde am 14. Oktober 1918 in Wattenscheid geboren. Seinen beruflichen Weg in die Medizin fand er erst spät und durch einen familiären Schicksalsschlag. Seine Lehre wird noch heute in Heyen unterrichtet.

veröffentlicht am 10.10.2018 um 17:39 Uhr

Am Penzel-Institut in Heyen wird noch heute unterrichtet und die APM-Methode angewandt. Foto: wfx
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Nachdem bei Penzels Frau Irmgard Mitte der 50er-Jahre eine schwere Lebererkrankung diagnostiziert wurde und die Ärzte ihr wenig Hoffnung auf Heilung machten, begann Penzel selbst zu recherchieren. Ob nun Zufall oder Schicksal – Penzel fiel eine Zeitschrift über Organbeeinflussung durch Massage in die Hände und er beschäftigte sich mit einem Buch von Joachim Puttkammer über die reflextherapeutischen Beeinflussung der inneren Organe. Penzel probierte die beschriebenen Massagen bei seiner Frau aus und Besserung setzte – auch zum Erstaunen der Ärzte – ein.

Bei Penzel war fortan die Neugierde geweckt. Er vertiefte sein Wissen, wurde aber vonseiten der Ärzteschaft argwöhnisch betrachtet. Also absolvierte er eine Ausbildung zum Masseur und medizinischen Bademeister um am Menschen praktizieren zu dürfen. Seine staatliche Prüfung legte er im Alter von 39 Jahren ab.

Penzel teilte sein Wissen mit Kollegen und gab ab 1968 die ersten Fortbildungen, später mehrtägige Kurse. In Bad Pyrmont, wo die Familie seinerzeit lebte und arbeitete, unterrichtete Penzel bei sich Zuhause – im Wohnzimmer Theorie, auf dem Ehebett wurde praktisch geübt. Seinem Arbeitgeber missfiel allerdings, dass Penzel seine Lehren an Kollegen weitergab und Patienten mit Methoden behandelte, die aus damaliger Sicht ärztlich nicht akzeptiert werden konnten. Daraus folgte, dass Penzel 1971 sein eigenes Lehrinstitut gründete.

Willy Penzel weihte 1983 die schiefergedeckte Pyramide in Heyen ein, die noch heute steht. Foto: Archiv
  • Willy Penzel weihte 1983 die schiefergedeckte Pyramide in Heyen ein, die noch heute steht. Foto: Archiv

In den Jahren 1975 bis 1983 erschienen die drei Hauptwerke von Willy Penzel, Akupunkt-Massage nach Penzel Band 1, 2 und 3. Am 15. Oktober 1983, einen Tag nach seinem 65. Geburtstag, konnte Willy Penzel die Pyramide in Heyen einweihen. Hier sollten Penzels Schüler seine Methoden in Ruhe studieren können.

Günter Köhls hat die APM seines Lehrmeisters Penzel in die Welt getragen und eine Marke daraus gemacht.

Andreas Mühle, Amtierender Vorsitzender des APM-Therapeutenverbandes

Die Akupunkt-Massage nach Penzel hat sich mittlerweile in Deutschland, Österreich und der Schweiz als anerkannte Methode durchgesetzt. Darüber hinaus gibt es Lizenz-Zweigschulen in mehrern anderen Ländern auf der Welt. In den vergangenen Jahren hat die Europäische Penzel Akademie – so heißt die Schule seit 2007 – mehr als 65 000 Schüler in 50 Jahren in der APM unterrichtet.

Willy Penzel starb am 13. April 1985 mit 66 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Als seinen Nachfolger hatte er Günter Köhls ausgewählt. „Willy Penzel hat die Vorstellung entwickelt, wie eine Verbindung zwischen westlicher und chinesischer Medizin den Anspruch der Gesellschaft auf umfassende medizinische Versorgung erfüllen kann. Günter Köhls hat die APM seines Lehrmeisters Penzel in die Welt getragen und eine Marke daraus gemacht“, fasst Andreas Mühle, der amtierende Vorsitzende des Internationalen APM-Therapeutenverbandes, zusammen. In dieser Funktion hat Mühle die Nachfolge von Köhls angetreten, der seit 1985 Verbandsvorsitzender war. Seit 1999 war Köhls Inhaber des APM-Gesundheitszentrums in Heyen, am 23. Oktober verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit.

„Wir wollen das Vermächtnis nicht nur erhalten, sondern im Sinne beider – Penzel und Köhls weiterführen“, sagt Mühle. Darin stimmt auch Köhls Ehefrau und Inhaberin der Penzel-Akademie, Karin Köhls, überein: „Ich bin froh, dass alles so reibungslos weitergeht und ich bin auch dankbar für ein tolles Team.“ Für die Zukunft sei die Penzel-Akademie gut aufgestellt, meint auch Geschäftsführer Matthias Wiemann. „Wir sind in der Lage, allem gerecht zu werden, was Günter Köhls uns mitgegeben hat.“

Die Akupunkt-Massage wird nicht nur am Menschen, sondern auch am Hund und Pferd unterrichtet. Neben der medizinischen Weiterbildung ist der Handel mit Produkten ein weiteres Standbein. So werden etwa über 100 000 Einheiten der APM-Creme pro Jahr umgesetzt.

Information

Die Akupunkt-Massage

Die Akupunkt-Massage nach Penzel (APM) beruht auf dem Wissen und den Wirkmechanismen der traditionellen chinesischen Medizin und der Akupunkturlehre. Demnach zirkuliert die Lebensenergie auf exakt vorgegebenen Bahnen, den Meridianen, durch den Körper. Kommt es zu Störungen dieses Energieflusses, fühlt sich der Mensch krank. Das Ziel der APM-Behandlung besteht konsequenterweise im Wiederherstellen eines freien Energieflusses. Die Behandlung erfolgt mithilfe eines Massagestäbchens, die Haut wird dabei nicht verletzt. Es steht auch nicht ein einzelner Akupunkturpunkt im Vordergrund, sondern der Mensch als Einheit. Die APM soll die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen und kann bei einer Vielzahl gesundheitlicher Störungen eingesetzt werden.



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