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Nochmals Raumluftmessung / Unterricht soll ab dem 26. April wieder normal laufen

Schulsanierung kostet viel Energie und Nerven

Bodenwerder (dy). „Wir haben durch diese ganzen Sanierungs- und Umzugsmaßnahmen schon so viele Unterrichtsstunden verloren, dass wir hinter unserem Stoff hinterherhinken“, sorgen sich die beiden Schülersprecher Desiree Abel (10.1) und Christopher Jesemann (10.2) um die Anfang Mai startenden Arbeiten für ihren und den ihrer Mitschüler angestrebten Schulabschluss.

veröffentlicht am 14.04.2010 um 17:23 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:21 Uhr

Die Zehntklässler Desiree Abel und Christopher Jesemann deuten a
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Seit vor fast einem Jahr Schädlingsbefall in dem Bereich der Hauptschule festgestellt wurde, hat sich der Alltag für Schüler und Lehrer gravierend verändert. Das Erdgeschoss mit Lehrerzimmer, Rektorenbüros und Sekretariat ist seit Monaten komplett geschlossen, und im Obergeschoss sind zehn Klassenräume für den Unterricht gesperrt. Provisorische Arbeitsbereiche stehen nicht nur den Schülern, sondern auch den Lehrern zur Verfügung. Von „Ruhe“ kann dabei nicht gesprochen werden, denn jeglicher Schallschutz ist nicht mehr vorhanden. Schüler müssen nach den Pausen oft erst einmal lange Wege auf sich nehmen, um einen Klassenraum aufzusuchen, der häufig erst kurzfristig bekanntgegeben wird – und auch die Lehrer sieht man somit suchend in den Gängen stehen.

„Deutsch, Mathe und Englisch finden für viele Klassen in den Fachräumen statt“, so die beiden Zehntklässler und erläutern, dass zwischen Chemie- oder Biologie-Unterrichtsmaterialien Mathe gepaukt werden muss. Die Geruchs- und Lärmbelästigung empfindet die 16-jährige Desiree als äußerst unangenehm. „Diese Situation kostet so viel Kraft und Energie, die wir eigentlich zum Lernen brauchen“, so die Schülersprecherin. Sie, wie auch Christopher meint, es könnten wesentlich mehr Handwerker regelmäßig in den Räumen arbeiten. Nach ihren Beobachtungen würden an manchen Tagen gar keine Handwerker da sein, oder erst sehr spät kommen. „Von mit Hochdruck arbeiten kann hier keine Rede sein“, sind sich die beiden einig. Und warum die Deckenplatten schon in den Fluren und Zimmern teilweise abgerissen sind, ohne dass sofort neue eingesetzt werden, ist den beiden auch schleierhaft. „Der Staub fliegt überall hin.“

„Wir haben seit Monaten keinen Anfraß der ausgelegten Giftköder mehr festgestellt“, erklärt Hermann Schütte, Leiter des Kreisschulamtes, auf Nachfrage. Mit der Deckensanierung im Klassenraumtrakt der Hauptschule im ersten Obergeschoss wurde laut Schütte am 22. März begonnen. Es werden rund 2600 Quadratmeter Schallschutzdämmung in die Decken eingebracht. 700 Quadratmeter neue Deckenplatten werden gegen beschädigte oder verunreinigte Platten ausgetauscht. Da die Deckenplatten speziell angefertigt werden müssen – sie sind katalogmäßig nicht mehr zu beziehen – nimmt dieses mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant war. Außerdem sei auch das Reinigen von Leisten, die von Silikonresten befreit werden müssen, sehr zeitaufwendig, erläutert Schütte einen weiteren Punkt für die Verzögerungen. Immer wieder wurde der Termin der Fertigstellung verschoben, zuletzt sollte alles in den Osterferien abgeschlossen sein. Derzeit geht Hermann Schütte davon aus, dass ab dem 26. April die Räume wieder für den Unterricht zur Verfügung stehen. Die Sanierungsarbeiten an den Deckensystemen sollen laut Aussage der Fachfirma in dieser Woche abgeschlossen sein. Anfang der nächsten Woche werden die Räume dann zweimal gründlich gereinigt. Nach dieser Grundreinigung wird noch einmal eine Raumluftmessung durch den TÜV-Nord vom 22. bis 23. April stattfinden. „Das ist lediglich eine Messung aus Gründen der Vorsorge. Ich gehe davon aus, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden“, so der Leiter des Kreisschulamtes. Bei einem entsprechenden Messergebnis kann dann unverzüglich der Unterricht in den sanierten Klassenräumen wieder aufgenommen werden. Schüler, Lehrer und alle weiteren Bediensteten im Schulzentrum Bodenwerder hoffen nun, dass dieser genannte Termin der endgültige ist, endlich wieder Ruhe einkehrt und der Schulalltag normal laufen kann.

Andre Hanus von der Firma Zurmöhle aus Holzminden reißt die Deck
  • Andre Hanus von der Firma Zurmöhle aus Holzminden reißt die Deckenplatten in den Klassenzimmern ab. Fotos: dy
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Mit der Ruhe ist es seit Monaten im Schulzentrum vorbei...

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