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Nur Schnee wünscht sich heute keiner

Schicht zum Fest: Alles eine Frage der Koordination

Bodenwerder. Im Idealfall gibt es heute weiße Weihnachten. Das jedenfalls wünschen sich die meisten Menschen, auch in Bodenwerder.

veröffentlicht am 23.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 21:21 Uhr

Die Polizisten Rüdiger Kleinert (links) und Henning Dörries halt

Autor:

Inken Philippi
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„Für uns wäre ein plötzlicher Wintereinbruch allerdings nicht gerade ein Glücksfall“, erklärt Henning Dörries in der örtlichen Polizeidienststelle und erntet zustimmendes Nicken von seinem Kollegen Rüdiger Kleinert. Denn mit plötzlich einsetzendem Schneefall und damit verbundener Glätte erhöht sich die Unfallgefahr. Die beiden 47 Jahre alten Oberkommissare gehören zu dem kleinen Kreis von Menschen, die heute Dienst schieben müssen.

Seit 20 Jahren sind sie im Staatsdienst, und die Schichtarbeit gehört dazu. Ihre Familien haben sich darauf eingerichtet. Je nach Alter der Kinder und Schicht ziehen sie die Bescherung vor oder verschieben sie auf spätere Stunde. „Der Heiligabend ist im Regelfall auch kein überdurchschnittlich dramatischer Diensttag“, sagt Dörries. Nur am späteren Abend komme es häufiger zu Familienstreitigkeiten. Von Besinnlichkeit also keine Spur, und „ansonsten ist es einfach eine Schicht wie jede andere“, meint Kleinert.

Auch Beate Kalitzke hat heute Dienst. Die Pflegeassistentin versorgt in einem Altenpflegeheim auch am Heiligen Abend wie gewohnt die Bewohner. Die Mutter von zwei Kindern wird den Tag im Vorfeld organisieren und zur Bescherung zu Hause sein, „denn mein Dienst endet nachmittags, und da schaffe ich es noch rechtzeitig unter den Baum“, erklärt die 38 Jahre alte Frau lächelnd.

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Das Heim selbst ist festlich dekoriert, trotzdem wird sich der Dienst heute kaum von den anderen unterscheiden. Manche Bewohner verbringen die Feiertage bei Verwandten, die Bescherung hat bereits im Rahmen der Weihnachtsfeier stattgefunden.

Stressiger werden die Weihnachtstage für Stephan und Karl-Jörg Mittendorf. Für die 33 und 34 Jahre alten Brüder, die das familieneigene Gasthaus in Buchhagen leiten, laufen in diesen Tagen die Vorbereitungen für den Weihnachtsball auf Hochtouren. Und wider Erwarten feiert Familie trotzdem einen beschaulichen Heiligabend. „Der Abend ist uns tatsächlich heilig“, erklärt Betriebswirt Stephan lächelnd, das Gasthaus ist geschlossen, und „wir sitzen dann mit der ganzen Familie hier und verleben wirklich ein ruhiges Fest“. Bruder und Koch Karl-Jörg brät Rumpsteak für alle, und die Familie trinkt das eine oder andere Gläschen Rotwein. Die Ruhe vor dem Sturm, bevor morgen eine 24-Stunden-Schicht für alle beginnt. Auch für Jannine Meinzenbach sind die Nächte rund ums Fest lang. Die 23 Jahre alte Taxifahrerin ist heute und morgen spätabends im Einsatz. Als Mutter eines Kindes hat sie sich gut vorbereitet, ihr Mann hütet es nach vorgezogener Bescherung zu

Hause, während Jannine die Menschen durch die Nacht chauffiert. Bei der Frage, ob die Fahrgäste heute besonders großzügig seien, antwortet die junge Frau lachend: „Ja, klar!“ „Deshalb ist die Weihnachtsschicht bei uns auch gar nicht so unbeliebt. Außerdem sind die Leute irgendwie herzlicher als sonst.“

Übermorgen, am 26. Dezember, ist für alle dann der große Einsatz vorbei. Familie Mittendorf gönnt sich eine Auszeit im eigenen Gasthaus und beobachtet in vertrauter Runde die Spätabholer der stehen gebliebenen Autos. Kleiner und verdienter Spaß für eben die, die für das Gelingen des Vorabends so hart gearbeitet haben.

Gefragt, was sie sich nicht wünschen, sind sich alle einig: Niemand will Schnee während der Festtage, „jedenfalls nicht in der eigenen Schicht“.

Karl-Jörg (links) und Stephan Mittendorf bereiten heute im Gasthaus den Weihnachtsball vor: „Der Heiligabend ist uns tatsächlich heilig.“ Jannine Meinzenbach chauffiert heute in ihrem Taxi Fahrgäste durch die Nacht: „Heute sind die Leute irgendwie herzlicher als sonst.“

Beate Kalitzke arbeitet heute im Altenpflegeheim: „Mein Dienst endet nachmittags, und da schaffe ich es noch rechtzeitig unter den Baum.“

Fotos: phi



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