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Historiker Klaus Kieckbusch beschreibt Ursprünge der alten Lateinschule am Kloster Amelungsborn

„Sahnehäubchen ist die Idee der Fürsorge“

Bevern/Amelungsborn (nig). Gedacht war es anfangs als „kleiner Aufsatz zu Schulgeschichte im Holzmindener Jahrbuch“, dann sollte es eine „kleine Broschüre“ werden, und nun ist es ein ausgewachsenes Buch geworden: Mehr als zwei Jahre lang hat sich der Autor und Historiker Klaus Kieckbusch mit den Ursprüngen der alten Lateinschule am Kloster Amelungsborn beschäftigt, die 1760 nach Holzminden verlegt wurde und als Vorläufer des heutigen Campe-Gymnasiums gilt.

veröffentlicht am 06.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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„Immense Arbeit auf sich genommen“

Im Ockersaal des Schlosses Bevern stellt er nun sein Werk öffentlich vor, das unter dem Titel „Von der Lateinschule im Kloster Amelungsborn seit 1569“ im Buchhandel erhältlich ist.

In dem Buch, das in einer Startauflage von 800 Exemplaren erscheint, taucht Kieckbusch tief in die Vergangenheit ein, blickt mehr als 440 Jahre zurück, als 1569 Abt Andreas Steinhauer im Kloster Amelungsborn eine Lateinschule einrichtet. Dies ist eine Folge der damaligen neuen Braunschweigisch-Wolfenbüttelischen Kirchen- und Klosterordnung, initiiert von Herzog Julius. „Im heutigen Jargon würde man wohl von einem groß angelegten Bildungsprogramm sprechen“, formuliert es Marlies Grebe, die als Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins die einführenden Worte zur Buchpräsentation spricht.

In Amelungsborn, so beschreibt es Kieckbusch in seinem Werk, entsteht die Lateinstufe – eine erste Stufe einer insgesamt dreistufigen höheren Ausbildung für den Kirchen- und Landesdienst. „Sahnehäubchen obendrauf ist die Idee der Fürsorge für mittellose Familien, denn neben der Ausbildung sollte freie Unterkunft und Kleidung für die Schüler gewährt werden“, fasst Grebe die Geschichte zusammen, die Kieckbusch in seinem Werk detailliert anhand historischer Aufzeichnungen belegt.

Die Schule schlägt sich tapfer durch schwierige Zeiten, bis 200 Jahre später eine einschneidende Wendung eintritt: Die Lateinschule wird nach Holzminden verlegt, 1760 zieht sie in den Mansbergschen Adelshof an der Weser. „Etliche später überregionale bekannte Schüler und Lehrer tragen den guten Ruf der Schule in die Welt“, erläutert Kieckbusch, der einen Bogen schlägt über verschiedene bauliche Stationen und Umzüge bis hin zum heutigen Campe-Gymnasium.

Als vollständige Chronologie bis zum Campe-Gymnasium versteht Kieckbusch sein Werk, das er in vier Teile gegliedert hat, allerdings nicht. So sehr sich der Autor auch vielen historischen Details widmet, Namen nennt und die Darstellung eines Schüleraufruhrs im Jahr 1783 integriert hat, so direkt beendet Kieckbusch dennoch seine geschichtliche Abhandlung kurz nach diesem Ereignis. „Eine weitere Schulgeschichte müsste so um 1800 einsetzen“, sagt der Historiker im Schloss und fügt schmunzelt hinzu: „Aber das mache nicht mehr ich.“

Dieses Buch zu veröffentlichen, sei nicht nur wegen des aufwendigen Quellenstudiums ein schwieriges Unterfangen gewesen, erinnert Marlies Grebe daran, dass es anfangs an der finanziellen Unterstützung gefehlt habe. Einen Dank kann Marlies Grebe aussprechen an die Vereinigung der ehemaligen Lehrer und Schüler des Campe-Gymnasiums, dem Abt und Konvent des Klosters Amelungsborn, der Kulturstiftung des Landkreises und nicht zuletzt dem Verlag Jörg Mitzkat. Und natürlich gilt ihr großer Dank dem Autor Klaus Kieckbusch, „der die immense Arbeit auf sich genommen und alle Widerstände überwunden hat, damit das Campe-Gymnasium seine Gründungsgeschichte nun zweifelsfrei nachlesen kann.“

Freude bei der Buchpräsentation bei Dr. Christian Leiber, Marlies Grebe und Autor Klaus Kiekbusch (von links).

Fotos: nig



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