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Wirtschaftsdelegation zu Besuch in der Münchhausenstadt / „Bin mit dem Austausch zufrieden“

Russen knüpfen Kontakte nach Bodenwerder

Bodenwerder (ul). Eine achtköpfige Wirtschaftsdelegation aus der Republik Tschuwaschien, 600 Kilometer südöstlich von Moskau, hat den Messebesuch in Hannover für einen Abstecher in die Münchhausenstadt genutzt. Den Kontakt hatte Konstantin Bögel über Sergej Federov, den Gründer eines Münchhausenclubs in Tscheboksary, der Hauptstadt der russischen Republik, aufgebaut. Über die Kontakte des Münchhausenclubs kam der stellvertretende Ministerpräsident der Repu-blik und Minister für Industrie und Energie, Jury Voloshin, zum Empfang ins Rathaus von Bodenwerder. Die Gäste kamen nicht mit leeren Händen, überreichten Trachtenpüppchen an Samtgemeindebürgermeister Ernst-August Wolf und seinen Stellvertreter Friedrich-Wilhelm Schmidt. „Kommen sie in unsere Hauptstadt Tscheboksary, und sie werden staunen, wie hübsch unsere Frauen dort sind“, sagte Igor V. Kustarin, der Präsident der Industrie- und Handelskammer der Republik Tschuwaschien, schmunzelnd. Natalia Kustarina, Leiterin eines 1000 Mitarbeiter starken Produktionsunternehmens für handwerkliche Souvenirs, lächelte als Ehefrau mild über die Anspielung, ebenso wie Olga Ivannikova, seine Mitarbeiterin in der IHK, zuständig für Auslandsgeschäfte.

veröffentlicht am 23.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:21 Uhr

Trachtenpuppen erhalten die Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schm
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Unternehmer kommen nicht zum Vergnügen

Doch die Unternehmer sind nicht zum Vergnügen auf Messetour in Europa, sie wollen Wirtschaftskontakte knüpfen. So schaute sich Spezialtransportunternehmer Lubov G. Makeeva die Biogas- und Kläranlage als umwelt-schonenden Bestandteil der Lederfertigung in Hehlen an.

Vom Deutschen ins Russische und umgekehrt übersetzte Konstantin Bögel auch die Erläuterung von Museumsleiter Werner Koch und Helmut Kühn, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Münchhausen Gutshof. Ihr Netzwerk für wirtschaftliche und touristische Beziehungen knüpfte die Delegation im Hotel Deutsches Haus auch mit Bad Pyrmonts Kurdirektor Heinz-Hermann Blome, Björn Meier vom Tourismusbüro Bodenwerder und Dr. Jutta Klüber-Süßler aus der Stabsstelle Strategische Planung Wirtschaft vom Landkreis Holzminden.

Ein Werbefilm zeigte das Wirtschaftspotenzial des modernen Industriestandortes Tscheboksary mit Schwerindustrie bis hin zur Elektro- und Flugzeugtechnik. Dort produziert der weltweit drittgrößte Hersteller von Fahrzeugen für den Bergbau.

Kurdirektor Blome: „Es gibt Premium-Kunden in Russland, denen wir in der Kurstadt eine medizinische Behandlung anbieten wollen, an denen haben wir ein wirtschaftliches Interesse.“ Diese Kunden könnten aber erst in Bad Pyrmont behandelt werden, wenn sie ein langwieriges Genehmigungsverfahren zur Ausreise mit medizinischem Gutachten, Reiserücktrittsversicherung sowie einer Bestätigung der vollen Vorauszahlung sämtlicher Kosten der deutschen Botschaft in Moskau eingereicht hätten. „Wir machen uns aber für diese Kunden stark, die Verwaltungsauflagen zu lockern“, sagte Blome weiter. Er sucht Kontakte zu zahlungskräftigen Kunden, die sich eine Behandlung mit Kosten im fünfstelligen Eurobereich leisten können, deren Partner in einem Hotel übernachten und die – sobald der Patient genesen ist – mit historisch-kulturellem Interesse auch Kaufkraft in die Altstädte Bodenwerders und Hamelns tragen.

Pakete mit unterschiedlichen touristischen Angeboten und Sehenswürdigkeiten will Bögel der künftigen Kundschaft noch vor ihrer Ausreise erstellen und zur Buchung anbieten. Sowohl Bögel als auch Blome als Vorsitzender des Heilbäderverbandes Niedersachsens sind daran interessiert, die Probleme bei der Visavergabe für diese Premiumkunden über ein Netzwerk von Medizinern und engen Kontakten zu russischen Vertrauenspersonen zu erleichtern.

Konstantin Bögel meint: „Ich bin sehr zufrieden, dass der Austausch stattgefunden hat.“ Er bedankte sich bei den Beteiligten für ihr Interesse und hofft, dass „wir gemeinsam die Kontakte zum beiderseitigen Vorteil intensivieren können.“

Am Münchhausenbrunnen versammelt sich die russische Wirtschaftsdelegation für ein Erinnerungsfoto mit den Bürgermeistern von Bodenwerder, Übersetzer Konstantin Bögel (vorn Mitte) und Dr. Jutta Klüber-Süßler vom Kreis Holzminden (rechts).

Fotos: ul



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