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Wie Deborah Emrath einen Roman schreibt

Regionalkrimi in Arbeit: Bodenwerder als Ort des Verbrechens

BODENWERDER. Deborah Emrath ist Autorin. Sie schreibt Kurzgeschichten. In der Gattung „Roman“ entsteht gerade ihr Erstlingswerk, ein Regionalkrimi, der in Bodenwerder angesiedelt ist, der Stadt, in der die im Untertaunus geborene 40-Jährige seit Ende 2004 mit Ehemann Michael Schulze und zwei Birmakatern lebt.

veröffentlicht am 26.07.2017 um 19:10 Uhr

Deborah Emrath skizziert auf einem Flipchart ihren Romanaufbau, visualisiert ihn dann bis ins kleinste Detail. Foto: amg
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Autor

Alda Maria Grüter Reporterin
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Am Anfang steht die Idee und dann, wenn der Plot steht: „Dann setze ich mich hin und schreibe los“, sagt Deborah Emrath. „Ich weiß ja bereits, welche Handlung ich dem Roman zugrunde gelegt habe, kenne die Figuren und alles, was in der Geschichte passieren soll. Und schreibe daher nicht in chronologischer Reihenfolge von der ersten bis zur letzten Seite des Buchs, sondern einzelne Szenen, kreuz und quer.“

Wenn sie sich zum Schreiben an den PC setze, dann fließe irgendwie alles einfach heraus, sagt die Schriftstellerin. Manchmal vergesse sie ganz die Zeit, sie arbeite stets konzentriert am Stück, mehrere Stunden täglich. Deborah Emrath lacht: Es könne schon mal passieren, dass ihre Krimi-Figuren sich quasi verselbstständigen, plötzlich nicht so sind, wie sie sie eigentlich entworfen habe, dass sie Dinge, die nicht eingeplant waren, tun oder sagen oder eben nicht tun oder nicht sagen. Der Weg von der Idee bis zum fertigen Roman ist nicht gerade und er ist lang – einfach losschreiben, ohne Plan A oder B geht also nicht. Kreativität braucht ein Konzept. Und das hat Deborah Emrath auf dem Flipchart skizziert. Hinter ihrem Schreibtisch steht die großformatige Tafel, die Blatt für Blatt den Romanaufbau bis ins kleinste Detail visualisiert. Auch die Ergebnisse der umfangreichen Vorarbeit hat sie auf Papier festgehalten: „Es ist sehr viel Recherche erforderlich.“ Unter anderem habe sie sich bei der Pressestelle der Polizei über interne Strukturen und Arbeitsabläufe informiert, Informationen von Medizinern eingeholt und sich außerdem schlaugemacht über Großbritannien, die Mentalität der Menschen und über alles, was als „very british“ betrachtet werde.

Denn: Ihr Krimi (Arbeitstitel „Münchhausenwut“) spielt zwar in Bodenwerder, doch es gibt einen Bezug zu Großbritannien. Die Protagonistin Emma, Fachkommissariat 1 und Leiterin der Mordermittlung, ist verheiratet mit Polizeihauptkommissar Andreas Stanford, Sohn einer Deutschen und eines britischen Verbindungsoffiziers aus Hameln, bis 2014 bekanntlich Standort britischer Streitkräfte. Die Inspirationen für die fiktive Handlung und die fiktiven Roman-Charaktere zieht sie aus realen Hintergründen. Apropos „very british“: „Ich liebe trockenen Humor“, sagt Deborah Emrath. Ihre Kurzgeschichten stecken voll davon (zwei liest sie im Garten Pristin in Barsinghausen am 30. Juli). Lesen konnte sie selbst schon als Dreijährige. Und gern geschrieben habe sie schon immer, erinnert sich Deborah Emrath. Kleine, nicht veröffentlichte Geschichten, die sie Familienangehörigen gewidmet habe, wie die vom Kater Sammy in Schnurrien, dem Land, wo die Katzen leben

Jahrelang aber sollte ihr Schreibtalent erst einmal dahin schlummern. Deborah Emrath schlug beruflich einen anderen Weg ein, wurde Diplom-Pädagogin, arbeitete in der Sonderpädagogik und in der Erwachsenenbildung. Als dann eine längere Krankheit sie zu einer Neuorientierung zwang, machte sie einen „Radikal-Cut“. Den festen Job und damit auch die finanzielle Sicherheit aufzugeben, das Risiko eines neuen beruflichen Anfangs als selbstständige Vollzeitschriftstellerin zu wagen, das sei ein mutiger Schritt gewesen, sagt Deborah Emrath. Aber definitiv die genau richtige Entscheidung: „Ich merkte, dass ich einfach das machen muss, was ich schon immer machen wollte: nämlich Schreiben.“

Durchaus wertvoll seien dabei die Kenntnisse, die sie in ihrem früheren Beruf gewonnen habe – ob nun negativer oder positiver Art: „Ohne die Erfahrungen beispielsweise im Umgang mit Menschen, würde ich sicher nicht so schreiben können, wie ich es tue.“ Den Emma-Stanford-Krimi will sie Anfang 2018 abschließen – und der sei wohl erst der Anfang: „Fortsetzungen sollen folgen“, verspricht die Bodenwerderaner Autorin.



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