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Kompetenzgruppe Tourismus diskutierte über Leader-Anträge / Gute Chancen auf Fördergelder

Region will einen sanften Tourismus anbieten

Bodenwerder (ul). „Wir wollen hier den sanften Tourismus anbieten, in einer Art und Weise, die uns nicht entfremdet“, hat Sitzungsleiter Herbert Bröckel vor Anwesenden der Kompetenzgruppe Tourismus betont, die im Hotel „Deutsches Haus“ in Bodenwerder tagte. Insgesamt gibt es vier Kompetenzgruppen für „Leader“ in der Voglerregion Weserbergland, wobei neben der Gruppe Tourismus die Gruppe Landwirtschaft und ländlicher Raum viele Fördergelder erzielt.

veröffentlicht am 04.02.2009 um 16:24 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:21 Uhr

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Die ursprünglich auch gebildeten Kompetenzgruppen Wirtschaft und Informationstechnik sowie Generationen und Mobilität werden laut Elvira Wollenburg, Mitglied der Geschäftsstelle der Lokalen Aktionsgruppe strategische Planungen Wirtschaft-Leader, andere Fördertöpfe und Stiftungen zur Mitfinanzierungen ihrer Projekte suchen müssen, das Regionalmanagement unterstütze sie dabei.

Elvira Wollenburg lobte den Arbeitskreis, der ohne professionelle Unterstützung des Regionalmanagements 160 000 Euro Fördergelder für 2007 gesichert hatte. Zehn Projekte seien 2008 bewilligt worden, mit einer Summe von 720 000 Euro.

Susanne Degener, Referentin für Kulturtourismus der Regierungsvertretung Hannover, will ihre Erfahrungen aus anderen Projekten in die Gruppe einfließen lassen. Sie plädiert dafür, „mit allen Sinnen eine Landschaft erspüren“ zu lassen, wie es „mit dem Schäfer- und Hütefest sowie dem Kirschblütenfest bereits erfolgreich geschieht“.

Blockhütten für

Jugendgruppen

Erfolgversprechend, als Leaderprojekt gefördert zu werden, wurde daher der Vorschlag von Bürgermeister Dirk Pommer aus Pegestorf bewertet. Seit 20 Jahren bietet der Ort einer Jugendgruppe den Platz an der Grillhütte und den Sportanlagen im Sommer zum Zelten an. Nun möchte die Gemeinde auf dem Grillhüttenplatz neun Blockhütten im Maß von 2,5 mal 3 Meter erstellen. Die Chancen stehen gut, für diese ergänzende touristische Infrastruktur Leader-Fördermittel zu erhalten.

Ein weiteres Projekt könnte eine einheitliche Beschilderung für Rad-, Wander-, Jogging- und Walkingwege sein. Kurt Hapke, Geschäftsführer vom Naturpark Solling-Vogler, befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem Tourismus-Verband Weserbergland. Und als weiteres Projekt stellte er „Rundwanderwege als Ergänzung zum Europäischen Wanderweg“ vor. Diese sollten an Wanderparkplätzen mit Infotafeln vorgestellt werden.

Harald Schwiete, Betreiber der Rodelbahn in Bodenwerder, schlug das Projekt „Hochseilgarten als Ergänzung zur Rodelbahn“ vor. An dem Projekt Melkhus soll mit der Landwirtschaftskammer und den neun Bewerbern weiter gearbeitet werden. Denkbar sei, Pausen-Stationen am Weser-Radweg zu errichten. Der Radweg R 1 wurde als Impuls für ein Leader Projekt im Weserbergland vorgestellt. Von Frankreich über Belgien, Nordrhein-Westfalen, das Weserbergland bis nach Petersburg verläuft der Weg.

Eine sogenannte Incomming Agentur für russische Touristen stellte Constantin Bögel vor. Seit sieben Jahren knüpft er Kontakte zwischen der Münchhausenstadt mit Moskau, St. Peterburg, Kaliningrad und Tscheboksary an der Wolga. Gegenseitige Besuche und Ausstellungen finden statt. Ebenso wie die Nachbarstadt Bad Pyrmont mit dem Verein „Fürstentreff“ russische Touristen im Visier hat, sieht Bögel kulturhistorisches Interesse an der Figur des Barons von Münchhausen bei seinen russischen Landsleuten. Für die Incomming Agentur jedoch Leader-Mittel zu erhalten, sieht Marlis Puls indessen nicht.

Die beiden

Förderperioden

Mit der Einrichtung der Draisinenstrecke in Kirchbrak und dem Radweg nach Eschershausen gelangte die Samtgemeinde Bodenwerder von 2000 bis 2006 in die erste EU-Förderperiode für die ländliche Entwicklung, die als Leader plus bezeichnet wurde. 1,9 Millionen Euro waren der Voglerregion im Weserbergland zugesagt, insgesamt erzielt wurden 2,5 Millionen Euro, die in gleicher Höhe öffentlich oder von privater Hand gegenfinanziert werden mussten. Auch die Vogler-DVD und die Kanu-Anleger in Bevern, Polle, Bodenwerder entstanden, ebenso die Solarfähre in Grave. Restauriert wurde das Altartryptichon in Grave, und gefördert wurde die Musicalinszenierung in Bodenwerder neben Wegebau und einer Holzhackschnitzelanlage. In der zweiten Förderperiode von 2007 bis 2013 sind der Voglerregion im Weserbergland 2 Millionen Euro EU-Fördermittel, nun als Leader bezeichnet, zugesagt, die zu 50 Prozent plus entstehender Mehrwertsteuer gegenfinanziert werden müssen. Damit wurden Buntglasfenster und Sandsteine im Kloster Amelungsborn restauriert, für Eschershausen und Stadtoldendorf gab’s Hochwasserkonzepte, auch der Vorplatz des Münchhausenmuseums wurde umgestaltet.ul

Seit Jahren gibt es einen regen kulturellen Austausch zwischen Bodenwerder und Russland. Bestrebungen gehen dahin, nun auch russische Touristen in die Münchhausenstadt zu locken.

Foto: bög



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