weather-image
30°
Auf dem Abstellgleis

Projekt Hotelzug steht vor dem Aus

BODENWERDER. Der Initiator des Hotelzugs auf der Weserbrücke hat den Weiterbau erst einmal gestoppt; wenn der Gebührenbescheid für den Tourismusbeitrag bei ihm im März ins Haus flattert, könnte endgültig Schluss sein mit dem Projekt – und mit den Draisinenfahrten.

veröffentlicht am 18.02.2018 um 18:46 Uhr

Hoch hinaus sollte es mit dem Hotelzug gehen. Jetzt steht das Projekt vor dem Aus. Auch die Draisinen von Betreiber Oliver Victor werden verkauft. Foto: Archiv / wfx
Karen Klages

Autor

Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Kommt der Tourismusbeitrag, dann würde ich zumachen. Das würde sich dann gar nicht mehr lohnen, das Geschäft ist so schon geschrumpft“, sagt Oliver Victor. Dabei beträgt der Tourismusbeitrag für ein Freizeitangebot, wie es Victor betreibt, lediglich 0,17998 Prozent seines Jahresumsatzes. Doch den hat er eh schon heruntergefahren, „wir fahren zwar weiterhin mit der Draisine, aber auf Sparflamme“. Seitdem der bis 2009 rückwirkende Steuerbescheid für Victors Draisinen-Unternehmen eingegangen ist und der Unternehmer 180 000 Euro an Steuern nachzahlen muss, habe er keinen Elan mehr.„Ich bin desillusioniert“, sagt der Geschäftsmann.

Es sei mit der Hälfte der Gäste, die seine Draisinenfahrten buchen, seit zwei Jahren überhaupt nicht mehr wie früher; das ganze Geld wieder reinzubekommen werde Jahre dauern. Die Situation sei heikel, auch für seinen Betrieb in Ratzeburg in Schleswig-Holstein. Das Projekt Hotelzug, den Victor eigentlich schon im Sommer 2015 auf der Weserbrücke eröffnen wollte, ruhe daher auf unbestimmte Zeit. Um sich aus der schwierigen Lage zu befreien, verkaufe er gerade Draisinen. „Damit wollen wir uns aus der Bredouille helfen“, so sein letztes Fünkchen Hoffnung. Doch die ist nicht besonders groß: „Der Schritt dahin, gar nichts mehr zu machen, ist nicht mehr groß“, gesteht Victor.

Er wünscht sich, dass die Touristiker in Bodenwerder alle an einen Tisch gebracht werden, damit sie den Eindruck bekommen, es tue sich etwas in der Münchhausenstadt. „Die Gewerbetreibenden haben alle deutlich zu leiden.“ Oliver Victor ganz besonders.

270_0900_82071_Kommentar_KK.jpg

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare