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Flotte Weser setzt auf Kooperation mit Bodenwerder / Manko: Radweg verläuft gegenüber der Stadt

Potenziale noch nicht ausgeschöpft

BODENWERDER. Die „Flotte Weser“ zieht Bilanz und sieht noch Potenzial bei der Fahrgastschifffahrt von Hameln nach Bodenwerder. Um das Angebot noch attraktiver zu gestalten, kooperiert das Unternehmen mit der Stadt Bodenwerder und der örtlichen Tourismus-Information. Besitzer der Münchhausen-Card fahren kostengünstiger, außerdem können sie Stadtführungen und Führungen durchs Münchhausenmuseum direkt bei der „Flotte Weser“ buchen.

veröffentlicht am 29.12.2017 um 17:51 Uhr

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Ernst August Wolf Reporter
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Zwischen Mai und Anfang Oktober verkehrt dreimal in der Woche ein Schiff der „Flotten Weser“ zwischen Hameln und dem Anleger in der Münchhausenstadt. „Außerdem viermal wöchentlich zwischen Bodenwerder und Polle. Das Schiff, das von Hameln heraufkommt, bietet an diesen Tagen jeweils eine kleine zweistündige Wesertour ab Bodenwerder an“, erklärt Sabine Meyer vom Anleger der „Flotten Weser“ in Hameln. Wie stark wird Bodenwerder im Tourismusprogramm der „Flotten Weser“ nachgefragt? Die Jahresbilanz sei „durchaus steigerungsfähig“, heißt es seitens des Unternehmens. Dabei liegen die Vorzüge des Anlaufpunkts Bodenwerder auch für Meyer unübersehbar auf der Hand: „Kleine schöne Innenstadt, reizvolle landschaftliche Lage, Gastronomie am Anleger.“ Allerdings sei die Auslastung der Schifffahrten nach Bodenwerder naturgemäß stark wetterabhängig. Meyer erklärt: „Die spontanen Gäste überwiegen die Vorbuchungen. In unserer Bilanz dominieren die Tagesausflügler mit und ohne Fahrrad, Familien und kleine Vereine.“

Ein Vergleich zu anderen Anlaufpunkten sei allerdings nur schwer zu ziehen, so Meyer, „aber Bodenwerder ist für die Flotte Weser einmal von Hameln aus wichtig, auch als Startpunkt für eine Schifffahrt durch die Rühler Schweiz. Die wird in Kombination Polle-Bodenwerder auch als Kaffeefahrt gerne von Reiseunternehmen gebucht.“

Verlängerte Öffnungszeiten der Geschäfte in der Innenstadt an den Samstagen wären mit Sicherheit auch für spontane Gäste attraktiv.

Sabine Meyer, Flotte Weser

Bei gleichbleibender Nachfrage in den vergangenen Jahren setzt die „Flotte Weser“ auf Kooperationen mit der Stadt Bodenwerder und der örtlichen Tourismus-Information. „Besitzer der Münchhausen-Card etwa fahren kostengünstiger, außerdem können Stadtführungen und Führungen durchs Münchhausenmuseum bei uns gebucht werden.“

Wichtigstes Verkaufsargument bleibt nach wie vor die Figur des Lügenbarons. Auf dessen Leben und Legenden wird bereits bei der Anfahrt an Bord ausführlich hingewiesen. Ein anderer Publikumsrenner ist das jährliche Lichterfest. „Das Münchhausenmusical rückt dagegen eher in den Hintergrund“, so Meyer.

Angesichts der stark wetterabhängigen und stagnierenden Fahrgastzahlen sieht man bei der „Flotten Weser“ zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten. „Verlängerte Öffnungszeiten der Geschäfte in der Innenstadt an den Samstagen wären mit Sicherheit auch für spontane Gäste attraktiv.“ Zudem könne eine mögliche Erhöhung des touristischen Angebotes – mit moderaten Preisen insbesondere für Stadtführungen – , Bodenwerder möglicherweise stärker in den Fokus der Reiseunternehmer rücken. „Attraktive Anlaufpunkte für die Katalogfahrten von Busunternehmern direkt in der Stadt fehlen möglicherweise“, vermutet Sabine Meyer darüberhinaus.

Ein nicht zu behebendes Manko sei, dass der Weserradweg auf der der Innenstadt gegenüberliegenden Weserseite verlaufe.

So fällt das Saison-Fazit der „Flotten Weser“ in Bezug auf den Anlegepunkt Bodenwerder eher unspektakulär aus. Sabine Meyer bilanziert: „Eine signifikante Steigerung der Nachfrage ist ebenso ablesbar wie ein Nachlassen des Interesses an der Destination Bodenwerder.“ Soll heißen, die Potenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft.

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