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Niederländische Studenten untersuchen Flussläufe / Besuch von Union Weserkies geplant

Polle wird unter die Lupe genommen

POLLE/MEIBORSSEN. Unter dem Motto „Mal weg vom Computer und raus ins Gelände“ werden 18 Studenten aus der rund 360 Kilometer entfernten niederländischen Stadt Utrecht in der Zeit zwischen dem 8. und 18. Mai unter anderem den Luftkurort Polle an der Weser anstreben.

veröffentlicht am 26.04.2017 um 16:22 Uhr

Der Luftkurort Polle ist Ziel einer niederländischen Studentengruppe, die mit ihrer Dozentin die weitestgehend naturbelassene Meanderlandschaft erforschen möchte. Foto: wal
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Allerdings unternehmen sie dabei keine Urlaubs- oder Erholungsreise, vielmehr handelt sich bei der Gruppe um Diplomanden des Instituts für Physische Geographie der Universität Utrecht, die unter der Leitung ihrer Professorin Dr. Friederike Wagner-Cremer eine Exkursion in und durch die norddeutsche Flusslandschaft unternehmen.

Es ist, wie die Professorin im Fachbereich Hydro-Geologie im Vorfeld des Studienaufenthalts im Gespräch mit der Dewezet erläutert, die erste Unternehmung der Niederländer, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Elbe-, Harz- und Wesergebiet hinsichtlich seiner Grundwassersysteme zu erkunden und dabei einen Vergleich der heutigen Situation mit der geologischen Geschichte herzustellen. „Für uns in den Niederlanden ist das insbesondere deshalb interessant“, so die Exkursionsleiterin, „weil wir erkennen mussten, dass die Eindämmung und Begradigung von Fließgewässern nicht nur beträchtliche Umweltschäden verursacht haben, sondern auch ein hohes Überschwemmungspotenzial bergen.“ In den Niederlanden laufen daher umfangreiche Projekte mit dem Ziel, die Flussläufe wieder in ihre ursprünglichen Bahnen zu lenken. Anhand norddeutscher Beispiele möchte man nun Erfahrungen sammeln, wie eine möglichst nachhaltige Renaturierung niederländischer Flussläufe zu erreichen ist.

Ein besonderes Augenmerk werde dabei auch der Weser im Bereich der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle sowie in der Region Holzminden-Höxter gelten, „nicht zuletzt, weil der Flusslauf dort eine naturbelassene Meanderlandschaft mit den dazugehörigen Überflutungsgebieten „aufweist“, führt Prof. Dr. Wagner-Cremer weiter aus. Deshalb ist auch ein Treffen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern des NABU im Kreis Holzminden geplant, die, wie die Utrechter Professorin ausdrücklich betont, auf diesem Gebiet „hervorragenden Arbeit geleistet haben und noch leisten“.

Aber auch mit der wirtschaftlichen Nutzung des Flusses und seiner Randgebiete, beispielsweise durch Sand- und Kiesabbau, werden sich die Studentinnen und Studenten aus dem Nachbarland intensiv befassen.

Unter anderem steht zu diesem Zweck ein Besuch von Union Weserkies auf dem Exkursionsplan, zumal da auch dieses Unternehmen sich intensiv der nachhaltigen Renaturierung ihrer Abbaugebiete widmet.

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