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Schnelles Breitband-Internet sorgt im Fachausschuss wegen blitzschneller Bauzeit für Irritationen

Politik fühlt sich überrumpelt

Bodenwerder.Schnelles Breitband-Internet wird immer wichtiger. Denn wer nicht schnell ist, ist schnell abgehängt. Das gilt nicht zuletzt auch für die heimischen Unternehmen. Und das sehen auch die Vertreter des Bau-und Umweltausschusses der Münchhausenstadt Bodenwerder so. Dass es nun aber plötzlich so schnell gehen muss mit dem Ausbau des Breitbands in Kemnade, Buchhagen und am Bismarkturm, davon fühlten sich die Vertreter aller Parteien im Fachausschuss bei ihrer jüngesten Sitzung im Deutschen Haus dann doch reichlich überrumpelt: Und so wollte die Politik nach über einstündiger Debatte nichts einfach unhinterfragt abnicken, was ihr ganz plötzlich von Bodenwerders Stadtverwaltung und der Abteilung für Kreisentwicklung und Regionalplanung beim Landkreis vorgelegt worden war.

veröffentlicht am 13.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:49 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Wie Kreis-Regionalplaner Michael Karwasz erklärte, stehen derzeit ausreichend Fördermittel für den Kreis zum Ausbau des Breitbandnetzes in noch unversorgten Regionen zur Verfügung. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 940 000 Euro für den Breitbandausbau bereitgestellt worden. Hiervon fördert die EU 470 000 Euro, der Landkreis trägt etwa 224 000 Euro und die Gemeinden 169 000 Euro. Die restlichen Investitionen werden von den Netzbetreibern getragen. So wurden bereits im Vorjahr schnellen Internetverbindungen im Kreis ausgebaut. Die Deutsche Telekom rüstete das Netz in Hehlen, in Delligsen und in zwei Bereichen in Holzminden auf. Die Sewikom GmbH aus Beverungen hat bereits im August 2014 den Ausschreibungs-Zuschlag für das Netz in Kemnade, in Buchhagen-Westerbrak-östliches Kirchbrak, in Heinsen, in Stadtoldendorf und in Lenne erhalten. Die Ausbauarbeiten sollten eigentlich bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Durch Verzögerungen in der Bewilligung der Fördermittel- Anträge kann sich der Ausbau nun aber in einigen Gebieten bis in dieses Frühjahr hinauszögern. Für die Einrichtung des schnellen Netzes in Bodenwerder, über deren Möglichkeit der Landkreis die Stadt Bodenwerder nach Auskunft des Bauamtsleiters Thomas Steffe auch erst am 18. Februar informierte, heißt das: Bereits bis Ende April müssen in der Münchhausenstadt vollendete Tatsachen geschaffen, bis Mitte Mai die Bau-Kosten abgerechnet sein, damit die Fördergelder nicht verfallen; das erklärte Kreis-Regionalplaner Michael Karwasz in der Ausschuss-Sitzung den überraschten weil über die Materie nun erstmals informierten Politikern.

Wie Kai-Timo Wilke, Geschäftsführer der den Bau ausführenden Firma Sewikom erklärte, soll das schnelle Internet nicht per Glasfaserkabel, sondern per Richtfunk-Verteiler und Kupferkabel geliefert werden. Hierfür sollen Funkmasten am Bismarkturm, an der Albert-Schweitzer-Straße, am Friedrich-Ebert-Ring, Hakenberg, Am Steinbrink und in Buchhagen aufgestellt werden. Da es sich bei letzteren vier Standorten um städtische Grundstücke handelt, sollte der Bau- und Umweltausschuss hierfür eine Empfehlung an den Verwaltungsausschuss geben.

Das jedoch, so versicherten Vertreter aller Ratsparteien, könnten sie in der Kürze der Zeit nicht sofort und mit gutem Gewissen tun. Hatten doch interessierte Bürger, die der Sitzung in ungewohnter Zahl beiwohnten und denen Ausschussvorsitzender Heinrich Schaper immer wieder Sprechzeit einräumte, massive Bedenken gegen eine Richtfunk-Lösung in ihren Wohngebieten geäußert. Was die Folge hatte, dass sich die Politik vor einer Empfehlung der Technik nun erst einmal Gutachten über die Gesundheitsverträglichkeit der Dauerfunk-Bestrahlung vorlegen lassen will. SPD-Ratherr Friedrich Dornette fühlte sich durch das ganze Vorgehen ohnehin „unter Druck gesetzt“ und meldete Beratungsbedarf in der Fraktion an. Gleiches forderte Friedrich-Wilhelm Schmidt für die CDU, nachdem sich sein Parteikollege Hartmut Schüler unter allgemeiner Zustimmung geweigert hatte, sofort eine Empfehlung abzugeben. Und die wurde dann vom gesamten Ausschuss abgelehnt. Nach Fraktionsberatungen soll eine Entscheidung über das Richtfunk-Breitband nun im Verwaltungsausschuss getroffen werden.

In Hehlens Ortsteilen wurden für die Breitband-Versorgung bereits Richtfunk-Strecken eingerichtet. bor

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