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Plakatwerbung sorgt für Ärger in der Stadt

Bodenwerder (ul). Ganzflächige Plakatwerbung an Schaufensterscheiben ist laut Werbesatzung der Stadt Bodenwerder unzulässig. Eine Nichtbeachtung dieser Bestimmung in der Großen Straße 49 rief jetzt das Bauamt der Stadt auf den Plan. Wolfgang Rux, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt, hat daher einen Versichertenberater schriftlich aufgefordert, die ganzflächige Plakatierung an der Schaufensterscheibe des ehemaligen Eiscafés Piccoli unverzüglich zu entfernen.

veröffentlicht am 02.11.2009 um 18:31 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

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Bodenwerder (ul). Ganzflächige Plakatwerbung an Schaufensterscheiben ist laut Werbesatzung der Stadt Bodenwerder unzulässig. Eine Nichtbeachtung dieser Bestimmung in der Großen Straße 49 rief jetzt das Bauamt der Stadt auf den Plan. Wolfgang Rux, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt, hat daher einen Versichertenberater schriftlich aufgefordert, die ganzflächige Plakatierung an der Schaufensterscheibe des ehemaligen Eiscafés Piccoli unverzüglich zu entfernen.
 Mieterin Yelda Ertürk, die froh darüber war, dass den Betrachtern von außen dadurch der Einblick auf ihren Abstellraum verborgen blieb, „kann das nicht verstehen“. Sie habe die Räume gemietet, da könne sie doch entscheiden, was dort an der Fensterscheibe hängt. Das sieht die Werbesatzung der Stadt Bodenwerder von 1992 anders, wie Rux der Mieterin mitteilte
 In ihrem Anschreiben beruft sich die Stadt auf die Werbesatzung von 1992. Darin ist für das Gebiet der Altstadt im Detail festgelegt, was erlaubt ist an Außenwerbung, Marquisen und Vordächern, „um die historische Bausubstanz auf den Betrachter möglichst unverfälscht und ungestört einwirken zu lassen“. Denn,so heißt es, „dient die Beschränkung der Werbefläche und die Lenkung der Art der Werbung nicht nur dem Erhalt des Erscheinungsbildes der Altstadt, sondern auch der Attraktivität des Zentrums und damit den Interessen der Einzelhandelsbetriebe als Gesamtheit“. Die Werbesatzung „soll der Tendenz entgegenwirken, die Konkurrenz der Geschäfte untereinander durch immer größere und auffälligere Werbeanlagen auszutragen“.
 Die Werbesatzung stammt aus einer Zeit, in der Schaufenster „grundsätzlich zur Ausstellung von Waren dienten und dadurch einen nicht unerheblichen Erlebniswert in der Innenstadt darstellten“. Die Satzung: „Der Blick durch die Fassadenöffnung in einen dahinter gelegenen räumlich gestalteten Ausstellungsbereich darf durch Plakatieren der Schaufenster nicht gestört werden. Ein Bekleben oder Anstrich der Schaufensterscheiben würde eine Ausweichmöglichkeit zur Vergrößerung der Werbeflächen darstellen und könnte zu einer visuellen Verödung des Straßenraumes führen.“
 Die Satzung bezieht sich auf Schilder, Beschriftungen, Bemalungen, Lichtwerbung, Aushängekästen, Zettel- und Bogenanschläge. „Sondernutzungsgenehmigungen können beim Ordnungsamt beispielsweise für kurzfristiges Anbringen von Plakaten oder Bannern, wie der vom DRK für Blutspendeaktionen, erteilt werden“, sagt Rux.
  Dass die Werbeanlagen mit Firmen- und Branchenname nur an der Stätte der Leistung zulässig sind, versteht sich eigentlich von selbst. Trifft aber in diesem Fall besonders auf den Fall in der Großen Straße 49 zu. Denn die Rentenberatung findet nicht in den ehemaligen Piccoli-Räumen statt.
 Unzulässig sind generell: Werbeanlagen auf öffentlichen Grünflächen, im Bereich von privaten Gärten, außer im Zusammenhang mit dem Hauptgebäude. Auch bewegliche Werbeanlagen sind nicht geduldet. Ebenso wenig Werbeanlagen und Beleuchtungskörper, von denen eine Blendgefahr ausgeht. Darunter fallen auch Werbeanlagen mit stark reflektierenden Farben, erklärt Rux.
 Verboten ist Plakatwerbung auf und bis zehn Zentimeter hinter der Schaufensterscheibe und aufgeklebte Werbefolien sowie der Anstrich von Schaufensterscheiben.
 Zugelassen sind Veranstaltungsplakate bis zu einer Größe von 60 bis 85 Zentimetern sowie Aktionsplakate, die auf Jubiläen, Neueröffnung oder Schlussverkaufsaktionen hinweisen, sofern sie nur bis zu 20 Prozent der Schaufensterfläche verdecken und sofern sie nur höchstens für drei Wochen angebracht sind. Fahnen und Spannbänder sind nur bei Festen und Schlussverkäufen zulässig. Der Geltungsbereich erstreckt sich neben der Altstadt auch auf unbebaute Flächen der Grünanlage am Weserufer. Der einmalige Blick einer intakten Altstadtsilhouette soll erhalten bleiben. Auch im Hagen sind Werbeanlagen, die im Garten aufgestellt werden, unzulässig.

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