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Gebäude bleibt in Kirchenvorsitz

Pfarrhaus steht bald wieder zum Verkauf

BODENWERDER. Wie es scheint, ist das Pfarrhaus in Bodenwerder bald wieder auf dem Immobilienmarkt zu haben: Die Kunst und Kultur GmbH aus Potsdam hat ihre Pläne, in dem Gebäude ein Kunst- und Kulturzentrum einzurichten, ad acta gelegt, wie der Künstler Rudolf Draheim bestätigt: „Das ist vom Tisch.“

veröffentlicht am 12.09.2018 um 14:07 Uhr
aktualisiert am 12.09.2018 um 20:56 Uhr

Bald wieder auf dem Immobilienmarkt verfügbar: das Pfarrhaus in Bodenwerder. Foto: ms
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Für die Kirchengemeinde bedeutet dies, dass das Gebäude weiterhin in ihrem Besitz bleibt und ein neuer Käufer gefunden werden muss. Vorerst muss aber der Vertrag mit der Kunst und Kultur GmbH aufgehoben werden. Denn bereits im vergangenen Jahr war dieser Kaufvertrag unterschrieben worden, die Landeskirche hätte nur noch ihren Stempel aufsetzen müssen und das Gebäude hätte der Kunst und Kultur GmbH gehört. „Hätte“ ist in diesem Fall das entscheidende Wort, denn getan hat dies die Landeskirche nicht. Vielmehr habe es ihrerseits noch Vertragsergänzungen gegeben, wie Regine Koch, Leiterin des Kirchenamts Hameln-Holzminden, erklärt. Die Kommunikation darüber sei „unglücklich gelaufen“, die Kunst und Kultur GmbH kehrte dem Projekt den Rücken. Endgültig, wie nun feststeht, hatten doch Koch und auch Christiane Sahm, Vorsitzende des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde Bodenwerder-Kemnade, bis zuletzt noch Hoffnung, dass die Kunst und Kultur GmbH das Pfarrhaus kauft und mit Leben füllt. Auch Draheim bestätigt, dass man immer noch versucht habe, Möglichkeiten zu finden („wir waren über drei Jahre dran“), man habe mit der Kirchengemeinde immer sehr gut kooperiert. Die vertraglichen Schwierigkeiten und Verzögerungen scheinen dem potenziellen Käufer nun aber die Lust auf das Projekt genommen zu haben. „Leider“, sagt Draheim, der in Bodenwerder, dort, wo er groß geworden ist, gerne noch etwas bewirkt hätte. Doch letztlich habe ihm die Unterstützung gefehlt.

Auch Christiane Sahm bedauert, dass die Kunst- und Kulturmeile mit dem Museum in der Nachbarschaft und der Gertrudiskapelle nebenan nun doch nicht wie geplant realisiert werden kann. „Das Konzept war gut“, sagt sie. Das Scheitern auf den letzten Metern bedeutet nun, dass die Kirchengemeinde das Pfarrhaus vorerst behält. „Die laufenden Kosten bleiben“, sagt Sahm. Die Immobilie komplett selbst nutzen zu können, sei nicht denkbar. „Wir können es auf lange Sicht nicht halten.“ Es zu annoncieren und auf dem Markt anzubieten, kann die Kirchengemeinde derzeit noch nicht; „wir sind abhängig davon, was die Landeskirche jetzt beschließt“, so Sahm. Dass man das Haus im Winter komplett beheizen muss, darauf stellt sich die Kirchengemeinde bereits ein. Obwohl es laut Sahm durchaus noch andere Kaufinteressenten gebe.

Die Tafel, die bis zum Frühjahr im Anbau des Pfarrhauses untergebracht war und sich eine neue Bleibe suchen musste, „hätte nicht ausziehen müssen“, sagt Sahm nun rückblickend – wohl aber übergangsweise, da die Wand zur Gertrudiskapelle feucht war und eine Sanierung unumgänglich war.



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