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Marktplatz-„Posse“ zieht sich weiter hin / Hauke Fickert enthält sich

Patt beim Pflaster

BODENWERDER. Da gingen am Donnerstagabend im Verlauf der Ratssitzung Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Noch zu Beginn der Debatte über die künftige Gestaltung der Marktplatzfläche – hatten Vertreter sowohl der CDU/FDP-Gruppe als auch der SPD-Fraktion ihrer Hoffnung, ja, sogar ihrem festen Willen Ausdruck verliehen, dass es in dieser Angelegenheit nun endlich zu einem Abschluss kommen möge.

veröffentlicht am 22.06.2018 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 22.06.2018 um 19:40 Uhr

Die Zukunft der 300 Quadratmeter großen mit Kopfsteinpflaster ausgelegten Fläche am Marktplatz bleibt in der Schwebe. Foto: wfx
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Immerhin, hieß es, beschäftige die Gestaltungsfrage den Rat nun schon seit etwa sechs Jahren, was wiederum zur Folge habe, dass in Bodenwerders Bürgerschaft bereits von einer „Posse“ die Rede sei.

Es ging also noch einmal um die Frage, ob nun der innere Marktbereich, eine etwa 300 Quadratmeter mit Kopfsteinpflaster ausgelegte Fläche, durch Ausfüllen der Fugen mit Epoxidharz fußgängerfreundlicher und vor allem behindertengerechter werden oder aber – mit demselben Ziel – das Naturstein- gegen Betonsteinpflaster (Gehwegplatten) ausgetauscht werden solle. Laut Verwaltungsvorlage würden die Kosten dafür, je nach Art der Ausführung, zwischen knapp 20 000 und rund 24 000 Euro betragen.

Und tatsächlich kam es, nachdem die Befürworter der Verfugung (CDU/FDP-Gruppe) wie die des Austausches (SPD-Fraktion) noch einmal ihre jeweiligen Argumente vorgetragen hatten, zu einem Ratsbeschluss. Allerdings nicht zu einer endgültigen Entscheidung. Denn während die acht Mitglieder der SPD-Fraktion für ihren Austausch-Vorschlag stimmten, votierten ebenfalls acht der neun Mitglieder der CDU/FDP-Gruppe für die Verfugung mit Epoxidharz, während Hauke Fickert sich der Stimme enthielt.

Für Fred Burkert als stellvertretenden Verwaltungsleiter (Stadtdirektorin Tanya Warnecke konnte nicht an der Ratssitzung teilnehmen) blieb damit nur festzustellen, dass es nun zwar einen Ratsbeschluss gebe, es aufgrund der klassischen Pattsituation aber doch zu keiner abschließenden Entscheidung gekommen sei. Was jetzt bleibe, sei die Möglichkeit, die Angelegenheit mittels entsprechender Anträge aus den Fraktionen erneut einzubringen. Sie müsse dann jedoch den kompletten Beratungs- und Entscheidungsprozess erneut durchlaufen.

Allerdings könnten, wenn nicht wirklich zwingende Gründe für ein beschleunigtes Verfahren vorlägen, die neuen Anträge laut Rats-Geschäftsordnung frühestens nach Ablauf von sechs Monaten gestellt werden.

Weshalb der CDU/FDP-Ratsherr und stellvertretende Bürgermeister Hauke Fickert sich bei der besagten Abstimmung enthalten hatte, legte er im Anschluss an die Ratssitzung auf Nachfrage der Dewezet dar: „Ich bin ganz einfach strikt dagegen, dass wir Geld ausgeben, das wir nicht haben.“

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