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Rat spricht sich einstimmig für Teilnahme am nächsten Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus

Ottenstein will an alten Erfolg anknüpfen

Ottenstein. Gold!Fast 12 Jahre ist es mittlerweile her, seit der Flecken Ottenstein beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ triumphierte. Bis heute unvergessen ist die Jubelparty im Berliner ICC, bei der im Januar 2002 sage und schreibe 160 Ottensteiner ihre Goldmedaille in Empfang nahmen. „Nach 13 Jahren Pause wollen wir wieder an den Start gehen, beim nächsten Landeswettbewerb 2015 dabei sein“, gibt Bürgermeister Manfred Weiner die ehrgeizige Marschroute vor. Mittlerweile lautet das Motto „Unser Dorf hat Zukunft“, geht es inhaltlich um Standortbestimmung und mutig-entschlossenen Blicken nach vorn: Wie den Herausforderungen der demografischen Entwicklung begegnen? Wie eine nachhaltige Wirtschaftsstruktur entwickeln, die als Lebens- und Einkommensgrundlage der Dorfbevölkerung „funktioniert“? Es geht um die Einbindung des Dorfes in ein überörtlich abgestimmtes Konzept der Daseinsvorsorge, um Klimaschutz und Energiemanagement.

veröffentlicht am 11.12.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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„Das sind Themen, die wir gemeinsam im Rahmen anderer Projekte bereits aufgegriffen und teilweise bearbeitet haben“, erklärt CDU-Ratsherr Andreas Siegmann während der jüngsten Ratssitzung im „Schneiderhof“ in Lichtenhagen und nennt einige Stichworte: Leerstandskataster, das Projekt „Umbau statt Zuwachs“, das Modellvorhaben „LandZukunft“ mit geplanten Touristik-Vorhaben wie dem Wohnmobilpark oder der Seilrutsche und – ganz aktuell – die wissenschaftlich begleitete Befragung der Generation 50 plus zu ihren Ideen für ein seniorengerechtes Leben auf der Hochebene. „Lasst uns möglichst viele Bürger, besonders auch die jungen Leute, ansprechen, begeistern und auf dem Weg mitnehmen“, wirbt er am Ratstisch und vor großem Publikum für die erneute Teilnahme am Wettbewerb.

Speziell in Lichtenhagen kann Überzeugungsarbeit nicht schaden. „Mit Schrecken“, so drückt es Ralph Arndt-Stricker (Bündnis 90/Grüne) aus, erinnere man sich in Lichtenhagen an die Teilnahme am Kreis-Vorentscheid vor fünf Jahren. Die Kommission sei viel zu spät eingetroffen, schien an Ort und Bürger-Engagement auch nur wenig interessiert. „Das war demotivierend, wir haben uns veräppelt gefühlt.“ Allgemeiner Tenor damals: Da machen wir erstmals nicht mehr mit. Auch CDU-Ratsherr Heinrich Timmermann spricht von einer „enttäuschenden Bilanz“, rät aber zum Schlussstrich unter dem unerfreulichen Kapitel. Seine Frage in Richtung Bürgermeister: „Ist denn nun auch noch dieser Wettbewerb angesichts der Vielzahl von Programmen und Aktivitäten auch noch zu leisten?“ Die Hauptarbeit hätten schließlich der Bürgermeister und die Mitarbeiterin der Verwaltung zu leisen. „Wollen wir damit vielleicht noch ein Jahr warten?“, so sein Vorschlag.

Davon will Manfred Weiner nichts wissen. „Vielleicht war es ein Fehler, so lange Pause zu machen“, bemerkt er selbstkritisch. In der jüngsten Vergangenheit hat er hin und wieder öffentlich rückläufiges Bürger-Engagement und eine „gewisse Bequemlichkeit“ ausgemacht. Damit soll jetzt Schluss sein: Die Vielzahl der aktuellen Vorhaben böte „beste Voraussetzungen, um die Leute zum Mitmachen zu motivieren“, so seine Einschätzung. Und: „Wenn wir jetzt nichts bewegen, sind wir im Jahr 2025 noch 600 Leute“, zitiert er aktuelle Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung. Im Übrigen sei die Teilnahme auch ohne Sieg ein Gewinn – „weil nämlich alle sich beteiligenden Dörfer mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben“. Es gäbe eine breite Palette erfolgreiche Modelle, wie man sich als Dorf „von innen heraus“ gegen die Widrigkeiten der demografischen Entwicklung stellen könne. „Die Gelegenheit, von solchen Modellen zu erfahren und eventuell aus ihnen zu lernen, kann ein größerer Gewinn sein als eine Plakette an der Wand“, so sein Plädoyer. Die ersten elf Aktivisten sind überzeugt: Alle Ratsdamen und -herren stimmen mit „Ja“.

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Gewisse Unsicherheit herrscht in Ottenstein bei der Frage, in welcher Form den Vorgaben des vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium durchgeführten Wettbewerbs Rechnung getragen wird. Denn Grundlage für die Teilnahme am Landesvergleich ist die Nominierung über einen Landkreis – so hatte es das Team Weiner/Gellner Ende November aus der Infoveranstaltung zum Auftakt des 25. Landeswettbewerbs in Fuhlen „mitgenommen“. Ob man in Holzminden im Jahr 2014 einen Kreiswettbewerb ausloben wird, ist noch nicht entschieden, wie Pressesprecherin Marie-Luise Niegel auf Anfrage mitteilt. Sie verweist zudem auf die Ausschreibung, nach der „eine Kreisentscheidung zur Benennung der Teilnehmer notwendig“ sei. „Wie diese zustande kommt, ist nicht vorgeschrieben.“ Empfohlen werde die Durchführung eines Kreiswettbewerbes, wenn es mehrere Bewerber gäbe. „Uns ist von Bewerbungen nichts bekannt. Auch vom Interesse aus Ottenstein hatten wir noch nichts gehört.“

So titelte die Dewezet 2002, als Ottenstein Gold holte (links).

Preisverleihung 2002 in Berlin (v.l.): Die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast, Bürgermeister Manfred Weiner, Jan Hinrichs und Tanja Gellner (unten).



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