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Unterm grünen Rasen

Neues Urnengräberfeld auf dem Friedhof im Kälbertal

BODENWERDER. Der Frühling ist in Sicht und bald geht es nicht nur im Garten wieder los mit der Gartenarbeit, auch auf dem Friedhof im Kälbertal nimmt der Gärtner seine Arbeit wieder auf. Im letzten Jahr hat sich auf dem Friedhof einiges verändert, Büsche und Bäume wurden gestutzt und durch Neupflanzungen ergänzt. Zudem wurde ein neues Urnengräberfeld angelegt.

veröffentlicht am 03.04.2018 um 19:21 Uhr

Das neue Urnengräberfeld mit der gestifteten Magnolie. Foto: kb
Beißner

Autor

Karin Beißner Reporterin
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Die drei Zierkirschen an der Friedhofskapelle sind gut angewachsen und rechts neben dem Eingang ersetzt ein winterblühender Schneeball die braun gewordene Konifere. Eine gestiftete Magnolie wird ihre Blüten über einem neuen Rasenfeld für Urnenbestattungen entfalten, Daneben überragt eine große Tanne die Rasengräber. Hier, wie schon bei den vorigen, inzwischen belegten Rasengräberfeldern und auch im Rosenbeet und auf dem neuen Urnenrasenfeld werden die Namen der Bestatteten aus dem jeweiligen Kirchenjahr auf einem zentralen Gedenkstein vermerkt. Auf kleinen Schildern sind jeweils der Name und das Todesjahr zu lesen. Traditionell werden die Namensschilder für die Verstorbenen einmal im Jahr, zum Ewigkeitssonntag im November, auf den Stein montiert.

Urnen konnten bislang im Rahmen der sogenannten „pflegeleichten“ Bestattungsformen nur auf dem Rosenbeet beigesetzt werden. Jetzt ist das auch unter dem grünen Rasen möglich, denn auch dafür wurde ein neues Gräberfeld angelegt. „Der Trend geht zu den pflegeleichten Gräbern“, erklärt Christiane Sahm, Vorsitzende des Kirchenvorstandes, „für viele Menschen ist das einfach bequemer. Häufig sind die Angehörigen nicht mehr vor Ort und brauchen sich bei der halbanonymen Bestattung keine Sorge wegen der Grabpflege zu machen.“ Die Friedhofsgärtner übernehmen diese Aufgabe, sie halten den Rasen kurz und pflegen das Rosenbeet. Auch wenn die genaue Stelle an der der Verstorbene bestattet wurde nicht markiert ist, so weist auch hier das Namensschild am Stein auf das Grabfeld hin. Anonyme Bestattungen gibt es auf dem kirchlichen Friedhof nicht, denn in der Bibel heißt es: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ (Jes.47).

Wer sich eine halbanonyme Grabstelle aussucht, muss sich allerdings auch darüber klar sein, dass er anderen die Grabgestaltung – das Mähen des Rasens und das Bepflanzen des Rosenbeetes – überlassen muss und nichts selbst dazu beisteuern darf. Das fällt vielen Besuchern nicht leicht und oft wird zum Geburtstag des Toten oder zu besonderen Tagen doch schon einmal eine Vase mit Blumen oder eine Schale auf den Rasen gestellt. In der Zeit vom Ewigkeitssonntag bis etwa Ostern wird das stillschweigend geduldet und ein Auge zugedrückt, doch sobald die Zeit des Rasenmähens wieder näher rückt, muss der Rasen frei bleiben. Die Gärtner können nicht vor jedem Mähen alles wegräumen, das kostet Zeit, die sie brauchen, sich weiterhin auf die freundliche Gestaltung des Friedhofs zu konzentrieren. Dazu kommt noch, dass durch das Betreten, das Zustecken und Zustellen des Feldes viele Rosen geschädigt werden.

Langfristig soll auch der gepflasterte Weg von der Friedhofskapelle Richtung Sahlfeldstift verlängert werden und am Ende von einem Baum oder einer Baumgruppe begrenzt werden. Dort könnten dann in Zukunft auch Bestattungen unterm Baum möglich sein.

Die Kirchengemeinde hat viele positive Kommentare zur jetzigen Gestaltung des Friedhofs bekommen. „Ich freue mich, dass so viele Leute den Friedhof gerne mögen“, meint Christiane Sahm. „Wir legen aber auch großen Wert darauf, dass alles hell und freundlich ist und es keine dunklen unübersichtlichen Bereiche mehr gibt.Der Friedhof ist zu einem Park geworden, den viele Angehörige gerne besuchen und den auch die Bewohner des Sahlfeldstiftes durch einen direkten Zugang zum Spazierengehen nutzen.“



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