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Positives Zwischenfazit

Neuerungen in den Bergdörfern schon zu sehen

OTTENSTEIN. Bis auf den letzten Platz war der Saal im Gasthaus „Landherberge“ in Ottenstein besetzt, als es mal wieder um die Zukunft der Bergdörfer ging. Bürgermeister Manfred Weiner freute sich über das hohe Interesse der Bewohner aus Ottenstein, Lichtenhagen, Glesse, Vahlbruch und Meiborssen an der Informationsveranstaltung. Es war bereits die dritte öffentliche Informationsveranstaltung zur Entwicklung der Dorfregion „Ottensteiner Bergdörfer“.

veröffentlicht am 01.03.2018 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 19:50 Uhr

Die historische Dacheindeckung beim Nahversorger in Ottenstein wurde ersetzt. Diese Maßnahme konnte im Rahmen der Dorferneuerung finanziell gefördert werden. Foto: wfx
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Beim Thema Dorfentwicklung spielen Fördergelder eine wichtige Rolle. Nicht nur Bauvorhaben der Gemeinde werden gefördert – wie etwa das Ottensteiner Seniorenprojekt – auch Privatleute und Vereine können Anträge stellen. Anja Böttcher vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser referierte zunächst über förderfähige Projekte, Förderhöhen und -bedingungen. Wer bereits einen Förderantrag abgegeben hat, aber bisher noch keinen Bescheid bekommen, der müsse sich noch ein wenig weiter gedulden, sagt Böttcher. Dadurch, dass sich die Gelder aus Bundes- und Landesmitteln zusammensetzen würden und es erst Wahlen gab, wartet man im Amt noch auf die Freigabe der Mittel. Entsprechend hätten auch noch keine Anträge beschieden werden können.

Im Anschluss widmete sich Ingrid Heineking den ersten Erfolgen der Dorfentwicklungsplanung in den Ottensteiner Bergdörfern. Die Diplom-Geografin zeigte in ihrer Präsentation zahlreiche Vorher/Nachher-Beispiele von gelungenen oder noch im Bau befindlichen Projekten, die durch die Dorfentwicklung finanziell gefördert werden konnten. Bei den privaten Projekten ging Heineking unter anderem auf die Erneuerung eines Dielentores ein, zeigte die gelungene Sanierung einer Fachwerkfassade oder wies auf das neu gedeckte Dach des Nahversorgers in Ottenstein hin. Auch die derzeit im Bau befindliche Umnutzung des Gemeindehauses in Lichtenhagen zur Dorfbegegnungsstätte durch die Dorfgemeinschaft Lichtenhagen wird als (halb)öffentliches Projekt gefördert. Genauso die bereits fertige Fassaden-Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Vahlbruch.

Auch Vorhaben an Straßen, Wegen und dörflichen Plätzen können gefördert werden, so wie die Idee, den Heimatwinkel zur „Straße der Geschichte Vahlbruchs“ werden zu lassen mit Schaukästen und Sitzecke. Im Bereich der Freizeit- und Naherholungseinrichtungen ist die geplante Mountainbikestrecke zwischen Glesse und Ottenstein in der Antragstellung sowie die Sanierung des Freibades Lichtenhagen samt Aufwertung durch Sitzmöglichkeiten und Bewegungsangebote.

In ihrem Zwischenfazit hob Heineking hervor, dass in zwei Jahren 20 private Anträge und acht öffentliche gestellt wurden mit einem Fördervolumen in Höhe von 262 000 Euro bei den privaten und 1,75 Millionen Euro bei den öffentlichen Anträgen. Wenn man dabei bedenkt, dass die Förderung nur anteilig ist, liegen die insgesamt in den Bergdörfern investierten Summen noch viel höher, betont Ottensteins Bürgermeister Weiner. Das stärke auch die heimischen Betriebe.

Im letzten Punkt der Informationsveranstaltung widmete sich der Diplom-Sozialgerontologe Joachim Heise dem Thema „Organisierte Nachbarschaftshilfe“. Hintergrund ist, wie bereits berichtet, die geplante Gründung eines Bürgervereins, der sich die Unterstützung hilfsbedürftiger Mitbürger zum Ziel setzen soll. In einem solchen Verein könnten Laien wie professionelle Kräfte ihren Einsatz bündeln und dabei mitwirken, insbesondere auch älteren Menschen, sowie Menschen mit Handicap auf der Hochebene zu ermöglichen, aktiv am Dorfleben teilzunehmen.

Zunächst müssten jedoch die vorhandenen Strukturen analysiert werden – „Was gibt es bereits?“, „Wer steht zur Verfügung?“, und so weiter. Im zweiten Schritt müsse sich darüber Gedanken gemacht werden, was zur Gründung des Vereins benötigt wird (Unterstützung, finanzielle Mittel, Kontaktstelle). Auch Vor- und Nachteile bei der Vereinsgründung und -struktur möchte Heise beleuchtet wissen. So sei beispielsweise die vorgegebene Organisationsstruktur bei Vereinen ein Vorteil, allerdings könne es auch Schwierigkeiten bei der Besetzung von Leitungspositionen geben oder durch ein zu viel an Verein („Vereinsmeierei“) Interessenten wegbleiben. Auch für die Bereiche Finanzen, Spenden, Versicherung und bei der Gewinnung von Nutzern legt Heise den Zuhörern im Saal Vor- und Nachteile dar.

Zum Thema Bürgerverein soll es demnächst noch eine gesonderte Veranstaltung geben, kündigt Bürgermeister Weiner an. Im Laufe des Jahres soll damit angefangen werden, den Verein zu gründen. „Beteiligen Sie sich, machen Sie mit“, appelliert Weiner.



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