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Karl-Gerhard Sievers im Erzählcafé / Aktion kommt gut an

Neckische Episoden aus der Schiefertafelzeit

Bodenwerder. Die Premiere des ersten öffentlichen Erzählcafés im DRK-Seniorenheim Bodenwerder war ein Volltreffer. Heimleiterin Hannelore Oelmann konnte gut drei Dutzend Interessierte willkommen heißen und freute sich, dass Bürgermeister und Realschullehrer a. D. Karl-Gerhard Sievers und Dorothee Rottmann-Heuer den Vormittag gestalteten.

veröffentlicht am 13.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:41 Uhr

Autor:

Gottfried Hetzer
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In entspannter und fröhlicher Atmosphäre ging es um das Thema Schulzeit. Für die Gesprächspartner, in der Mehrzahl Frauen, wurde damit ein Stück Kindheit lebendig. Die Erinnerungen begannen in der entbehrungsreichen Zeit nach 1945. Sievers übernahm mit seinem Rückblick die Einleitung. Der 1938 geborene Erzähler sollte im Herbst 1944 eingeschult werden. Daraus wurde aber nichts, weil in dem Dorf der Lehrer fehlte, sodass der erste Schultag auf Ostern 1945 verschoben wurde. Er erinnerte sich an die Sitzordnung nach Noten und Fehlerzahlen in Diktaten und empfand dabei eine Art Diffamierung, wie sie in der Nazizeit und auch Jahre später noch üblich war.

Vom Rohrstock und dem Eckestehen

Die Anwesenden erfuhren neckische Episoden aus der Schiefertafelzeit, als in den Wintermonaten Holz zum Heizen mitgebracht werden musste. Die Gäste steuerten lächelnd manche Erinnerung von Bestrafungen mit dem Rohrstock oder Eckestehen bei. Ins Blickfeld rückten auch Umstellungsprobleme von der Sütterlin- zur lateinischen Schrift. In den Diskussionen richtete man das Augenmerk auch auf die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um Schulformen und -standorte, sodass die gesamte Schulentwicklung von 1945 bis zur Gegenwart abgedeckt war.

Die Schulerinnungen waren das richtige Einstiegsthema für das Erzählcafé. Sievers dankte im Namen der Stadt für das Projekt, das auch das soziale Gefüge bereichere. Es will alle zwei Monate auch die Hemmschwelle für Besucher im DRK-Heim abbauen und den kulturellen Raum stärken. Der positive Widerhall ermutigt zu einer Neuauflage am 10. Mai mit dem Thema „Rote Röcke – Leben und Tradition der Schaumburger Trachtenträgerinnen“. Erzählerin ist Susanne Henke, Moderatorin ist wieder Dorothee Rottmann-Heuer. Angefügt sei noch, dass die pensionierte Pädagogin und DRK-Heimbewohnerin Maria Reske (95) neben anderen Lehrkräften anwesend war.

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