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Die Gruppe in Rühle hat bereits rund 25 Mitglieder / Keine Bürgerwehr geplant

Nachbarschaftswache per WhatsApp

BODENWERDER/RÜHLE. Wenn es auf dem Land dunkel wird, steigt auch die Angst der Menschen vor Einbrechern. Das zumindest ist die zentrale Aussage einer jüngst veröffentlichten Studie zum Sicherheitsgefühl der Menschen in Deutschland, zumal auch in den Medien immer wieder von reisenden Einbrechern die Rede ist. In Rühle hat sich deshalb am 1. November 2016 eine WhatsApp-Gruppe gebildet, die sich den Namen „Sicherheit in Rühle“ gegeben hat. Die gute Nachricht aus der von Christoph Schnurpfeil ins Leben gerufenen Gruppe: Bisher gab es für die rund 25 Mitglieder der kleinen Organisation keinen Anlass, Alarm zu schlagen.

veröffentlicht am 19.02.2017 um 19:56 Uhr
aktualisiert am 19.02.2017 um 22:00 Uhr

Christoph Schnurpfeil, Marion Mießen und Vivian Dormeyer (v. li.) im Gespräch über die Arbeit der WhatsApp-Gruppe „Sicherheit in Rühle“. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Auf den Gedanken sich in Rühle zu vernetzen, war Schnurpfeil gekommen, als Gerüchte die Runde machten, eine Einbrecherbande habe in der Zeit vor dem November 2016 in Rühle Häuser ausgespäht, um dort möglicherweise Beute zu machen, zumal die Polizei im Landkreis relativ viel Zeit benötigt, um im Ernstfall vor Ort zu sein – in der Regel bleibt dann nur noch die Schadensaufnahme und stark geschädigtes Sicherheitsgefühl bei den Betroffenen.

„Nachdem ich zunächst bei der Polizei nachgefragt hatte, ob rechtliche Bedenken gegen ein derartiges Netzwerk bestehen, habe ich einen Flyer verfasst und bis hinunter zum Campingplatz an die Haushalte verteilt“, erzählt Schnurpfeil. Dort sei das Interesse nicht besonders groß gewesen, innerhalb des Ortes dagegen schon. „Sogar die Eigentümer eines Ferienhauses, die in einer Großstadt leben, haben sich aufnehmen lassen“, berichtet Schnurpfeil. „Die könnten dann Nachbarn bitten, mal nach dem Rechten zu sehen, wenn sich hier etwas Beunruhigendes tun sollte“, erklärt Christoph Schnurpfeil die Motivation des Ehepaares, sich dieser lokalen Sicherheitsinitiative anzuschließen.

Eines ist ihm und zwei seiner Mitstreiterinnen, die die Dewezet über die Initiative informieren wollen, aber äußerst wichtig: „Wir planen hier keine Bürgerwehr“, erklären Vivian Dormeyer und Marion Mießen, die sich schon lange kennen, unisono. „Und wir haben auch nicht die Absicht, in Rühle durch die Straßen zu patroullieren.“ Was sie wollten, sei mehr Sicherheit für sich selbst und die Mitglieder der Gruppe zu erzeugen, da sie jetzt wüssten, dass beunruhigende Informationen schnell und ohne Zeitverlust weitergegeben werden könnten.

Die beiden Frauen gehen vor allem davon aus, dass die Mitglieder der Gruppe sich im Ernstfall gegenseitig unterstützen. „Also wenn jemand um mein Haus schleichen würde, während ich allein bin, würde ich schon mal um Hilfe bitten“, erläutern Vivian Dormeyer und Marion Mießen ihre Erwartungen an die WhatsApp-Gruppe. Aus der niederländischen Stadt Enschede und dem westfälischen Ort Ehede weiß Schnurpfeil, dass dort in bestimmten Wohngegenden sogar Schilder aufgestellt worden seien, die darüber informierten, dass eine WhatsApp-Gruppe sich um die Sicherheit vor Ort kümmere. Entsprechende Überlegungen, auch in Rühle mit derartigen Schildern und eventuell der Aufschrift „Wir sehen, was passiert“ zu arbeiten, werden in der Gruppe, deren Administrator Christoph Schnurpfeil ist, gerade erörtert.

Für die Kommunikation in der Gruppe hat Schnurpfeil strenge Regeln vorgegeben. „Klatsch und Tratsch aus dem Dorf oder private Verabredungen und Unterhaltungen sind grundsätzlich untersagt“, betont der Administrator. „Das würde die anderen nur nerven.“ Außerdem sei fest vereinbart, „dass bei alarmierenden Beobachtungen immer zuerst die Polizei anzurufen ist. Oberste Priorität habe in der Gruppe natürlich der Selbstschutz. Im Alarmfall empfiehlt Schnurpfeil den Mitgliedern der Gruppe, in der Wohnung die Beleuchtungen einzuschalten. „Ein hell erleuchtetes Rühle schreckt Einbrecher ab“, heißt es im Flyer der Gruppe. Und wer eine Meldung verbreite, solle auch selbst „Entwarnung“ geben, wenn die Polizei dem Hinweis nachgegangen sei und die Lage geklärt habe. „Das beruhigt“, schreibt Schnurpfeil in dem Flyer. Ehrensache sei es auch, „dass wir uns untereinander auch mit den Anwohnern in Verbindung setzen, die sich nicht an der Gruppe beteiligen können“, weil es ja auch Rühler gebe, die kein Handy hätten oder WhatsApp.



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