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Nach B 83-Sperrung: Umleitungsstrecken frei

BODENWERDER. Seit Freitag ist die Bundesstraße 83 zwischen Pegestorf und Brevörde wegen drohender Lebensgefahr durch herabfallendes Gestein dicht und es passierte: erstmal nichts. Von zunehmendem oder gar stockendem Verkehr war in den Morgenstunden nichts zu entdecken, auch nicht in den späteren Stunden.

veröffentlicht am 18.05.2018 um 13:31 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 17:47 Uhr

Auf den 13 Kurven von Ottenstein in Richtung Brevörde kann es schon mal eng werden – besonders, wenn einem ein Lastwagen entgegenkommt. Foto: ms
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Selbst auf der weiträumig angelegten Umfahrung, der Strecke über die Bundesstraße 240 bei Eschershausen, war nur ein überschaubares Verkehrsaufkommen in Richtung Halle/Bodenwerder auszumachen. Und auch Ottenschein schien an diesem ersten Sperrungsmorgen nicht in Verkehr zu ersticken. Die 13 Kurven in Richtung Brevörde waren befahrbar. Kam einem doch mal ein Lkw entgegen, wurde es jedoch eng. Sehr eng. Manch ein Autofahrer mag sich da zum Ausweichen über den frisch gemähten Fahrbahnrand gefreut haben.

Einige Probleme hatten nur manche Autofahrer, die sich auf ihr Navigationssystem verließen und nicht die Schilder und Umleitungshinweise beachteten. Sie mussten vor den Barrikaden wenden und sich einen anderen Weg suchen. Ob der „sanfte Einstieg“ in die voraussichtlich monatelange Sperrung des Teilstücks der B 83 lediglich dadurch kam, dass Freitag war, oder das lange Pfingstwochenende bevorstand, bleibt abzuwarten.

Nicht ruhig ist es in den politischen Gremien zum Thema B 83-Sperrung. Die Landtagsabgeordneten Sabine Tippelt (SPD) und Uwe Schünemann (CDU) haben am Freitagmorgen in einem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Berend Lindner, Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium, den weiteren Fortgang besprochen und Zeitablauf erfahren. Der Gutachter sei unmittelbar nach der Einigung am 3. Mai mit der Detailplanung für die anstehenden Sofortmaßnahmen zur Absicherung des Mühlenberges beauftragt worden. Das Ergebnis werde bereits Ende Mai vorliegen und mit den Experten der beteiligten Behörden Anfang Juni abgestimmt. Danach erfolgt die Beauftragung der ausführenden Firmen. Das Gutachten und die abgestimmten Sofortmaßnahmen werden durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr vor Ort zeitnah vorgestellt. „Nach den jetzigen Erkenntnissen kann dieser Projektabschnitt im Spätherbst abgeschlossen werden“, erklärten Sabine Tippelt und Uwe Schünemann.

Hinter Pegestorf ist die Bundesstraße 83 gesperrt. Die Umleitung führt über Ottenstein. Foto: ms
  • Hinter Pegestorf ist die Bundesstraße 83 gesperrt. Die Umleitung führt über Ottenstein. Foto: ms

Parallel werde das Verfahren zur langfristigen Sicherung des Felsenabschnittes eingeleitet. Über den jeweiligen Sachstand werde das Ministerium regelmäßig berichten, sicherten die Abgeordneten zu. Außerdem habe man veranlasst, dass die Unfallkommission des Landkreises den Auftrag erhält, die Umleitungsstrecken kontinuierlich zu beobachten und dem Ministerium direkt zu berichten.

Die FDP-Fraktion sorgt jetzt dafür, dass die B 83-Sperrung auch Thema im Niedersächsischen Landtag wird. Für die regional Betroffenen sei die Poller Fähre eine Möglichkeit, die Belastungen durch die Vollsperrung zu minder, erklärt der FDP-Landtagsabgeordnete Hermann Grupe. Deren Benutzung ist allerdings mit Kosten verbunden. „Die Belastungen für die Menschen in der Region müssen so weit wie möglich in Grenzen gehalten werden. Meine Fraktion hat daher am Freitag einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die Nutzung der Poller Fähre für die Zeit der Vollsperrung kostenfrei stellen soll. Die Landesregierung hat es über Jahre verpasst, Sicherungsmaßnahmen einzuleiten und die Menschen einer Gefahr ausgesetzt. Jetzt ist die Situation so kritisch, dass nur die Vollsperrung bleibt. Die Menschen in der Region dürfen nicht auf den daraus entstehenden Kosten sitzen bleiben“, erklärt Grupe. Wann der Antrag im Landtag behandelt wird, steht noch nicht fest.



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