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Warum die Auszeichnung für Christoph Maria Herbst eine Motivationssteilvorlage ist

Münchhausenpreis? „Immer her damit“

Der Schauspieler und Sprecher Christoph Maria Herbst, vor allem bekannt geworden durch die Serie „Stromberg“, erhält am Donnerstag, 27. September, den Münchhausenpreis der Stadt Bodenwerder. Warum ihn das anspornt, was er über Lügen denkt und welche Gründe es gibt, nach Bodenwerder zu kommen, erzählt er im Interview.

veröffentlicht am 17.09.2018 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 21.09.2018 um 15:30 Uhr

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Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Herr Herbst, Grimme-Preis, Deutscher Comedy-Preis, Münchhausenpreis: Was bedeuten Ihnen die Auszeichnungen?

Christoph Maria Herbst: Das sind für mich Motivationssteilvorlagen. Nicht im Sinne eines „Weiter so!“, sondern sie spornen mich an, besser, unterhaltsamer, kurzweiliger zu sein. Insofern: Immer her damit.

Was wissen Sie über den Lügenbaron von Münchhausen?

Außer, dass er mit bürgerlichem Namen Hans Albers hieß, nicht viel. Auch deswegen ist es wichtig und Zeit, dass ich mal nach Bodenwerder komme.

Ist eine Lüge manchmal notwendig?

Eine Lüge aus einer Notsituation heraus, hat noch niemandem geschadet, sollte aber nicht die Regel werden, finde ich. Die sogenannte Wahrheit kann manchmal größeren Schaden anrichten. Man kann sagen: Wahrheit plus Timing gleich Lüge.

Der Münchhausenpreis wird gestiftet von der Stiftung der Sparkasse Bodenwerder. Sie selbst haben den Beruf des Bankkaufmanns gelernt. Wie kommt es, dass man ein paar Jahrzehnte später ein bekannter Schauspieler und Sprecher ist?

Nun ja, ich hab eben nicht alles falsch gemacht (grinst). Aber im Ernst. Die Ausbildung fand auf sanften Druck meiner Eltern statt gemäß dem Motto: Mach doch was Anständiges. Das ist über 30 Jahre her. Ja, wir befinden uns in einer sehr schnelllebigen Zeit.

Fernsehen oder Theater: Was macht Ihnen mehr Spaß – und warum?

Alles zu seiner Zeit. Ich langweile mich rasch, daher ist diese Vielgleisigkeit ein Geschenk für mich. Wenn ich lange vor der Kamera stand, ist die Theaterluft das reinste Sauerstoffzelt. Und war ich lange im Synchronstudio, ist die Möglichkeit, aus einem guten Buch ein Hörbuch zu machen, ein Magnet.

Sie lesen auch Hörbücher und synchronisieren Filme. Welcher Figur haben Sie gerne Ihre Stimme geliehen?

Oh, allen. Sonst hätte ich es nicht getan. Peter Hase habe ich in bester und jüngster Erinnerung und sicher auch die „SCH’TIS“, für die ich eine komplett erfundene Sprache lernen musste.

Wer sind Ihre Vorbilder?

Die hab ich in dem Sinne nicht. Ich hab immer schon mein eigenes Ding gemacht. Aber ich schaue schon zu sehr vielen auf. Auch im 400-Meter-Lauf hatte ich in der Schule immer gerne welche vor mir. Im Windschatten läuft es sich prima und da ist ja immer noch die Option, zu überholen.

Sie treten beim Münchhausenpreis in die Fußstapfen von Dieter Hildebrandt, Rudi Carrell, Jürgen von der Lippe, Didi Hallervorden, Annette Frier und zuletzt Dieter Nuhr. Wem würden Sie diese Auszeichnung verleihen – und warum?

Das sind schon sehr große Schuhe, in die ich da trete. Vielleicht ziehe ich dort mit der gesamten Familie für ein paar Tage ein. Der Platz dürfte reichen. Spontan und aus größter Verbundenheit verleihe ich ihn postum Vicco von Bülow. Keiner hat den Humor einer kompletten Gesellschaft und auch meinen eigenen so nachhaltig geprägt.

Ihre Laudatio hält Moritz Netenjakob. Was verbindet Sie mit ihm?

Wir sind seit vielen Jahren befreundet. Ich mag seinen Witz, seine geschliffene Formulierkunst und seine fabulierende Art. Er schrieb für mich bei „Stromberg“ mit und das Wichtigste: Niemand kocht besser als seine Frau.

Könnten Sie sich vorstellen, einmal den Baron von Münchhausen zu spielen? Dann müssten Sie bitte wiederkommen nach Bodenwerder.

Oh, ich bin sicher, da werden sich viele Gründe für finden. Den von Ihnen genannten möchte ich aber auch überhaupt nicht ausschließen.



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