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Ein Fest für Oldtimerfans

Münchhausen-Classics in Bodenwerder auf Tour

Bodenwerder. Der Motorsportclub Bodenwerder hat am Wochenende zum 8. Mal die Münchhausen-Classics ausgerichtet. 56 Teilnehmer hat es in diesem Jahr gegeben - und einen kräftigen Sommerregen. Im Bereich Hehlen kam es wegen Überschwemmungen zu längeren Verzögerungen.

veröffentlicht am 14.06.2016 um 17:07 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:42 Uhr

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Autor:

Sabine Weiße
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„Oldtimer-Fahrer sind ja immer traurig, wenn's regnet“, entgegnet Günter Dommel der Frage, inwiefern der kräftige Sommerregen die Münchhausen-Classics beeinträchtigt hat. Zwei, drei Teilnehmer hätten die Rallye abgebrochen und auf der B 83 habe es im Bereich Hehlen längere Verzögerungen durch Überschwemmungen gegeben. „Am Ende sind aber alle wohlbehalten zum Kaffeetrinken in Buchhagen angekommen“, so der zweite Vorsitzende des Motorsportclubs Bodenwerder im ADAC.

Zum 8. Mal hatte der MSC die Münchhausen-Classics ausgerichtet – „und mit 56 Teilnehmern freuen wir uns über ein Rekordergebnis“, so Dommel. Die Ergebnisse dieser Rallye fließen in die Wertung mehrerer Meisterschaften ein, unter anderem in die Wertung des Norddeutschen ADAC-Oldtimer-Cups 2016. Erstmals ausgeschrieben war eine sogenannte Einstiegs-gruppe: „Hierbei handelt es sich um eine Ausfahrt mit Bordbuch, durchgängig eingezeichneter Strecke und sehr leichten Orientierungsaufgaben“, erklärt Dommel. Interessant sei dieses Angebot vor allem für Neulinge oder Starter, „die’s ganz entspannt angehen möchten“.

Auf eine geruhsame Ausfahrt mit Gattin Elfriede ist heute auch Günter Rommel aus. Gerade hat der Holzmindener die Startnummer 50 an die Scheiben seines BMW 502 V8 geklebt, die Bordunterlagen verstaut und einen Hauch Blütenstaub vom geschwungenen Kotflügel seiner „Schönheit“ gewischt. In noblem Dunkelblau, mit markant-aristokratisch anmutender Front und üppigem Hinterteil ist die auch als „Barockengel“ bekannte Reiselimousine auf dem Parkplatz der Mittendorf-Gastronomie ein echter Hingucker. Und so wundert es nicht, dass Fotografen, Schaulustige und Presseleute den edlen Bayern umschwärmen wie die Mücken das Licht. Am Startpunkt gibt Frank Heinemann aus Seeburg im Eichsfeld ordentlich Gas, eröffnet um 9.31 Uhr mit seinem Opel Olympia, Baujahr 1939, die Rallye. Sein „Schätzchen“ ist heute das älteste Fahrzeug am Start. In Warteposition sind bereits Ernst-Michael Hasse aus Bad Pyrmont am Steuer eines schwarzen Porsche 356 B von 1960 und Uwe Huntemann aus Ganderkesee. Er startet an Position 3 mit einem Mercedes Ponton 190, gebaut 1959. „So einen hatte mein Vater auch“, erinnert sich Autofan und Kfz-Technikermeister Dietrich Meyer aus Heyen.

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  • Startet mit seinem imposanten Barockengel auf Position 50: Oldtimer-Fan Günter Rommel aus Holzminden hat bei BMW eine Lehre als Maschinenschlosser gemacht, als der 502 V8 dort gebaut wurde. Fotos: saw

Im Minutenabstand wird Richtung Kirchbrak gestartet; noch ausreichend Zeit also für Günter Rommel, Fragen zu seinem Fahrzeug zu beantworten. „Ich habe Ende der 50er Jahre eine Maschinenschlosser-Lehre bei BMW gemacht. Zu dieser Zeit wurde der BMW 502 gebaut und für 17 000 Mark verkauft. Ein leitender Angestellter bekam damals etwa 800 Mark Monatsgehalt.“ Bei dem Fahrzeug handelte es sich um den ersten Achtzylinder aus deutscher Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg, der mit damals unschlagbaren 180 km/h und charakteristischem Pfeifton über die Autobahnen brauste. Als Zielgruppe hatte der bayerische Autobauer Fabrikanten, Bankdirektoren und Ministerpräsidenten im Fokus – „kein Wunder, dass BMW damals beinahe pleite gegangen wäre“, kommentiert Günter Rommel und ergänzt: 50 Lehrlingsgehälter hätte er damals für die kleine „Isetta“ auf den Tisch blättern müssen. Viele Jahrzehnte später gehören sie ihm beide – die „Isetta“ und den „Barockengel“. Rommel: „Ich habe im Garten extra noch eine Doppelgarage gebaut.“ Gemeinsam mit seiner Frau genießt er das Reisen in der luxuriösen Limousine. Erst vor 14 Tagen war er bei einem Oldtimer-Treffen in der Eifel, in zwei Wochen steht ein Treffen des BMW V8-Clubs in Wismar im Terminkalender.

Langsam wird es Zeit für ihn, in der Startreihe Aufstellung zu nehmen. Rund 130 Kilometer in zwei Etappen liegen vor ihn. Vormittags geht es Richtung Einbeck, nach der Mittagspause sind Emmerthal und Bisperode anzufahren. „Wollen wir mal hoffen, dass das Wetter hält“, sagt Günter Rommel mit Blick in den trüben Himmel. Noch ein Gruß, dann brummt der „Barockengel“ davon.



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