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KAW will Ovelgönne nicht mehr anfahren / Hehlens Rat legt Protest ein und sucht nach anderer Lösung

Müllentsorgung künftig per Kofferraum?

Ovelgönne. Begonnen hatte die Misere im Spätsommer dieses Jahres. Damals hatte die Forstverwaltung die Brücke zu ihrem Waldweg aus dem Ernestinental in Richtung Ovelgönne für den Fahrzeugverkehr mit einem Gewicht von über 2 Tonnen gesperrt. Das Nachsehen haben seitdem neben den Landwirten mit ihren schweren Maschinen die Müllwerker der Kreisabfallwirtschaft (AWH): Für sie war der unbefestigte Waldweg der Niedersächsischen Forstverwaltung regelmäßig und über die Jahre hinweg eine komfortable Anfahrtsmöglichkeit, um die Mülltonnen der drei Familien, die im ehemaligen Vorwerk Ovelgönne des gräflichen Hehlener Schlosses leben, zu leeren.

veröffentlicht am 14.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Doch mit der Waldweg-Sperrung dürfte sich nun manches ändern: So für den Fahrer des AWH-Müllautos; der nämlich soll jetzt über die offizielle Zufahrt zum Vorwerk am Rande der Hochebene aus Richtung der Brökelner Straße in Hehlen zur Abfallentsorgung anfahren. Nur: Die gut drei Kilometer lange Teerpiste, die sich zudem teilweise erschreckend eng zwischen Berghang und Abgrund nach Ovelgönne hochwindet, ist mal gerade drei Meter breit: Ein Ausweichverkehr für Lkw ist unmöglich!

Das Problem erkannt, hatte die AWH eine Lösung parat, die den Ovelgönner auch schon gleich mal schriftlich ins Haus flatterte: Die sollten doch fortan ihren Tonneninhalt im eigenen Auto zur noch einzurichtenden Sammelstelle in Hehlen selbst talwärts fahren, so der Vorschlag der Kreisbehörde. Von dort aus würde die AWH dann schon ihrer öffentlich-rechtliche Entsorgungspflicht nachkommen, und die Müllgebühren wären damit auch so gerechtfertigt...

Eine Idee, mit der sich Hehlens Rat nun so gar nicht anfreunden kann. Zum einen graut ihm vor einem Ovelgönner Müllcontainer in Hehlen. „Das wird dann nur eine wilde Mülldeponie für jedermann“, befürchtet Bürgermeister Harald Jacob. Und zum andern wollen er und seine Ratskollegen einstimmig darauf bestehen, dass die AWH ihrer Entsorgungsverpflichtung auch in Ovelgönne als einem Teil von Hehlen in gewohnter Art und Weise nachkommt: Mit einer Leerung der Tonne neben der Haustür – wie in ganz Hehlen.

Zur Lösung aus der Misere, so kündigt Bürgermeister Jacob an, sollen demnächst erst einmal klärende Gespräche mit der Kreisabfallwirtschaft und der Forstverwaltung geführt werden. Denn letzterer gehört nach jüngsten Recherchen auch ein Teil des schmalen Stiegs Richtung altem Vorwerk. Und da ein zweispuriger Ausbau mehr als illusorisch erscheint, favorisiert der Rat derzeit den Bau von Ausweichbuchten an der von den Müllwerkern so verhassten offiziellen Schmalst-Straße Richtung Ovelgönne.

Beschaulich Idylle in Ovelgönne. Doch geht es nach der Kreisabfallwirtschaft, sollen die Bewohner des ehemaligen Hehlener Vorwerks künftig selbst als Müllewerker tätig werden (li.).

Hier nimmt die Müll-Misere ihren Anfang: Diesen Waldweg hat die Forstverwaltung für das Müllauto geperrt (unten).joa(2)



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