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Park mit 90 Stellplätzen: Pläne für neue Anlage vorgestellt

Mit dem Wohnmobil direkt an die Weser

Bodenwerder. Die Pläne für den neuen Wohnmobilstellplatz am Weserufer lassen aufhorchen. Prof. Dr. Rainer Krüger von der Beratungs- und Planungsagentur „CaravaningConsult“ aus Berlin hat seinen Entwurf für einen Wohnmobilpark mit knapp 90 Stellplätzen vorgestellt.

veröffentlicht am 03.03.2016 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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VON JULIA ALIN
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„Tourismus wird in Zukunft das wichtigste Standbein der Stadt Bodenwerder werden“, meint Friedrich-Wilhelm Dornette bei der Vorstellung des Entwurfs. Er hofft, dass durch einen solchen Wohnmobilpark Kaufkraft in die Stadt Bodenwerder getragen wird.

Prof. Dr. Rainer Krüger von der Beratungs- und Planungsagentur „CaravaningConsult“ aus Berlin war in die Münchhausenstadt gekommen, um den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses der Stadt bei einer knapp einstündigen Ortsbesichtigung über seine Pläne für einen Wohnmobilpark mit knapp 90 Stellplätzen Rede und Antwort zu stehen. Die Einfahrt zu den rund 20 bereits bestehenden, westlich des Kiosks gelegenen Wohnmobilparkplätzen, soll grundsätzlich bestehen bleiben. Aber die vor 25 Jahren für Busse gepflasterten Abstellflächen müssten als Ver- und Entsorgungsstation im Eingangsbereich des Wohnmobilparks ausgebaut werden. Hier würden sich dann auch Gasflaschenlager, Infopoint und Ticketautomat befinden, beginnt Krüger mit seiner Besichtigungstour.

Auf dem Gelände, das den Namen „Wohnmobilpark Weserblick“ erhalten soll, müssten zwingend neue Sanitäranlagen errichtet werden, meinte Krüger. Die bisher vorhandenen zwei Toiletten und eine Dusche im Kiosk des Münchhausenparkplatzes würden bei 90 Stellplätzen bei weitem nicht ausreichen. Die Lösung: eine mobile Toilettenanlage jeweils für Damen und Herren, die bei drohendem Hochwasser rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden könnte.

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Die Entsorgungsstation muss komplett erneuert werden. Foto: ja

Das Markenzeichen von Prof. Dr. Krüger sind Wohnmobilplätze, die durch ihre Schrägstellung im Fischgrätmuster angeordnet sind. Nur direkt am Weserufer (die besten Plätze) sollen dann 26 Wohnmobile in Reih und Glied stehen können, mit unverbaubarer Aussicht auf die Weser. Insgesamt zwei Drittel der Stellflächen würden sich nach den Plänen des Berliners auf dem Gelände unterhalb des Fuß- und Radweges befinden. Für fünf sogenannte „Dickschiffe“, gemeint sind Wohnmobile mit einer Länge zwischen 10 bis 13 Metern, könnten im Bereich des jetzigen Wohnmobilplatzes Stellplätze entstehen. In direkter Nähe der neuen Sanitäranlagen hat der Planer neun barrierefreie Wohnmobilplätze vorgesehen.

„Der Reisemobiltourismus in Deutschland boomt“, erklärte Rainer Krüger bei seiner anschließenden Präsentation in der öffentlichen Ausschusssitzung im Deutschen Haus. 450 000 Wohnmobile seien hierzulande unterwegs und erwirtschafteten außerhalb von Campingplätzen 36 Prozent aller Campingumsätze in Deutschland.

Bei unterstellten durchschnittlichen Ausgaben von 45 Euro pro Tag und Person sowie einer monatlichen Auslastung zwischen 5 und 90 Prozent könnte bei 90 Stellflächen ein Nettoumsatz von 861 881 Euro jährlich erzielt werden.

Wichtig für die strukturschwache Region Bodenwerder: Bis zu 16 Arbeitsplätze könnten direkt oder indirekt durch den neuen, rund 17 500 Quadratmeter großen Wohnmobilpark entstehen. Aber Krüger stellt auch klar: Die Akzeptanz eines solchen Platzes wird nur durch einen hohen Betreuungsgrad der Wohnmobilisten durch den Betreiber erreicht.

Allerdings hält Zuhörerin Inge Jacob (selbst erfahrene Wohnmobilistin) die Kalkulation von Rainer Krüger mit 45 Euro pro Person und Tag für zu hoch angesetzt. „Der neue Wohnmobilplatz soll auf Steuerzahlerkosten gebaut werden, um dann die Plätze zu Dumpingpreisen zu vermieten“, meinte Klaus Schünemann, Betreiber des Campingplatz „Himmelspforte“.

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses beauftragten die Verwaltung, mit den Planungen für den Wohnmobilpark „Weserblick“ fortzufahren. Besonders die Frage, ob Fördermittel hierfür beantragt werden können, muss noch geklärt werden. Thomas Steffe vom Fachbereich 2 (Bürgerdienste, Bau- und Ordnungswesen) rechnet mit noch mindestens einem Jahr Bauleitplanung, bevor ein Bauantrag gestellt werden kann.

Prof. Krüger mit dem Bauausschussvorsitzenden Heinrich Schaper.Foto: ja



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