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17-jähriger Hehlener leidet am Prader Willi-Syndrom / Spende ermöglicht Fahrt ins Disneyland Paris

Mickey Mouse wird Aaron persönlich begrüßen

Hehlen. Für den 17 Jahre alten Aaron Schubert geht ein Herzenswunsch in Erfüllung: Er wird in den Sommerferien ins Euro-Disneyland nach Paris fahren. Möglich wird diese Fahrt durch die „Aktion Kindertraum“ und einer Spende der Firma Adolf Würth in Langenhagen.

veröffentlicht am 01.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

Autor:

Edda Dreyer
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„Wir haben bei einer Hausmesse 1000 Euro für den Jungen gesammelt“, erklärten Niederlassungsverkäufer Claus Stegmann und Bezirksleiter Burkhard Schwiete von der Firma Würth bei der Übergabe des Schecks an Aaron und seine Familie.

Hilfe von „Aktion Kindertraum“

Ute Friese und Helga Berndmeyer von der gemeinnützigen Organisation „Aktion Kindertraum“ aus Hannover hatten den Kontakt zu Aaron vermittelt und waren bei der Scheckübergabe in Hehlen dabei. Die Organisation erfüllt seit mehr als zehn Jahren in ganz Deutschland Herzenswünsche kranker und stark benachteiligter Kinder. „Rund 1000 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien konnten wir in dieser Zeit unterstützen“, erläutert Kindertraum-Initiatorin Ute Friese.

Aaron hat das Prader Willi-Syndrom. „Eines von 25 000 Kindern leidet darunter“, erläutern Sonja Schubert und ihr Ehemann Martin Jochim diesen Chromosomendefekt ihres Sohnes. Aaron kam per Kaiserschnitt auf die Welt und „machte nichts“, wie die 40 Jahre alte Mutter erzählt. Als gelernte Kinderkrankenschwester konnte sie ihren Säugling dann zuhause per Sonde ernähren. Sauerstoffmangel wurde als Grund für seine Apathie vermutet.

„Wir wollten schnell ein Geschwisterchen für den Kleinen, damit er davon profitieren und lernen kann“, so die Mutter – als die junge Mutter dann mit der heute 16 Jahre alten Hannah schwanger war, wurde bei dem kleinen Aaron durch eine Blutuntersuchung die Krankheit festgestellt. „Eine Laune der Natur und nicht vererbbar“, erklärt das Ehepaar und blickt stolz auf ihre Kinderschar mit Aaron, Hannah (16), Merlin (12), Tristan (8), Luna (5) und den mit sechs Monaten jüngsten Sprössling Valentin. „Wir haben unsere Kinder aus Überzeugung bekommen“, so die gläubige evangelische Christin, die in Teilzeit als Kinderkrankenschwester im Hamelner Krankenhaus tätig war und jetzt für zwei Jahre in Elternzeit ist.

Bei Schuberts ist Erziehung Teamarbeit

Für die 40-Jährige und ihren 46 Jahre alten Ehemann ist es selbstverständlich, dass Familie und Kindererziehung Teamarbeit ist – diese beginnt, wenn der Papa am Nachmittag von der Arbeit kommt; dann hat Sonja Schubert Zeit, sich als Schulelternratsvorsitzende für die Grundschule Hehlen zu engagieren oder einfach mal am Klavier die Seele baumeln zu lassen.

In seiner großen Familie ist Aaron wohlbehütet, hat in Luna eine Spielgefährtin und von Hannah viel gelernt. Aaron kann weder lesen noch schreiben, jongliert aber gerne mit Zahlen im Bereich bis 20 und spricht „aaronisch“, wie seine Mutter lächelnd erklärt.

Jedoch zeichnet sich das Prader Willi-Syndrom bei dem 17-Jährigen durch eine ausgeprägte Esssucht aus und er kennt kein Sättigungsgefühl. Aaron ist fröhlich und aufgeschlossen, liebt Musik und hört den ganzen Tag Radio. Keinen Kindergottesdienst in Hehlen lässt er aus und wenn die Münchhausen-Musikschule für ihre Musicals probt, ist er mit Eifer dabei. Er wird noch zwei Jahre in die Heinrich Kielhorn-Schule nach Hameln gehen und dann wohl in eine Behindertenwerkstatt.

Er freut sich riesig auf den Ausflug ins Disneyland. Die ganze Familie wird per Bahn nach Paris fahren und dort wird Aaron ganz sicher persönlich von Mickey Mouse begrüßt. „Die Familie wird dort drei Tage mit zwei Übernachtungen im Hotel sehr persönlich und bevorzugt behandelt“, weiß Ute Friese.



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