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Ist der Coppenbrügger Windpark zu laut? / Wetterbedingungen ließen bislang keine Prüfung zu

Messungen lassen auf sich warten

COPPENBRÜGGE. Eigentlich sollte sollte es ja schon Anfang November vorigen Jahres losgehen mit den Messungen der Geräuschbelästigungen, über die sich Anwohner rund um den Coppenbrügger Windpark immer wieder beschweren. Doch passiert ist bis heute nichts.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 14:46 Uhr

Die Messung der vom Windpark Coppenbrügge ausgehenden Geräuschbelästigungen steht immer noch aus. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Was die Betroffenen, denen bei entsprechender Windrichtung das rhytmische Schlagen der Windmühlen-Flügel auf die Nerven geht, nicht verstehen. Doch auch Stefanie Mertz, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement bei der Firma Landwind, die acht Windräder im Coppenbrügger Windpark betreibt, ist nicht glücklich über diese Situation: „Wir hätten die Messungen schon längst gerne durchgeführt, um sicherzustellen, dass mit den Schallemissionen alles seine Richtigkeit hat. Wir hatten aber bislang einfach keine Chance, die Tests durchzuführen.“ Und als Grund gibt die Firmensprecherin die unmöglichen Wetterbedingungen des abgelaufenen Jahres an.

Was es genau damit auf sich hat, erklärt Christian Hoffmann, Master of Engineering bei der Firma Wind-Consult, dem Messinstitut für Windenergie, dass die Lärmpegel-Messungen in Coppenbrügge durchführen soll und bislang nicht zum Zuge kam: Um belastbare Ergebnisse zu bekommen, muss eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden, die passen müssen. So sind entsprechend der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) die Immissionsmessungen nur bei einer bestimmten Windstärke durchzuführen. Es darf außerdem nicht regnen. Um aussagekräftige und gerichtsfeste Ergebnisse aus den Immissionsmessungen zu erzielen, sind norm- und richtlinienkonforme Messungen unerlässlich. Auch sind unter anderem bestimmte Windrichtungen für die Tests notwendig. Hoffmann: „Da bisher nicht alle für die Messungen relevanten Parameter gepasst haben, konnten wir die Messungen noch nicht durchführen.“ Wind-Consult habe jedoch die Wetterprognosen und Wettermodelle für die Region ständig im Blick, so der Ingenieur, „und wir hoffen, dass wir das in den nächsten Wochen mit norm- und richtlinienkonforme Messungen erledigen können, wie das auch mit der Genehmigungsbehörde abgesprochen ist“, so Hoffmann.

Sollten denn Wind und Wetter mitspielen, werden die Immissionsmessungen nachts zwischen 22 und 6 Uhr an den betroffenen Wohnhäusern durchgeführt; und das 50 Zentimeter vor dem der Windkraftanlage am nächsten liegenden geöffneten Fenster der betroffenen Wohnhäuser. Die Termine für die Messungen werden mit den Hausbewohnern abgesprochen. Insgesamt könnten sich die Messungen über einen längeren Zeitraum hinziehen. Wie lange, das konnte der Landkreis als Genehmigungsbehörde allerdings nicht sagen. Denn für ein aussagekräftiges Ergebnis werden einige Messungen verlangt. Dabei müssen unter anderem Anlagen ab- und angeschaltet werden, um den Schall, der von einzelnen Windrädern herrührt, zu messen. . Federführend für die Durchführung der Messungen für alle vier Windstrom-Produzenten im Windpark ist übrigens Landwind.

Von den Ergebnissen der Messungen hängt ab, inwieweit die Anlagen in ihrem jetzigen Zustand weiter betrieben werden können. Denn sollte sich entgegen den derzeitigen Prognosen herausstellen, dass die Windräder zu laut sind, muss laut Landkreis unter Umständen über Betriebseinschränkungen nachgedacht werden. Oder die Anlagen müssen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

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