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Mentor - mit Vanessa Schüler fing alles an

Dohnsen (ul). Mit der heute 19 Jahre alten Vanessa Schüler startete einst der Verein "Mentor". Im Stall des Pferdebesitzer Otto Stender traf Vanessa vor acht Jahren auf das Pferd Gafra. Und heute hat sich aus dieser Bekanntschaft heraus ein kleiner Verein entwickelt, der inzwischen über die Grenzen Deutschlands hinaus nachgefragt ist. 2003 bildete sich ein Kreis von lesebegeisterten „jung gebliebenen Alten“, die sich zum Ziel setzten, Schüler im Lesen zu fördern. Die Lesefreunde aus Hannover wandten sich an Schulen und boten auffälligen, unruhigen und leistungsschwache Schülern Leselernhilfe an.

veröffentlicht am 26.03.2009 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 13:41 Uhr

schüler
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Dohnsen (ul). Mit der heute 19 Jahre alten Vanessa Schüler startete einst der Verein "Mentor". Im Stall des Pferdebesitzer Otto Stender traf Vanessa vor acht Jahren auf das Pferd Gafra. Und heute hat sich aus dieser Bekanntschaft heraus ein kleiner Verein entwickelt, der inzwischen über die Grenzen Deutschlands hinaus nachgefragt ist.

„Wir haben gemeinsam gelesen und über das Gelesene gesprochen", sagt Stender. Zwei Mal in der Woche tauchten die beiden in die Welt der Bücher ein und Vanessas Schulnoten – sie hatte eine Hauptschulempfehlung – wurden von Monat zu Monat besser. Ihr Selbstvertrauen wächst, sie schreibt nicht mehr nur Vieren und Fünfen, sie traut sich plötzlich, in der Klasse mitzureden.

2003 bildete sich ein Kreis von lesebegeisterten „jung gebliebenen Alten“, die sich zum Ziel setzten, Schüler im Lesen zu fördern. Die Lesefreunde aus Hannover wandten sich an Schulen und boten auffälligen, unruhigen und leistungsschwache Schülern Leselernhilfe an. Die Idee sprach sich wie ein Lauffeuer rum.
950 Mentoren arbeiten jetzt in der Region Hannover als Leseförderer. Monatlich schult der Verein neue Mentoren. In Hamburg gründeten interessierte Leser den zweiten Mentor-Verein, Hameln folgte 2005 als dritter Verein für Leseförderung. Und die Nachfragen nach diesem simplen, ehrenamtlichen Erfolgsrezept reißt nicht ab.
2008 wurde ein Bundesverband der Mentoren gegründet. Seitdem reist Stender durch die Republik und berichtet über die persönlichkeitsstärkenden Lese- und Lernerfolge. Neue Mentor-Vereine werden gegründet. Mit der Aufmerksamkeit und dem Wissen, das Mentoren Kindern mit oder ohne Migrationshintergrund schenken, ist ihre wöchentlich ein- oder zweistündige freiwillige kostenlose Arbeit von immensem Leistungserfolg bei den Schülern gekrönt.
Ein Modell, dass vom Kriminologischen Forschungsinstitut unter Christian Pfeiffer begleitet wird – an Schulen mit Mentoren, sinkt nachweislich die Zahl der Gewalt unter Schülern: Mohamed brachte es gegenüber Stender auf den Punkt: „Seitdem ich mich mit Worten streiten kann, muss ich mich nicht mehr prügeln.“



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