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Seit 43 Jahren Bürgermeister

Manfred „Mucki“ Weiner feiert 75. Geburtstag

OTTENSTEIN. Seine Bauland-Verschenkaktion, mit deren Ankündigung er 2015 im Umfeld des Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ nicht nur die Jury verblüffte, machte ihn quasi über Nacht zum bekanntesten Bürgermeister Deutschlands. Manfred „Mucki“ Weiner, seit 43 Jahren Bürgermeister, feiert 75. Geburtstag.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 17:40 Uhr
aktualisiert am 31.05.2019 um 19:20 Uhr

Bürgermeister Manfred Weiner geht mit einer Delegation von „Unser Dorf hat Zukunft“ durch Ottenstein. foto: saw
Sabine Weiße (saw)

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Sabine Weiße Reporterin
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Jede Menge Medienkontakte, selbst den einen oder anderen Fernsehauftritt bescherte ihm die ungewöhnliche Aktion, mit der er junge Familie auf die Hochebene locken möchte. „Die Sache hat uns eine Menge Arbeit beschert, aber der Plan ist aufgegangen. Nahezu alle Bauplätze sind vergeben und werden bebaut – oder sind es schon“, ist Manfred Weiner hörbar zufrieden. Genau der richtige Moment, um kurz durchzuatmen und rasch den 75. Geburtstag zu feiern. Selbstverständlich nach einem regulären Arbeitstag.

„Das ist doch ein Tag wie jeder andere auch“, erstickt er die Frage nach einer großen Party gleich im Keim. „Ich feiere einen Tag später mit einem Dutzend guter, enger Freunde. So wie fast jedes Jahr.“

Und natürlich denkt Manfred Weiner, den auf der Hochebene selbst jedes Kind „Mucki“ nennen darf, nicht im Traum daran, das Arbeitspensum für „sein Dorf“ herunterzuschrauben. Sieben-Tage-Woche, Zehn- bis 12-Stunden-Arbeitstage: „Ich fühle mich bei der Arbeit sehr wohl und bin dem lieben Gott dankbar, dass ich so gesund und munter bin, um fürs Dorf und die Hochebene noch ordentlich was zu schaffen.“

Dass Privates hinten ansteht, kennt der gelernte Landwirt, Bankkaufmann und frühere Geschäftsstellenleiter der Volksbank in Ottenstein nicht anders: Seit er vor 43 Jahren als 32-Jähriger zum Bürgermeister gewählt wurde – zum jüngsten im Landkreis Holzminden und ohne jegliche kommunalpolitische Erfahrung übrigens – seitdem prägt dieses Amt sein Leben. Den Flecken Ottenstein mit Glesse, Lichtenhagen und Sievershagen nach vorn zu bringen, zu-kunftsfähig zu machen, das treibt ihn bis heute an. Verweisen kann er auf einen Ort, der mit Schule, Arzt, Apotheke und Handwerk über eine gute Infrastruktur verfügt. Dessen große Stärke ein reges Vereinsleben und ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist. „Alles wichtige Faktoren für die Erfolge des Flecken bei den Dorferneuerungswettbewerben.“ Es verwundert nicht, dass er die Auszeichnung als „Bundes-Golddorf“ durch die damalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast in Berlin im Jahr 2002 und die Prämierung als Gewinner des Europa-Wettbewerbs in Verden als Höhepunkte seiner Amtszeit bezeichnet.

Dass diese Erfolge, „die nicht meine, sondern die Erfolge des Gemeinderates und der Dorfgemeinschaft sind“, auch Neider auf den Plan rufen, hat Manfred Weiner insbesondere im vergangenen Jahrzehnt verstärkt erfahren müssen. Und während nach seiner Einschätzung auf der Hochebene für eine gute Sache alle an einem Strang ziehen („keine Parteipolitik, sondern zielorientierte Sachpolitik“), hat er in der fusionierten Samtgemeinde Bodenwerder-Polle mitunter einen schweren Stand. Dennnoch: Er hat noch so einiges vor, um den Status Ottensteins als „Ankerort“ auf der Hochebene zu festigen: So weit unter Dach und Fach ist das Bauplatz-Projekt, aber jede Menge Einsatz erfordert das ambitionierte Seniorenquartier an der Amtstraße. Und auch die Dorferneuerung wird weiterlaufen. „So positiv die Entwicklung in den Neubaugebieten auch ist – das Altdorf darf nicht leerfallen“, erklärt der Bürgermeister und denkt über eine Maßnahme unter dem Arbeitstitel „Jung kauft Alt“ nach.

In nicht allzu ferner Zukunft wird er einen Teil der Arbeit an die designierte Nachfolgerin Diana Lönnecker abtreten, die großen Projekte aber selbst zum Abschluss führen. Nach wie vor sein wichtigstes Anliegen: „Eine intakte Dorfgemeinschaft. Ein Ort, in dem die Menschen Lust haben, sich mit Ideen und Tatkraft einzubringen. Für eine gute Zukunft, in der alle Generationen ihren Platz haben.“



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