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Pyrotechniker lassen Lichterfest strahlen

Malen mit Licht und Feuer

BODENWERDER. Es ist der buchstäbliche Höhepunkt eines jeden Lichterfests in Bodenwerder – das Feuerwerk. Wenn die bunten Raketen in den Himmel sausen und es goldene Glitzersterne regnet, dann hat die Firma Rohr aus der Wedemark ihre Finger im Spiel. Sie verwandelt Jahr für Jahr den Himmel über Bodenwerder in ein leuchtendes Farbenspiel.

veröffentlicht am 07.08.2017 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 08.08.2017 um 10:50 Uhr

Guido Wolff-Rohr zeigt in seinem Lager in der Wedemark ein paar Feuerwerkskörper, die auch beim Lichterfest in Bodenwerder zum Einsatz kommen werden. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Aber nicht nur beim Lichterfest bringen die Rohrs die Augen von tausenden Feuerwerksfans zum Leuchten, auch die sonstigen Referenzen lassen durchaus auf das Können der Wedemarker schließen. Schossen sie doch auch schon zu Silvester am Brandenburger Tor ihre Feuerwerkskörper in den Himmel, brachten das Steinhuder Meer in Flammen zum Strahlen oder sorgten im Mai beim Hafengeburtstag in Hamburg für die richtigen Glanzpunkte. Auch die Kleinen Feste in Herrenhausen und Bad Pyrmont gehören in die Liste.

Angefangen hat die Firmengeschichte 1945 zunächst als Sprengunternehmen für Kriegsruinen und Fabrikschornsteine. „Dann ist es in die Pyrotechnik übergegangen“, erzählt Guido Wolff-Rohr. Er führt die Ernst Rohr GmbH bereits in dritter Generation, gemeinsam mit Schwiegervater Uwe Rohr. Heutzutage finde die meiste Arbeit vorm Computer statt. Welcher Effekt wann gezündet wird und welcher Takt von welchem Lied dazu gerade zu hören ist, das arbeitet Wolff-Rohr aus, bevor er am 12. August nach Bodenwerder fährt.

Ein bisschen Aufregung ist auch mit dabei.

Guido Wolff-Rohr, Geschäftsführer

Das Feuerwerk wird synchron zur Musik abgefeuert. In diesem Jahr durften sich die Besucher des Lichterfests im Vorfeld sogar fünf Titel wünschen, die von der Firma Rohr in die Performance eingearbeitet werden. Ein paar weitere Lieder behalten sich die Feuerwerker selbst zur Auswahl vor. Das große Feuerwerk am Abend dauert laut Veranstalter, dem Verkehrsverein Bodenwerder-Kemnade, etwa 30 Minuten. Das Tagesfeuerwerk wird kürzer ausfallen. In fünf bis sieben Minuten sollen die Festbesucher hier einen kleinen Höhepunkt geboten bekommen. Beim Tagesfeuerwerk werden andere Effekte eingesetzt, als beim Feuerwerk am Abend, erklärt Wolff-Rohr. Dann arbeitet er „viel mit Rauch und Farbelemente, Pfiffen und Knalleffekten“. Goldene Effekte hingegen würden keinen Sinn machen, da man sie im Tageslicht nicht erkennen würde.

Ob er aufgeregt ist, wenn er das Feuerwerk abbrennt? Sicher. „Ein bisschen Aufregung ist auch mit dabei. Es wäre auch schade, wenn das nicht so wäre“, sagt Wolff-Rohr. Schließlich gehe es auch um Sicherheit.

Bereits in den Morgenstunden werden die Feuerwerker ihr Equipment am Weserufer aufbauen, erst zwischen zwei und drei Uhr nachts geht es wieder zurück in die Wedemark. Viel Zeit, sich zwischendrin das Lichtfest anzugucken, bliebe aber nicht. Ohnehin brauche ein Feuerwerk viele Arbeitsschritte Vorlauf, bis es für einen flüchtigen Moment am Himmel erstrahlt. Es fängt beim Einkauf und dem Transport in die Firma an, zählt Wolff-Rohr auf. Dort wird es zunächst gelagert. Dann folgt die Planung für das Feuerwerk, die einzelnen Artikel werden zusammengesucht, vorbereitet, verpackt und zwischengelagert, bis sie in den speziellen Lastwagen verladen werden. Vor Ort angekommen geht es dann ans Auspacken und Positionieren. Gezündet wird das Feuerwerk mit einem simplen Knopfdruck – und der Himmel über der Münchhausenstadt kann schließlich wie gewohnt in schillernden Farben erstrahlenden.

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