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Maike Weiß veranstaltet seit einem Jahr Wohnzimmer-Konzerte

BODENWERDER. Sie liebt Musik, Musik ist ihr Hobby und sie steckt voller Ideen. Die drei Dinge sind die Grundvoraussetzungen für Maike Weiß‘ Engagement in Bezug auf die Kultur in Bodenwerder. Seit einem Jahr veranstaltet sie im „Weserhaus“ in der Homburgstraße Wohnzimmer-Konzerte.

veröffentlicht am 04.04.2018 um 18:26 Uhr

Maike Weiß bei der Vorbereitung des nächsten Wohnzimmer-Konzertes mit der Kornblum-Familie. Foto: kb
Beißner

Autor

Karin Beißner Reporterin
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Die Kinderärztin hat ihre Praxis in Münster aus Altersgründen aufgegeben und ist in die Gegend ihrer Kindheit zurückgekehrt. Geboren wurde sie in Hehlen, einen Teil ihrer Kindheit hat sie in Bodenwerder erlebt und später regelmäßig ihre Ferien hier verbracht. Nach ihrem Entschluss, ganz nach Bodenwerder zu ziehen, fragten ihre Freunde, ob sie die Kultur auf dem Lande nicht vermissen werde. Ihre Antwort darauf: „Dort gibt es auch genügend kulturelle Veranstaltungen in der Umgebung. Ich muss nur den Termin im Voraus einplanen und kann mich nicht spontan entscheiden, wie in Münster.“

Als Maike Weiß vor einem Jahr das Gebäude in der Homburgstraße kaufte, gab die Größe des Hauses den Ausschlag zu den Wohnzimmerkonzerten. „Es war mit dem Foyer und dem großen Raum von einer Hausseite zur anderen und zwei Eingängen ideal für meine Zwecke“, erzählt sie. Aber wie kommt sie dazu, Konzerte im Wohnzimmer zu veranstalten? Die Neubürgerin kennt diese Art, einem kleinen Kreis von Gästen Musik zu präsentieren, von ihrem Bruder in Schleswig-Holstein, der schon seit über zwanzig Jahren solche Konzerte veranstaltet.

Kontakt zu talentierten jungen Musikern findet sie über verschiedene Wege. Sie singt in der Kantorei, wo zu den großen Oratorien-Konzerten Musiker beherbergt werden müssen, denen sie gerne Gastfreundschaft gewährt. Allein im letzten Jahr hat sie dreimal je vier Musiker zu Gast gehabt. Daraus ergeben sich Kontakte. Manchmal hat sie auch sehr gute junge Musiker einfach nur so zum Proben in ihrem Haus, bei freier Kost und Logis. Das Haus ist dann erfüllt von Musik, was Maike Weiß sehr liebt, und die Musiker lieben es in der schönen Umgebung zu sein. Daraus entstehen oft Freundschaften und später wird vielleicht einmal ein Wohnzimmer-Konzert daraus. So ist es für beide Parteien ein schönes Geben und Nehmen. Die Hausherrin spielt seit vielen Jahren Gambe, ein historisches Instrument, auch Kniegeige genannt. Regelmäßig treffen sich die Gambisten aus dem Umkreis zum gemeinsamen Musizieren im „Weserhaus“, wie die Musikerin ihr neues Domizil genannt hat. Künstler für ein Konzert zu erwärmen, ist für die Gastgeberin kein Problem, eher die Gage. Bei 60 bis 70 Plätzen, die Maike Weiß in ihrem Wohnzimmer anbieten kann und moderaten Eintrittspreisen, ist ihr Budget begrenzt. Sie hat sich die Konzerte als Hobby ausgesucht und ein Hobby kostet Geld. Stühle mussten angeschafft werden und beim nächsten Konzert können sich endlich alle Besucher auch über ein bequemes Sitzkissen freuen. Und da die Eintrittsgelder nicht immer alle Kosten decken, kommt sie gern für deren Ausgleich auf.

Eine Konzertpause im Garten – wo gibt es sowas?. Foto: kb

Die Konzertbesucher, darunter viele Stammgäste, schätzen die Atmosphäre im „Weserhaus“, nutzen die Pause zum Klönen – im Sommer im Garten an der Weser – und die Veranstalterin nutzt die Möglichkeit, ihre Besucher kennenzulernen. Auch die Musiker kommen gerne, schätzen die gemütliche familiäre Umgebung, wie die Kornblum-Familie, die am 29. April zum zweiten Mal im „Weser-Haus“ auftritt. Vor genau einem Jahr bestritten der Vater und seine beiden Söhne das allererste Konzert dort und wollten gerne wiederkommen. Die Nähe zum Publikum bezeichnen alle Künstler als etwas Besonderes und das gemeinsame Abendessen nach dem Konzert mit Freunden und Bekannten ist inzwischen schon Tradition und gibt dem Konzertabend immer einen runden Abschluss.

Die Konzerte im „Weserhaus“ sind eine Bereicherung für Bodenwerder und seine Umgebung, aber auch für die Veranstalterin selbst. Sie sieht es als ein Geben und Nehmen und meint: „Die soziale Wärme, die dabei entsteht ist etwas, das wir in unserem schönen Weserstädtchen vielleicht noch etwas mehr etablieren könnten.“

Die nächsten Konzerte: Sonntag, 29. April, 17 Uhr, Konzert mit der Kornblum-Familie. Freitag 22. Juni, 17 und 20 Uhr, Musik aus Spanien und Lateinamerika: Roger Tristao Adao (Gitarre) und Marie Julie (Tanz). Kontakt 05533-4083468.



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