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Jetzt ist es amtlich: Ilja Richter hält am 16. Mai die Laudatio für Münchhausenpreisträger Hallervorden

Licht aus! Whoom! Spot an! Jaaa …!

Bodenwerder. Sie kennen sich, sie schätzen sich und sie standen bereits gemeinsam auf der Bühne: Dieter Hallervorden und sein Schauspielkollege Ilja Richter. Beide verbindet eine langjährige Freundschaft – unter anderem ein Grund, warum sich der Münchhausenpreisträger ausdrücklich Ilja Richter als Laudator gewünscht hatte. Bislang war die Frage nach dem Laudator noch offen, nun ist es amtlich: Der Stiftung Sparkasse Bodenwerder ist es als Veranstalter der Preisverleihung tatsächlich gelungen, den 61-jährigen Berliner als Laudator zu gewinnen.

veröffentlicht am 18.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:05 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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In den 1970er Jahren war Richter schlicht Kult. Als Moderator der Sendung Disco kreierte er mit „Licht aus! Whoom! Spot an! Jaaa …!“ geflügelte Worte. Mit diesem Format zog er Samstag für Samstag bis 1982 eine ganze Generation vor die Bildschirme der Nation. Doch Richter auf die Disco-Zeit zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht. Er hat sich kontinuierlich weiterentwickelt, ist ein anerkannter Theater- und Fernseh-Schauspieler, gefragter Synchronsprecher, Sänger und Autor.

Heute findet man Ilja Richter auf Lesereisen zu seinem Buch „Du kannst nicht immer 60 sein“ und mit dem gleichnamigen Bühnenstück auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“. Im Schlossparktheater Berlin wird er in der zweiten Jahreshälfte mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ zu sehen sein. Dort stand Richter zuvor bereits mit Dieter Hallervorden in dem Stück „Die Socken Opus 124“ auf der Bühne.

Ilja Richter wurde am 24. November 1952 als Sohn des Ehepaars Georg und Eva Richter in Berlin geboren. Neben Ilja machten seine Schwestern Janina, Marina und Georgina sowie sein Bruder Michael das Geschwisterquintett komplett. Iljas Mutter, die selbst einmal Schauspielerin gewesen war, erkannte das Talent ihres Sohnes bereits früh und meldete ihn zum Vorsprechen beim Sender Freies Berlin SFB an. Und so legte Eva Richter den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere, die für ihren Sohn Ilja im Alter von nur neun Jahren mit einem Hörspiel, einer Schallplatte und einer kleinen Filmrolle ihren Anfang nahm.

Ilja Richter war als erfolgreicher Kinderstar in mehr als 60 Hörspielen zu hören sowie in Theateraufführungen und Musicals zu sehen. Der große Durchbruch zeichnete sich ab, als er im Alter von nur 16 Jahren zum Fernsehen ging und die Co-Moderation der ZDF-Musiksendung „4-3-2-1 Hot & Sweet“ übernahm. Aus dieser Sendung wurde am 13. Februar 1971 die „Disco total“, die Ilja Richters ganz persönliche Antwort auf den Beat-Club der ARD war.

Zwischendurch, 1975 bis 1978 war Ilja mit Marianne Rosenberg näher befreundet. Sein damaliger ganz eigener Bekleidungsstil mit Stoffhose, Sakko und Krawatte und vor allem sein Spruch „Licht aus – Spot an“ erreichten einen ungeahnten Kultstatus und sind es im Grunde bis heute geblieben. Mit seinem besonderen Humor gelang es Ilja Richter geradezu perfekt, in seiner Disco aktuelle Popmusik, Schlager und sogar Rock miteinander zu verknüpfen. Ilja Richter erreichte mit seiner legendären Musiksendung „Disco” über einen Zeitraum von elf Jahren Traumeinschaltquoten von bis zu 20 Millionen Zuschauern pro Sendung, ehe das Format 1982 eingestellt wurde.

Nach 1982 wandte sich Ilja Richter wieder dem Theater zu und arbeitet seitdem als Schauspieler und Regisseur. An den Komödien in Berlin, Köln und Düsseldorf genauso wie an subventionierten Theatern. Eine Zeitlang war er Ensemblemitglied des Bremer Schauspielhauses. Am 2. September 2009 eröffnete er zusammen mit Dieter Hallervorden das Schlossparktheater in Berlin mit der deutschen Erstaufführung des Stückes „Die Socken Opus 124“ von Daniel Colas, was aufgrund des großen Erfolges auch 2013 wieder auf dem Spielplan stand. Mit „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, ab 2010 in einer neuen Inszenierung auch im Berliner

Schlossparktheater zu sehen, war er in vielen Städten auf vielen Bühnen zu Gast.

In den Sommern 2007 und

2008 spielte er bei Dieter Wedels „Nibelungenfestspielen“ in Worms und 2009 in Shakespeares „Richard der Dritte“ am Deutschen Theater in Göttingen unter der Regie des dortigen Intendanten Mark Zurmühle.

Im Mai 2013 erschien Ilja Richters autobiografisches Sachbuch mit dem Titel „Du kannst nicht immer 60 sein”. Aus diesem Buch entstand ein Theaterstück mit Songs, das am 2. Juli 2013 im Theater in Hannover uraufgeführt wurde und bereits seit November 2013 auf Tournee noch immer erfolgreich gespielt wird.

Ilja Richter spricht im Hörfunk, für Hörbücher, wie zum Beispiel für die DVD-Reihe „Der Holzwurm der Oper“. Kindern ist Ilja Richter gut bekannt als das Erdmännchen Timon aus dem Disney-Film „Der König der Löwen“ und anderen Zeichentrickserien. Er gab in dem von Oscar-Preisträger Ang Lee verfilmten Buch „Das Leben des Pi – Schiffbruch mit Tiger” dem indischen Kinostar Irrfan Kahn seine deutsche Stimme. Er verfasst gelegentlich Kolumnen, Glossen und Satiren für die taz und die Hamburger Morgenpost und synchronisiert mit Vorliebe Zeichentrickfilme. Darüber hinaus arbeitet er als Autor und veröffentlichte inzwischen mehrere Bücher. 2007 erschien im Boje-Verlag sein erstes Kinderbuch „Bruno – von Bären und Menschen“. Richter wurde unter anderem mit dem Goldenen Kamera sowie mit zwei Echopreisen in der Kategorie Klassik für Kinder ausgezeichnet. 2010 erhielt er den deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Beste Fiktion“ für seine Lesung der Chronik der Gefühle .

„Die Stadt Bodenwerder und die Stiftung Sparkasse Bodenwerder als Veranstalter freuen sich auf einen humorigen Abend mit zwei herausragenden Künstlern“, betont Thomas Greef, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Sparkasse Bodenwerder. Der Festakt mit Preisverleihung und Musik findet am Freitag, 16. Mai, ab 19 Uhr im Gasthaus Mittendorf in Buchhagen statt.

Eingespieltes Team: Dieter Hallervorden (li.) und Ilja Richter im Jahr 2009 während einer Probe zum Stück „Die Socken Opus 124“ auf der Bühne des Schlossparktheaters in Berlin. Ilja Richter wird am 16. Mai in Buchhagen die Laudatio für den Münchhausenpreisträger halten. dpa



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