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Jäger Gerhard Lindenkohl hat Kindern in über 30 Jahren Wild und Forst nähergebracht

Letzte Tour mit Bodenwerders „Waldlehrer“

Bodenwerder. Für Generationen von Kindern in Bodenwerder und Umgebung war er so etwas wie eine feste Institution in allen Dingen, die Wald und Wild angingen: Nicht nur für die Ferienpassaktion in Bodenwerder, sondern auch für Schulklassen hat Gerhard Lindenkohl in über drei Jahrzehnten Führungen durch den heimischen Wald durchgeführt. Nun hat der 82-jährige Urmacher- und Hörgeräteakustiker für sich entschieden, dass es Zeit ist, diese Aktion in die Hände von Jüngeren zu legen.

veröffentlicht am 03.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 12:41 Uhr

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Bereits in den letzten Jahren wurde der passionierte Waidmann mit dem naturpädagogischen Talent bei seinen kindgerechten Waldexkursionen immer wieder von Waldemar und Volker Edler aus Hehlen unterstützt. „Allein ist so etwas nicht zu machen“, meint Lindenkohl. „Manchmal hatten wir über 30 Kinder an unserer Seite, da war ich froh, wenn auch einmal ein Elternteil mitgegangen ist.“ Und in den letzten Jahren sind es dann auch schon einmal Väter oder Mütter, die bereits als Kind mit dem Jäger durch den Wald gestreift sind und jetzt ihrer eigenen Kinder abholen oder begleiten.

Eine riesige Wildschwein-Bache mit zwei Frischlingen, eine Füchsin mit drei Jungen, einen Marderhund und Waschbären bekamen die rund ein Dutzend Jungen und Mädchen zu sehen, als sie jetzt an einer letzten Führung mit Gerhard Lindenkohl durch den Wald teilnahmen. Seit 30 Jahren hat der passionierte Jäger zusammen mit seiner Ehefrau an den Ferienpassaktionen in Bodenwerder teilgenommen. Doch in diesem Jahr sollte Schluss sein mit dem waldpädagogischen Engagement der Lindenkohls in Bodenwerder.

Oberhalb des Hakenbergs wartete bei der Abschlusspirsch dann auch Ilse Lindenkohl bereits mit den Jägerrouladen und kühlen Getränken am Infomobil auf die Rückkehr der jungen Waldläufer. „Jetzt müssten sie langsam kommen“, hofft sie, als auch schon die Töne eines Jagdhorns durch den Wald hallen. „Das Signal bedeutet: „Wo bist Du“, erklärt sie einigen bereits anwesenden Eltern. Kurz entschlossen greift Ilse Lindenkohl zu ihrem Fürst-Pless-Jagdhorn und antwortet mit dem Signal „Hier bin ich“. Und mit dem Signal „Sammeln der Jäger“, kommen auch die ersten Kinder am Waldrand in Sicht. Die Jagdsignale kennt das Ehepaar Lindenkohl aus dem Eff-eff. Das ist aber auch kein Wunder, da sie seit Jahrzehnten im Bläsercorps des Hegerringes Bodenwerder ins Jagdhorn stoßen.

Sein Weg führt Lindenkohl mit der Kinderschar an Streuobstwiesen mit alten Apfelsorten vorbei, an Sträuchern, die am Waldrand die nachfolgenden Bäume vor Windbruch schützen bis hin zur Krähenhütte. Wildspuren und Bruchzeichen (mit denen sich Jäger und Förster verständigen) werden seit Jahren ebenfalls von Gerhard Lindenkohl den Kindern und Eltern gezeigt. Und natürlich hat er als Jäger auch zum Anlocken von Rehen, Enten, Hirsche und Sauen auch die entsprechenden Lockinstrumente und die Informationen, in welchen Situationen sie eingesetzt werden.

Eines haben die Kinder in den 30 Jahren, in denen sie mit Gerhard Lindenkohl durch den Wald streifen, auf jeden Fall gelernt: Den Wald muss man so verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Und deshalb kontrollieren die Jäger auch, ob die Kinder das Einwickelpapier der vor Beginn der Exkursion verteilten Bonbons auch wieder mit aus dem Wald herausgebracht haben. Alle haben es noch dabei. Wieder einmal ein letztes Mal ein voller Erfolg für Gerhard Lindenkohl und seine Jagdfreunde. bor

In über 30 Jahren hat Gerhard Lindenkohl Kindern und Jugendlichen den Lebensraum Wald nähergebracht (links). Auch wie aus einem Gartenschlauch und einem Trichter ein Jagdhorn entsteht, lernten die Waldläufer beim „Waldlehrer“ (unten). bor(2)



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