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Unternehmen investiert 2,5 Millionen Euro in neues Lager

Leder-Fiedler steht zu Bodenwerder

BODENWERDER. Dennis Fiedler, Inhaber und Geschäftsführer des seit 2008 an der Brökelner Straße 8 ansässigen Unternehmens Leder Fiedler, gibt unumwunden zu, dass er bei den Planungen für ein neues Lederlager bereits ernsthaft Abwanderungsüberlegungen in Erwägung gezogen habe. Umzug nach Italien? Dann aber folgte sein Bekenntnis zum heimischen Standort: Leder-Fiedler erweitert derzeit am Standort Bodenwerder.

veröffentlicht am 11.04.2017 um 16:28 Uhr

Dennis Fiedler achtet bei seiner Kollektion auf exklusive Qualität. Foto: joa
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Auf einem dazu gekauften Grundstück der Spedition Schäfer entsteht derzeit neben den Fiedler-Betriebsgelände und dem Lidl-Grundstück eine neue Lagerhalle, die die Leder-Lagerkapazität des Handelsunternehmens um rund 3000 Quadratmeter erweitern wird. Das Investitionsvolumen beträgt rund 2,5 Millionen Euro und schafft neue Arbeitsplätze für die Region. Ein Erfolg zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Bodenwerder, bei dem die Firma Fiedler maßgeblich von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden und dem Entgegenkommen der N-Bank unterstützt wird, wie der 45-jährige Firmeninhaber betont.

„Leder aus Leidenschaft“ ist das Motto des 1988 gegründeten Handelsunternehmens, das Dennis Fiedlers Bruder Frank und der damalige Inhaber der Gerberei Heller, Hans-Wilhelm Strebost, damals für den Lederhandel in Bodenwerder ins Leben gerufen hatten. Nach Zwischenstaionen des Unternehmens, das anfangs auch mit Möbeln handelte, in Hameln und Hehlen kehrte Leder Fiedler schließlich nach Bodenwerder ins Hohe Feld in die Hallen eines ehemaligen Sonderposten-Marktes zurück. Da hatte Dennis Fiedler das Unternehmen mit 22 Jahren bereits von seinem Bruder Frank übernommen und sich zu einem reinen Leder-Grossisten spezialisiert.

Ein Markt, auf dem sich Leder-Fiedler mittlerweile einen guten Namen bei Taschen- und Möbelproduzenten, bei Polsterern und Innenausstattern für seine exzellenten Lederkollektionen gemacht hat. Die Kunden kommen zu 70 Prozent aus dem Inland, zu 30 Prozent aber auch aus dem Ausland, und hier unter anderem aus Australien, den USA, der Schweiz, Honkong oder Singapur, wie Dennis Fiedler zu berichten weiß. Nach eigenen Worten zwar kein Global Player, so ist Leder Fiedler mittlerweile mit seinen 46 Leder-Sorten in 750 Farben am Lager mittlerweile durch Messen, Agenten und Vertriebspartner eine gute Adresse für Kunden rund um den Globus geworden. Fiedler: „Wir sind bekannt für unsere hochwertigen Leder, die wir größtenteils von Heller, aber auch aus einer kleineren italienischen Gerberei bei Verona beziehen.“ Und da Dennis Fiedler vor der kaufmännischen Ausbildung auch das Gerber-Handwerk in Hehlen von der Pike auf gelernt hat, kann er Qualitäten unterscheiden, nach eigenen Worten schon am Geruch erkennen. Produktverliebt, wie er sich selbst bezeichnet, ist Dennis Fiedler so zum Lederhändler aus Leidenschaft geworden, für den umweltverträgliche Lederproduktion zum den hohen Qualitätskriterien zählt. Die Heller-Schule lässt diesbezüglich bei allen kaufmännischen Überlegungen grüßen!

Der Bau der neuen Lagerhalle von Leder-Fiedler hat bereits begonnen. Foto: joa
  • Der Bau der neuen Lagerhalle von Leder-Fiedler hat bereits begonnen. Foto: joa

Und so mag für den Leder-Grossisten nun bei seinen ehemaligen Abwanderungsüberlegungen dann doch die Überzeugung „Bodenwerder first“ gesiegt haben. Fiedler: „Bei der Abwägung, ob wir hier in Bodenwerder am richtigen Standort sind, sind wir schließlich zum Schluss gekommen, das Herzstück der Firma samt Lager hier am Ort zu lassen, und hier zu erweitern.“

Bis zum Dezember soll die neue Halle – teilweise zweigeschossig mit Hochregal-Lager, in dem die Häute faltenfrei hängen und nicht auf Paletten zusammengelegt sind – bezugsfertig sein. Bereits im Herbst will Leder Fiedler drei neue Ausbildungsplätze für Lagerlogistiker und Kaufleute schaffen. „Unser Ziel wird sein, diese Auszubildenden später auch zu übernehmen“, erklärt der Firmenchef; und dass man im Betrieb stolz darauf sei, „dass wir in der Belegschaft, die derzeit 17 Leute umfasst, nur eine sehr geringe Fluktuation haben.“

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